Bemerkenswert

Kulturschock erleben um überleben zu können.

Dies ist die Kurzfassung des Beitrags.

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Jedes Mal, wenn ich zurückblicke, wie ich nach Europa kam, muss ich schmunzeln :-). Was für einen Kulturschock!

Ich habe eine große Familie. Mein Großvater hatte fünfundzwanzig Frauen – Du hast richtig gehört – fünfundzwanzig! So etwas wie ein Königreich – und ich als Prinzessin in der Mitte! Hihi …
Jeder kann sich jetzt denken, wie groß meine Familie ist. Meine Großmutter war die dritte Frau meines Großvaters. Auf meinen Vater bin ich umso stolzer, als er nur eine Frau heiratete und bis zu seinem Tod ausschließlich an ihrer Seite war. Für mich ist er ein Held, weil er mit der Tradition meines Großvaters gebrochen hat.
Ich bin auch mit vier frechen Brüdern aufgewachsen. Mich durchzusetzen, lernte ich schon als Kind. Meine glückliche Kindheit war voller Liebe und Abenteuer.

Von klein auf sind wir schon mit verschiedenen Kulturen in Berührung gekommen. Mein Vater studierte Tiermedizin und war viel auf Reisen. Jedes Mal, wenn er von einem Land zurückkam, hat er uns von dessen Menschen und Kultur erzählt. Er sagte immer „Wenn Du willst, dass deine Kultur wahrgenommen und respektiert wird, musst du die andere Kultur auch respektieren!“.

Einmal als er aus Amsterdam zurückkam, erzählte er uns, wie bunt die Stadt und wie freundlich die Menschen wären. Ich war elf Jahre alt und ich beschloss schon damals, in Europa zu studieren und möglichst viele Sprachen zu erlernen. Elf Jahre später hörte ich dann von einem Au Pair Programm. Als Au Pair kommt man zu einer Familie und betreut die Kinder. Dafür bekommt man Taschengeld. Eine Familie war schnell durch eine Agentur im Internet gefunden. Deutschland hatte mich immer schon fasziniert. Autos „Made in Germany“, sehr gute Fußballer usw. – daher entschied ich mich für dieses Land.

Meine Gastfamilie hatte vier Kinder. Die Mutter war eine evangelische Priesterin, der Vater ein IT-Spezialist. Bessere Umstände konnte ich mir nicht vorstellen.
Da ich mit fünf Brüdern aufgewachsen war (und immer noch lebe – hihi);  war ich überzeugt, dass mich nichts aus der Bahn werfen könnte. Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein hatte ich reichlich. „Mit dieser Familie werde ich schon fertig“ dachte ich.

Als einziges Mädchen in meiner Familie von allem loszulassen war nicht leicht für mich. Meine Mama meinte damals „Ich habe dich gut erzogen, Du wirst schon klarkommen. Finde deinen Weg“. Was für eine kluge Mutter! Ein bisschen traurig war ich irgendwie darüber, dass mich meine Familie so leicht zu „entlassen“ schien. Aber heute bin ich froh, dass man mich gehen ließ.
„Kindern gibt man starke Wurzeln, wenn sie klein sind und später Flügel, damit sie alleine fliegen können“ sagte meine Oma. Sie stand mir sehr nahe. Sie betete für mich und segnete mich.

Jetzt aber zu meinem Kulturschock 😉

Ein paar Wochen später bin ich in den Flug hineingestiegen, mein Koffer war voller Hoffnungen und Aufregung. Das Essen im Flugzeug kannte ich nicht, daher aß ich auch nichts. Cola und Fanta trank ich aber reichlich ;-). Stunden später bin ich in Zürich gelandet. Was für einen Flughafen! Vor lauter Staunen und Schauen habe ich gar meinen Flug nach München verpasst. Die Dame am Schalter tröstete mich und organisierte mir einen Flug nach Frankfurt. Von dort sollte ich mit dem Zug nach München fahren. Ich – jung und naiv – glaubte, Frankfurt und München wären nur ein paar Kilometer auseinander und wenn ich den Zug verpassen würde, könnte ich zu Fuß gehen. Zu Fuß gehen „kann ich“. Ich bin viel gegangen in meiner Kindheit. Aber von Frankfurt nach München?

Meine Gastfamilie wartete schon am Flughafen München. Da ich kein Handy hatte, konnte ich sie aber nicht über „mein Abenteuer“ informieren. In Frankfurt gelandet, fing mein Albtraum damit erst an. Nicht nur, dass mir die Sprache völlig fremd war – von den Menschen will ich gar nicht sprechen. Die traurigen Gesichter und die Hektik sind mir in Erinnerung geblieben. Weil die Menschen nicht lachten, traute ich mich auch nicht, sie um Hilfe zu bitten. Ich hatte keine Ahnung wie Bahn fahren „funktionierte“ und wusste auch nicht, dass ich eine Fahrkarte brauchte. Schließlich hatte ich doch „Nairobi – München“ gebucht. Der Hunger meldete sich langsam – mein Magen knurrte. In diesem Moment vermisste ich meine Familie – vor allem meine großen Brüder, die mich sonst immer beschützt hatten. Ich Küken hatte die wärmste Jacke ausgepackt und Sportschuhe, ich kam im Februar – und trotzdem fror ich. Der „kenianische Winter“ ist halt eine anderer – 20 Grad Celsius unten und Schnee bestenfalls am Kilimandscharo. Der Hunger war noch stärker als die Kälte bedingte nicht Wohlbefinden.
Da fiel mein Blick auf einen schwarzen Mann. Noch nie vorher war ich so froh gewesen, einen schwarzen Mann zu sehen. Und er lächelte mich an – er lächelte! Hatte ich doch zuvor angenommen, in diesem Land wäre Lachen verboten. Ich bin auf ihn zu gerannt, habe ihn umarmt und fing an, bitterlich zu weinen. Der arme Kerl wusste zunächst gar nicht, was er mit mir machen sollte! Dass er Englisch sprach, machte die Sache dann aber ganz einfach – auch wenn wir unterschiedliche Akzente hatten.

In diesem Zusammenhang. – viele in Europa glauben, Afrika wäre „ein Land“. Ich wurde gefragt, welche Sprache man in Afrika sprechen würde – ob das etwa „Afrikanisch“ wäre.
Also erstens – diese Sprache existiert nicht. Afrika ist der zweitgrößte Kontinent mit fünfundfünfzig Ländern. Und nein – wir haben keine gemeinsame Kultur, keine gemeinsame Mentalität und schon gar keine gemeinsame Sprache. Wir wissen auch nicht gleich auf den ersten Blick, woher der „Schwarze gegenüber“ kommt. Wenn wir uns auf der Straße anlächeln, heißt das nicht, dass wir uns kennen. Wir müssen uns nicht kennen, um jemanden ein Lächeln zu schenken. Das steckt in uns drinnen 😉

Da ich zu aufgeregt war, konnte er mich auch nicht verstehen. Meine Angst war zu groß, um mich besser zu verständigen. Der Mann rief meine Gastfamilie an. Gott sei Dank war meine Gastmutter zuhause geblieben, da sie hochschwanger war. Plötzlich hielt ich eine Fahrkarte in der Hand. Es war wie Zauberei. Dabei hatte meine Gastgeberin doch nur online das Ticket gekauft und am Schalter ausdrucken lassen. Ich war zutiefst beeindruckt. Nur fünf Minuten später fuhr mein Zug ab. Ende gut, alles gut – dachte ich – wäre da nicht der große Hunger gewesen, der mich mittlerweile halb umbrachte. Der Schaffner würde auf mich warten – bis der Zug voll ist und ich mir zwischenzeitlich eine Kleinigkeit besorgt hätte – dachte ich mir. Gut, dass mein Retter noch bei mir war und mich darüber aufklärte, dass die Uhren in Deutschland anders ticken. „Willkommen in Deutschland“ sagte er „hier ist Pünktlichkeit das A und O!“ Er hatte Recht – denn plötzlich und auf die Minute genau fuhr der Zug ab. Mit so einem „Ding“ bin ich noch nie zuvor in meinem Leben gefahren. Der Zug war schnell wie ein Flugzeug – nur dass er am Boden fliegt.
Mein „Retter“ hatte mir noch zwanzig Euro mitgegeben. Selber hatte ich nur zehn Euro einstecken – eigentlich genug – aber nur in meiner alten Heimat 😉
Dort wo ich herkomme, ist es üblich, dass Essen durch fahrende Händler im Zug verkauft wird oder man kauft schnell etwas zum Knabbern übers Fenster, wenn der Zug einen Zwischenstopp einlegt. Dort kamen aber keine Händler vorbei und dort wo der Zug stehen blieb, warteten auch keine Händler. Ich habe gelitten wie ein Hund. Übrigens – auch in den nächsten Wochen habe ich den Zug dauernd verpasst, da ich weiterhin hoffte, dass der Schaffner warten würde, bis der Zug voll wäre. Ich lernte aber schnell und nach ein paar verpassten Züge und unnötig gewarteten Stunden bei tiefen Temperaturen im Winter fiel es mir rasch leicht, pünktlich zu sein.

In München wartete bereits meine Gastfamilie auf mich und ich war unheimlich froh, angekommen zu sein. Sie gaben mir einfach die Hand! Was sollte ich damit? Ich dachte, sie würden mich umarmen. Und eine Umarmung hätte an dieser Stelle dringend gebraucht. Dort wo ich herkomme, lieben wir den Körperkontakt. Umarmungen und eine Annäherung durch ein Klopfen auf die Schulter gehören dort zur Tagesordnung. Schon als Kinder wurden wir dauernd am Rücken getragen und so entsteht den Rhythmus. Unsere Mütter tanzten mit uns am Rücken – so wie auch ich meine Kinder gerne am Rücken getragen habe. Ich wollte, dass sie erfahren, wie schön und gesund Körperkontakt ist. Oft werde ich gefragt, wieso Afrikaner so gut tanzen können ohne eine Tanzschule zu besuchen. Jetzt ist das Geheimnis gelüftet ;-).  Ganz schüchtern gab ich meiner Gastfamilie die Hand und ich lernte zum ersten Mal “akzeptieren und respektieren“. Ich würde mich schon mit der europäischen Mentalität anfreunden – früher oder später. So what!

Zuhause bei der Gastfamilie angekommen, gab es zu Abend nur Brot! Was sollte das? Wo ich herkomme, heißen wir unsere Gäste mit einem Festmahl willkommen! Da ich diese Form des Brotes auch nicht kannte, gab ich mich mit Milch zufrieden und ging schlafen. Ein so reiches Land und ich hatte Hunger. In der Früh stand ich deshalb schon sehr zeitig in der Küche und plünderte gierig den Kühlschrank. Sogar das Brot, das ich nicht kannte, schmeckte mir auf einmal sehr gut.

Oh ich habe nicht erwähnt, dass ich nicht wusste wo mein Koffer war. Ich war völlig verwirrt. Als ich in München ankam, fragte mich mein Gastvater wo mein Koffer war – ich hatte keine Ahnung! Mein Gastvater machte ein paar Telefonanrufe und siehe da – er kam ein paar Tage später bei meiner Gastfamilie an! Wieder war ich sehr beeindruckt wie in diesem Land alles schnell lief.

So unterschiedlich wie afrikanische Länder sind, so unterschiedlich sind auch die europäischen Länder – eine Erfahrung, die ich später mit meiner Übersiedelung nach Österreich machen sollte. Obwohl Deutschland und Österreich Nachbarländer sind und eine gemeinsame Sprache pflegen, sind die Menschen mitunter ganz unterschiedlich.

Über diese Unterschiede, wie man damit umgehen kann und was man davon lernt – darüber schreibe ich in meinem nächsten Blog –  und auch darüber, wieso ich mich damals dafür entschied, doch in Österreich zu bleiben, wo ich doch dann meinen zweiten Kulturschock erlebte. Bei allen Gemeinsamkeiten ist der kulturelle Unterschied zwischen Deutschland und Österreich doch sehr groß.

Ein Kulturschock ist eigentlich nichts außergewöhnliches. Man muss nur mit ihnen vertraut werden.  Sie gehören zum Leben. Negative und positive Erfahrungen macht jeder jeden Tag. Nimm einfach die positive Erfahrungen mit, versüße die negative mit ein wenig Humor und marschiere weiter. Segne die Menschen, die dich verletzen und gehe Deinen Weg weiter.

Kulturschocks haben mich stark gemacht und ich möchte sie deshalb nicht vermissen. Lass Dich auch Du nicht daran hindern, die Menschen hier und ihre Kultur kennenzulernen. Denn die Österreicher sind genauso geschockt von der Andersartigkeit unserer eigenen Kultur.

Genießt den letzten Schnee. Der Frühling wird bestimmt bald kommen.

Bis bald!

Eure Easter.

P.S.: Die Österreicher sind eher verschlossen, wenn du wartest, dass sie auf dich zukommen, wirst du sehr lange warten. Wenn Du aber gleich auf sie zugehst, wirst du rasch erfahren wie herzlich und aufgeschlossen sie sind. Den ersten Schritt musst aber Du tun.

 

Für eine schwarze im Dirndl schaust du eh gut aus…..

“Wenn Du schnell gehen willst, geh‘ alleine. Wenn Du weit kommen willst, geh‘ gemeinsam – ein afrikanisches Sprichwort.

Hallo – alle miteinander,

vor kurzem habe ich einen Artikel über ein schwarzes Mädchen im Dirndl gelesen. Sie wurde deswegen auf einem Fest in Österreich rassistisch beleidigt. Bezüglich der Beleidigungen war ich jedoch nicht recht erstaunt, denn ich hatte fast dieselben Erfahrungen mit Dirndl in Österreich gemacht. Ich brauchte lange bis ich mich wieder traute mit einem Dirndl auszugehen.

Mittlerweile bin ich an den Rassismus gewöhnt, ist traurig aber wahr. Sonst macht man sich das Leben unnötig schwer. Ob blöde Kommentare gemacht werden, oder ich böse mit einem Dirndl angeschaut werde, stört mich nicht mehr. Ich finde mich sehr schön mit einem Dirndl und das ist mir wichtig.

Der blödeste Kommentar bis jetzt war „für eine Schwarze im Dirndl schaust du eh gut aus“! Das war bei einem Heurigenbesuch in Waldviertel. Ich habe mich einfach zu ihm hingesetzt und habe versucht herauszufinden, wieso ein Mensch so dumm sein kann. Er war zu geschockt, dass ich überhaupt Deutsch konnte, er brachte kein Wort heraus. Nachher kam er zu mir und entschuldigte sich, leider war er zu diesem Zeitpunkt voll betrunken.

Was macht diese Gesellschaft mit ein paar Leuten, dass sie sich nüchtern nicht entschuldigen können?

Einmal als meine Mama zu Besuch in Österreich war, nahm ich sie zu einem Fest. Sie war sehr erstaunt, dass keiner auf der Tanzfläche war, obwohl gute Musik lief. Nach ein paar Stunden kamen dann die ersten Tänzer, natürlich betrunken. Sie fand es sehr schade, dass der Spaß erst nach dem Alkohol begann. Sie meinte „tanzen sollte man nüchtern“. Na ja, andere Länder andere Sitten.

Viele Österreicher sind mit Rassismus nicht direkt betroffen. Die Kommentare wie „es wird schon wieder“, oder „lass dich nicht von den Idioten unterkriegen“ bringen meistens sehr wenig. Es wird nicht wieder, denn Rassismus verletzt und es macht was mit einem, außer du bist sehr stark. Und leider gibt es mittlerweile sehr viele Idioten.

Bitte redet mit uns darüber, fragt uns, wie wir uns fühlen, wenn wir rassistisch beleidigt werden – nur so könnt ihr verstehen, was in uns vorgeht. Übrigens, viele von uns wollen über ihre Erfahrungen mit Rassismus weitererzählen. Ich glaube, wir hoffen dadurch mehr Bewusstsein zu schaffen.

Wir erleben Rassismus fast jeden Tag und uns nicht unterkriegen zu lassen, grenzt fast an ein Wunder. Ich las super Kommentare auf Facebook, die die junge Frau entmutigen sollten, ist  auch gut. Aber, bitte das nächste Mal, wenn jemanden rassistisch beleidigt wird und du bist dabei, tue was. Nicht nur schreiben, wie schrecklich die Menschen sich benehmen, sondern auch handeln.

Ich habe im Internet über das Thema Rassismus recherchiert. In der Bibliothek war ich auch und las ein paar Artikeln über dieses Thema. Was mir auffiel, viele dieser Artikel und Definitionen wurden von Weißen geschrieben. Wie kann man was erklären, wenn man es noch nie erlebt hat? Es wird Zeit, dass die Minderheiten, die täglich Rassismus erleben, ihn auch definieren. Stehen wir auf und erzählen wir, was Rassismus ist, wie wir ihn erleben und was er mit uns macht.

Meine Frage an euch Österreicher; was wollt ihr eigentlich von uns? Versuchen wir uns zu integrieren, sogar die Kultur anzunehmen, werden wir beleidigt. Sind wir nicht integriert, werden wir auch beleidigt. Es ist verdammt schwer sich zu integrieren, wenn einem das Leben so schwer gemacht wird.

Jedes Land braucht Ausländer, ob man es will oder nicht. Die Welt ist sehr klein geworden und wir sind irgendwie miteinander verbunden.

Ich liebe das Dirndl. Meine Tochter hat auch eines, mein Sohn hat eine Lederhose. Wenn wir Lust haben, gehen wir auch raus damit, zwar mit Stolz. Die blöde Kommentare und die böse Blicke sind uns eigentlich so was von egal, irgendwann ist man immun dagegen. Dagegen kann ich sowieso  nichts machen, sonst würde ich mich nur ärgern. Das Leben ist so schön um mich über anderen, Gedanken zu machen. Solange meine Kinder und ich nicht physisch attackiert werden, ist alles gut.

Um dem Rassismus entgegenzuwirken muss dieser mal aus den Köpfen verschwinden und das wird noch viele Generationen dauern. Wir müssen erst mit unseren Kindern anfangen. Ihnen lerhren, wie sie mit Herzen handeln können. Die heutige Gesellschaft konzentriert sich zu viel an materielle Werte.

Meiner Meinung nach, finde ich, dass  Toleranz, Liebe, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit, Vergebung, Frieden, und Menschlichkeit, Zusammengehörigkeit, Mitgefühl, Achtsamkeit, viel wichtiger, als die Noten sind. Ich finde diese Werten sollen sogar in Schulen gelehrt werden. Was bringt es den Kindern, wenn wir ihnen von klein auf sagen, wie viel sie mal erben werden? Oder wenn uns die Noten wichtiger sind, als die innere Werte?

Unsere Kinder sollen durch uns lernen, dass Konflikte nicht durch Gewalt zu lösen sind, sondern durch das Reden und Kompromissbereitschaft. Sie sind die Zukunft und mit ihnen zusammen, können wir eine bessere Zukunft gestalten.

Ich kenne viele wunderbare Österreicher und alle in einen Topf zu werfen, gefällt mir überhaupt nicht. Jedoch möchte ich die Österreicher bitten, uns entgegen zu kommen. Ich weiß, es sind schwere Zeiten. Man liest viel negatives über Flüchtlinge und Ausländer. Jemanden ein Lächeln zu schenken, schadet nicht. Ein freundliches Hallo zu sagen, tut gut. Was mir fehlt, ist die Solidarität. Bitte erhebe eure Stimmen, wenn einem ein Unrecht geschieht. Es tut gut.

Einmal bin ich im Supermarkt rassistisch beleidigt worden und keiner sagte was. Kein Wort! Eine Dame ging einfach bei mir vorbei und stellte sich vor mir. Als ich sie fragte, was das sollte, sagte sie „du bist zu schwarz, ich habe dich nicht gesehen“! Alle die hinter mir standen, sagten gar nichts. Ich stand da mit zwei kleinen Kindern und verstand die Welt nicht mehr. Ich sagte ihr ganz ruhig „jetzt hast du mich gesehen, geh sofort zurück“.

Ich lasse mir nicht alles gefallen und meinen Kindern möchte ich auch beibringen, dass sie sich laut wehren sollen, wenn ihnen ein Unrecht geschieht – auch wie sie sich ohne Gewalt wehren können. Die Dame merkte, dass mit mir nicht zu spaßen war und stellte sich hinter mich. Nur von den anderen, die nichts sagten, war ich sehr enttäuscht. Schaut nicht weg, sondern sagt auch was!

Viele  von uns lieben die österreichische Kultur. Helft uns dieses schönes Land zu lieben und die Kultur zu genießen. Hass hat noch nie gewonnen, er zerstört nur. Aber, Liebe gewinnt immer.

Ein Leben ohne Liebe ist eine Verschwendung. Mit Vorurteile und Beleidigungen kommen wir nicht weiter.

 

Furaha ya maisha ni upendo – das Glück des Lebens ist Liebe. (Ein Suaheli Sprichwort).

 

 

Bis bald,

eure Easter.

Europa, gib Afrika kein Geld mehr!

 

Hallo – alle miteinander

füttere ich dich, habe ich Macht über dich und kann mit dir machen, was ich will – Easter Sprichwort.

Afrika mit Geld zu versorgen, wird unsere Probleme nicht lösen. Die Afrikaner müssen selbst ihre Probleme lösen. Afrika MUSS lernen mit seinen Problemen selbst fertig zu werden.

Seien wir doch ehrlich, diese Geldgeberei macht doch nur abhängig und faul. Manche afrikanische Länder sind auch momentan nicht in der Lage das Geld in näherer Zukunft zurück zu geben. Außerdem bekommen die normalen Bürger fast nichts von dem Geld. Die korrupte Machthaber, ihre Familien und Freunde vergeuden das ganze Geld und leben in Saus und Braus.

Meiner Meinung nach müssen wir anfangen unsere Denkweise zu ändern. Wir müssen aufhören zu glauben, dass der weiße Mann besser ist, als wir. Das ist ein totaler Blödsinn. Ich sage es meinen Kindern sehr oft, wie gesegnet ich bin. Wir Afrikaner haben die besten Zähne überhaupt. Wenn ich lächle, lächeln sogar die garstigsten Menschen zurück. Ich bin intelligent und aufgeschlossen. Ich habe einen Po zum niederknien. Ich habe noch nie meine Beine rasiert, denn sie sind glatt wie ein Baby Po und und und.

Wieso soll ich denn glauben, dass der weiße Mensch besser ist, als ich? Was ist mit uns passiert? Wieso ist das Hautbeichen immer noch beliebt in Afrika, ohne an die fatale Folgen zu denken? Wieso geben wir so viel Geld für chemische Cremes für das Haarglätten aus, anstatt unsere wunderschöne Haare zu lieben, wie sie ist? Wer sagt uns, dass die falsche glatte Haare, oder die gebleichte Haut uns schöner machen? Wir sind nur unterschiedlich, aber nicht besser oder schlechter.

Ich bin sehr froh, dass jetzt viele afrikanischen Frauen ihre wunderschöne natura Haare mit Stolz tragen. Sie sagen nein zu chemischen Cremes für Haarglätten. Wir sind auf dem richtigen Weg. Selbstliebe ist der richtige Weg.

Wir müssen für unsere Probleme die Verantwortung übernehmen, vor allem, lernen mit dem Geld umzugehen – ich glaube die Wurzeln dieses Verhalten gefunden zu haben. Der Europäer hat schon in seiner Kindheit sparen gelernt. Sie haben es gelernt, die Früchte, Gemüse, Obst und Fleisch für den Winter zu konservieren. Auch fur die Tiere wurden Essen fur den Winter konserviert und gespart.

Daher kann der Europäer so gut fur die schlechte Zeiten sparen, sei es Geld oder Essen. Dieses Verhalten muss noch in Afrika gelernt werden. Es wird besser, aber es muss noch mehr gemacht werden. Bei uns ist das Wetter heiß, es wird gekocht und gleich gegessen. Wir müssen nicht sparen. Hat der Afrikaner Geld, gibt er alles aus, als ob er morgen nicht mehr leben wird.

Was manche Afrikaner auch noch gut können, ist die Schuldzuweisung. Damit müssen wir aufhören. Es ist entweder der weiße Mann hat uns alles weggenommen, oder er beutet uns aus. Oooooh wir sind so arm. Der weiße Mann ist meistens Schuld an unsere Probleme. Zum Teufel damit! Jeder Mensch ist selber verantwortlich fur seine Taten, Entscheidungen und fur sein Leben. Den anderen die Schuld zu geben, ist nur eine Ausrede und lenkt von den wirklichen Problemen ab.

Afrika ist der reichste Kontinent überhaupt. Wir haben die Ressourcen, von denen Europa nur davon träumen kann. Ich bin mir sicher, wenn unsere geldgierigen korrupten Machthaber aufhören würden mit den großen  Westkonzernen zu arbeiten – wenn wir selber unsere Ressourcen anfertigen und das Endprodukt exportieren würden – oh mein Afrika wäre der Größte!

Schauen wir an, was in Zimbabwe passiert ist. Der verrückte Mugabe schickte alle weiße Bauern nach Hause. Der Typ vergisst allerdings, dass seine Leute nicht einmal die Maschinen bedienen konnten. Jetzt sind die weißen Bauern weg und die Maschinen stehen und verrosten. Das Land ist ärmer denn je. Wer hat da verloren?

Kongo zum Beispiel hat den wertvollsten Rohstoff überhaupt. Was machen die? Sie schlachten sich seit Jahren wie Tiere ab. Steht der weiße Mann daneben und sagt denen, sie sollen sich abschlachten? Natürlich freut sich der weiße Mann und die Machthaber, wenn die Bürger sich abschlachten. Denn dann ist es einfacher sie auszubeuten und beliefern sie weiterhin mit Waffen. Der weisse Mann und die Machthaber stecken alle miteinander unter einer Decke. Der normale Bürger wird einfach ausgenutzt.

Statt die Energie in Ausbildung und Innovation zu investieren, wird die Energie in Bürgerkriege investiert. Was für eine Verschwendung! Afrika MUSS viel an Bildung investieren. Ohne Wissen konnen wir unsere Ressourcen nicht verwalten und sie selbst anfertigen. Wissen ist Macht.

In Kenia haben wir den schlimmste Bürgerkrieg im Jahr 2007/2008 gehabt. Wir haben uns wie Hühner abgeschlachtet. Am Ende haben sich die Politiker zusammen getan und waren die besten Freunde.

Letztes Jahr wieder dasselbe. Wieso ein Mensch von der Vergangenheit nicht lernt, ist mir ein Rätsel. Nur weil der andere Stamm wollte, dass deren Sohn Präsident wird, haben die Kenianer ihre Nachbarn verraten und sich gegenseitig abgeschlachtet. Was tun die Politiker? Ganz genau! Haben sich zusammen getan und sind die besten Freunde.

Ihre Kinder besuchen die teuersten Schulen in Grossbritannien, während der normale Kenianer nicht einmal leisten kann, seine Kinder in die Schule zu schicken. Diese zwei Konkurrenten kommen von den zwei reichsten Familien Kenias, die das Land schon ausgebeutet haben – viel Acker und Reichtum besitzen und das Land immer noch ausbeuten wollen.

Wir haben die unfähigste Regierung überhaupt gewählt. Das Land geht vor die Hunden und ist korrupter denn je. Wir importieren sogar Zahnstocher und Zucker, obwohl wir mehr als zwei große Zucker Industrien haben. Die Lebensmittel sind sogar teurer als in Österreich.

Die Chinesen nutzen das Chaos im Land aus und kaufen alles was sie können. Sie stellen sogar große Plakaten auf Chinesisch mitten in der Hauptstadt auf. Es wird Ihnen sogar Rassismus vorgeworfen und die Regierung sagt „habt Geduld mit denen und schätze was sie für uns alles machen“. Wie bitte? Aber die Regierung sind die Hände gebunden. Beiße nicht die Hand, die dich füttert, heißt es. Es macht mich wahnsinnig, wenn ich so was lese.

Ich liebe Afrika. Mein Herz schlägt für Afrika. Ich finde, wir junge Afrikaner haben es in der Hand was zu ändern. Jeder kann seinen Teil machen. Ich habe es zu meiner Aufgabe gemacht, den jungen Menschen in Kenia zu erzählen, wie das Leben in Europa wirklich ist. Ich habe mit meiner Familie und Freundeskreis angefangen. Ich werde demnächst einen Blog über das wirkliche Leben und über den Rassismus in Europa zu schreiben – und zwar auf Englisch, dass meine Landsleute diese wertvolle Informationen bekommen und ihr Land zu schätzen lernen.

Junge Afrikaner, die in Europa und Nordamerika gut ausgebildet worden sind und keine Familien dort haben, sollen drüber nachdenken vielleicht zurück nach Hause zu kehren, um das Wissen, das sie dort erlangt haben in Afrika zu nutzen? Was kann Afrika tun, diese junge gut gebildetenen Menschen wieder zurück zu bekommen?

Afrika braucht fleißige intelligente junge Menschen. Glaubt mir; es gibt genug davon in Afrika. Was denen fehlt sind die Ziele und Motivation. Solche junge intelligente Afrikaner haben nichts in Europa verloren. Hier werden Sie durch Rassismus und Kulturschock so klein gemacht bis sie sich irgendwann aufgeben.

Der Rassismus in Europa gegenüber Schwarzen ist präsenter denn je und ich habe sogar Angst, dass es schlimmer wird. Der Rassismus macht was mit uns und mit unserem Selbstbewusstsein. Ich möchte nicht, dass junge intelligente Afrikaner Rassismus erleben. Sie sollen zu Hause bleiben und ihre Länder aufbauen.

An meine schwarzen Brüder und Schwestern, wir sind alle Menschen, egal ob grün oder gelb. Lass es niemals zu, dass einer dich wegen deiner Hautfarbe zu erniedrigen versucht. Ich habe herausgefunden, dass viele Menschen, die gerne anderen klein machen, nur neidisch sind. Irgendwas hast du, was sie nicht haben.

 

Ist mein Haus schmutzig, bin ich diejenige, die in der Lage ist, das Haus bestmöglich zu säubern, denn ich kenne mein Haus am besten – Easter Sprichwort.

 

Bis bald,

eure Easter.

Integration funktioniert nicht!

Andreas Sator

Integration funktioniert nicht, sagt die Journalistin Melisa Erkurt. Sie hat mit den Gastarbeitern nicht funktioniert und sie funktioniert auch heute nicht. Was zu tun ist, ist aber relativ klar. 

Eine Zusammenfassung von Ali Malohdji, den ich sehr schätze und respektiere.

15 Vorschläge, wie wir Integration endlich hinkriegen:

1. Überschwemmen wir die Schulen mit SozialarbeiterInnen. Vor allem mit solchen, die selbst irgendwann einmal zugewandert sind. Es braucht auch mehr LehrerInnen, die Migrationshintergrund haben. Dringend.

2. Der Bildungsbereich ist wahnsinnig wichtig. Fangen wir also früh an. Schicken wir unsere PädagogInnenen für die Kindergärten doch besser auf die Uni, um sie auszubilden.

3. Der Schlüssel für Integration ist eine gemeinsame Ganztagesschule. SchülerInnen verbringen mehr Zeit miteinander, die Kinder der AkademikerInnen kommen nicht mit 10 ins Gymnasium. Denn: Tiefe Freundschaften entstehen erst im Teenager-Alter. So leben wir besser zusammen.

4. Bringen wir die Ausbildung für LehrerInnen ins 21. Jahrhundert. Melisa hat selbst Lehramt studiert. Im ganzen Studium hatte sie 2 Vorlesungen, in denen es um den Umgang mit Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache ging. Das Thema Integration kommt in der Ausbildung kaum vor.

5. Aber nicht nur in Schule und Kindergarten können wir ansetzen. Lassen wir MigrantInnen wissen, dass sie dazugehören, dass sie Teil dieses Landes sind. Und sagen wir denen, die schon seit 30, 40 oder 50 Jahren da sind, einmal Danke. Für das, was sie hier leisten.

6. Es gibt in Wien Leute, die haben noch nie einen Türken besser kennengelernt. Wenn’s gut geht vielleicht den Kebabverkäufer. Gleichzeitig gibt es viele Migranten, die keine Österreicherinnen kennen, obwohl sie hier geboren sind. Da liegt der Schlüssel für bessere Integration!

7. Was können die Ur-ÖsterreicherInnen tun? Raus aus der Komfortzone. Nicht immer in die klassischen Hipster-Cafés (ja, genau, du, Twitter-User!), sondern mal in ein neues Grätzel. Vielleicht ein Kaffeehaus in Favoriten suchen, in das du ab und zu schaust.

8. Noch ein guter Punkt: Wir reisen mit dem Rucksack drei Monate durch Kambodscha um neue Kulturen kennenzulernen. Zurück in Österreich geht es wieder in unsere Bubble. Hinterfragen wir mal bewusst, warum wir eigentlich nie mit Leuten zu tun haben, die anders sind als wir.

9. Das ist jetzt ausnahmsweise mein Punkt, und nicht von Melisa: Jede *einzelne* Redaktion in Österreich darf sich bitte auch fragen, warum dort de facto niemand sitzt, der selbst zugewandert ist. Das ist eine Katastrophe.

10. Zurück zu dem, was Melisa rät. Ein weiterer Vorschlag: Vielleicht mal in der Freizeit in den tschetschenischen Boxverein gehen. Oder den Urlaub statt in Südostasien in Bosnien machen. So kommt man in Wien dann nachher vielleicht auch mal mit dem Nachbarn ins Gespräch.

11. Jetzt zu denen, die neu da sind. Reden wir bitte wieder anders über Flüchtlinge! Wir vergessen in der politisch aufgeheizten Debatte, wer da eigentlich kommt: Fast alle haben schlimme Sachen erlebt. Das erste, was wir ihnen sagen, sollte nicht sein: ab in den Wertekurs.

12. Natürlich kann Integration gelingen. Die erfolgreichen Geschichten erzählen sie meist ähnlich: Eine Bezugperson aus dem neuen Land, die sie an der Hand nimmt, so lernt man die Kultur kennen, Deutsch, hat ein Netzwerk für Job oder Schule. Alleine wird es kaum jemand schaffen.

13. Wer von euch Kinder hat, gebt darauf acht, dass ihr sie in Schulen gebt, die Österreichs Bevölkerung halbwegs abbilden. Nicht abschirmen. Es muss keine Brennpunktschule sein, es gibt auch Bobo-Schulen, die darauf achten.

14. Was lernen wir (meine Einordnung): Perfekt wird es nie laufen, Melisa und mir ist im Podcast kein einziges Land eingefallen, dass viele EinwanderInnen hat und keine Probleme. Das ist aber okay. Ich habe ja auch mit so manchem Österreicher meine Probleme. Besser geht’s aber!

15. Auch wenn unsere Regierung nicht sehr bemüht ist, damit Integration funktioniert, können wir alle etwas tun. Nehmen wir die Leute an der Hand, öffnen wir unsere Augen, fördern wir MigrantInnen, wenn wir Einfluss haben. Ja, alle müssen mitmachen, aber es liegt auch an uns 🙂

Easter´s Gedanken

Damit Integration besser gelingt, ist es nicht die alleinige Aufgabe der Aufnahmegesellschaft. Meiner Meinung nach müssen wir, die Migranten sogar den Großteil der Verantwortung übernehmen. Wer in einem anderen Land bleiben und in Friede leben möchte, muss sich anpassen, nicht umgekehrt.

Was können wir, die Migranten tun, damit Integration besser gelingt? Ich finde, dieser Punkt soll ganz oben auf der Liste stehen.

Natürlich hat die Regierung in puncto Migration und Integration einiges falsch gemacht. Neuerlich treffe ich eine Mutter am Spielplatz, die fast zwanzig Jahre in Österreich lebt, einen österreichischen Pass besitzt und kaum Deutsch spricht. Das Kind musste übersetzten. Wer hat da versagt? Wie bekam die Dame den österreichischen Pass?

Wir können nicht nur Forderungen stellen, sondern auch was zurück geben, wenn wir die Chance bekommen. Viele von uns wissen, wie schwierig es ist, für Migranten mit sichtbarem Migrationshintergrund in Österreich eine Chance zu bekommen, sei es in der Arbeitswelt oder sonst woanders. Gib nicht auf, macht das, was du immer machen wolltest und sei verdammt gut drin. „There is always something you can do and be good at it – Stephen Hawking.“

Einen Wertekurs finde ich gar keine schlechte Idee. Meiner Meinung nach fehlt eine ausführliche Initialeaufklärung für Migranten. Wir kommen hier und wissen nicht, was erlaubt ist und was nicht. Viele wundern sich, wenn sie Frauen mit kurzen Röcken herumlaufen sehen. Keiner hat denen gesagt, dass hier Frauen und Männer gleiche Rechte haben!

Alle Migranten, die hier kommen, sollen gleich beim Ankommen, aufgeklärt werden, was ihnen in diesem Land erwartet, seine Gesetze und Werte. Am Flughafen oder bei der Grenze hat man noch die Chance umkehren zu können, falls die Gesetze seine Kultur nicht entsprechen. Die Aufnahmegesellschaft hat dieses Land mit Fleiß und Schweiß aufgebaut – dies verdient eine Anerkennung.

Seien wir doch ehrlich; wieso soll ich Deutsch lernen, wenn in allen Behörden, die Formulare in fast allen Sprachen vorhanden sind? In meinem Land gibt es Formulare in zwei Sprachen, Suaheli und Englisch. Wer die zwei Sprachen nicht kann, hat ein Problem. Ich finde uns wird es zu leicht gemacht, dann später gejammert, wie faul wir sind.

An Migranten:

Lernt einfach Deutsch und der Weg wird leichter. Eine neue Sprache zu lernen ist eine große Bereicherung. Deine Kultur ist ein Teil von dir, sie wirst du niemals verlieren, indem du eine andere kennenlernst.

Ja, der Bildungsbereich ist wichtig. Schicken wir unsere Kinder gleich im Kindergartenalter in die Kindergärten. Nicht nur in dem Pflichtjahr. Meine Erfahrung mit den Kindergarten Pädagoginnen war sehr gut. Sie sind super ausgebildet und kompetent.

Das Pflichtjahr sollte verlängert werden, ein Jahr ist zu wenig.

Seien wir ein Beispiel für unsere Kinder. Gehen wir auch ab und zu mit unseren Kindern in die traditionellen Gasthäuser am Land, oder besuchen wir die zahlreichen österreichischen Feste.

Gemeinsame Ganztagsschule klingt gut, ist aber nicht der Schlüssel zu besseren Integration. Erziehung beginnt Zuhause. Es ist die Aufgabe der Eltern, ihre Kinder zu erziehen. Die Lehrer sind da, um das Wissen weiterzugeben.

Zuhause ab und zu Deutsch sprechen, schadet nicht, oder den Kindern ein deutsches Buch vorlesen, bringt auch viel.

Ich bewege mich nicht nur in meinem Kulturkreis, sondern versuche auch mich mit den Einheimischen Kontakt aufzunehmen.

Sei offen neues kennen zu lernen und vieles auszuprobieren. Wer nicht probiert, hat schon verloren.

Habt Geduld mit euch, aber auch mit den Einheimischen. Jeder hat Angst vor dem Fremden. Außerdem wurde Rom nicht an einem Tag gebaut.

Respektiert die Menschen hier, ihre Kultur und Werte. Schenkt Liebe und positive Energie und ihr werdet dasselbe zurück bekommen. Ladet auch ab und zu die Einheimische zu euch nach Hause, überrasche sie mit einem traditionellen österreichischen Gericht! Wieso nicht? Oder ein Gericht aus deinem Heimatland? Viele meiner österreichischen Freunde lieben meine kenianischen Gerichte.

Versucht mit den Einheimischen Kontakt aufzunehmen, macht Freundschaften mit ihnen. Geben wir auch was zurück und uns bedanken für die nette Aufnahme.

Rassismus

Ich habe einen Eindruck, dass seit dem Flüchtlingsstrom Rassismus, Hass gegen Ausländer und Fremdenfeindlichkeit gestiegen sind. Rassismus ist immer da gewesen, aber jetzt haben die Rassisten einen Grund anderen öffentlich zu beleidigen und erniedrigen.

Eine Freundin von mir wurde vor kurzem mit einer Flasche im Supermarkt attackiert und rassistisch beschimpft. Sie lebt hier seit Jahren, arbeitet fleißig und zahlt brav Steuer. Wir Migranten mit sichtbarem Migrationshintergrund sind jeden Tag mit Rassismus konfrontiert. Ich verurteile jegliche Art von Gewalt und Rassismus.

Mögen wir einfach freundlich miteinander umgehen. Ja, es gibt Ausländer, die voll integriert sind und wir verurteilen Rassismus. Rassismus ist nicht zu entschuldigen. Alle Migranten in eine Schublade zu stecken hilft auch nichts.

An die Menschen – sei es Österreicher oder Ausländer, die sich groß fühlen, indem sie die anderen beleidigen und erniedrigen, schämt euch! Ich wünsche euch nicht irgendwann vor Krieg, Verfolgung, Hunger usw fliehen zu müssen. Nur ein Mensch mit wenig Selbstbewusstsein hat es nötig, anderen klein zu machen.

Das nächste Mal, wenn du jemanden rassistisch beleidigen willst, sei im Klaren, was für ein kleiner armer Mensch du bist, der sehr wenig Selbstbewusstsein hat. Anders kann ich dieses Verhalten nicht erklären.

 

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Bis bald!

Eure Easter.

 

 

„woher kommst du denn ursprünglich?“

Hallo – alle miteinander,

es ist schon lange nicht mehr passiert, aber heute hat es mich voll erwischt. Beim spazieren gehen bin ich rassistisch beleidigt worden. Ich gehe sehr gerne spazieren, so kann ich mich entspannen. Die frische Luft hilft mir beim Nachdenken. Sehr oft gehe ich auch alleine ohne die Kinder und es ist erfrischend.

Heute bin ich ein Stück auf der Straße gegangen, da es plötzlich geregnet hat und ich hatte kein gutes Schuhwerk. Ich war sicher nicht mehr als fünf Minuten auf der Straße, dann habe ich gleich den Gehweg genommen.

Ich bin ganz am Rand gegangen und auf einmal kam mir ein gelbes Auto entgegen, weil der junge Mann sehr schnell gefahren ist, bin ich auf der Wiese stehengeblieben, damit er vorbei fahren kann. Er fuhr vorbei und hupte ganz laut. Ich dachte mir nichts dabei  „so sind die Jugendliche halt, sollen die halt ihren Spaß haben“ dachte ich mir.

Nach ungefähr drei Minuten hörte ich wieder ein lautes Hupen von hinten. Dieses Mal waren sie zu zweit und fuhren ganz langsam hinter mich. Das Fenster haben sie offen gehabt. Als sie bei mir vorbei fuhren schreien die ganz laut „fuck you, Neger!“. Na bumm! Ich war erschrocken und überrascht. Denn sehr oft vergesse ich, dass ich schwarz bin – die Hautfarbe ist mir einfach egal. Ich dachte, ich bin am Land sicher.

Ich hätte mich sehr gerne mit ihnen unterhalten, einfach um zu wissen, wie sie denken. Woher sie kommen. Wie ihre Kindheit war. Ich will wissen, was sie mit ihrem Verhalten erreichen wollen, indem sie die anderen Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe beleidigen.

Bekommen sie so wenig Aufmerksamkeit zu Hause, dass sie die Aufmerksamkeit woanders suchen? Ich wollte wissen, wie sie sich nachher fühlen. Ich will sie verstehen. Woher kommt der Hass? Ist es vielleicht der Neid, dass ich besser sein könnte als sie? Ich habe irgendwo gelesen, dass Rassisten eine sehr niedrige Bildungsniveau haben. Mittlerweile bin ich mir nicht ganz sicher.

Ich merke, seit dem Flüchtlingsstrom ist die Fremdenfeindlichkeit in Österreich gestiegen. Egal, wie wir uns anpassen, werden die Ausländer mit sichtbarem Migrationshintergrund nie als Österreicherinnen angenommen werden. Wir werden immer gefragt „woher kommst du denn ursprünglich?“.

Mir ist es einfach wichtig, dass meine Kinder gestärkt sind, sodass sie mit dem Rassismus umgehen können. Um sie mache ich mir Sorgen. Daher ist es meine Aufgabe, sie zu bestärken. Ich werde nicht immer da sein, sie zu beschützen, irgendwann müssen sie in die Welt hinaus. Wenn diese Zeit kommt, möchte ich, dass sie gestärkt und gesund hinaus gehen.  Sie dürfen sich nicht alles gefallen lassen. Ich pumpe sie mit Selbstbewusstsein, bis sie ganz voll damit ist. Denn Rassismus ist da und die Augen zu schließen und zu tun, ob der nicht existiert, ist falsch. Unsere Kinder müssen vorbereitet werden.

Ich fühle mich heute nicht beleidigt, ich empfinde auch keine Wut, oder Hass, denn ich weiß es hat nichts mit mir zu tun. Die zwei Jugendliche taten mir einfach leid. Jedes Mal danke ich meiner Mutter für ihre gute Erziehung und meinen Brüdern für die gesunde und glückliche Kindheit. Ich bin sehr tief verwurzelt und von meiner Familie bekam ich mehr als genug Selbstbewusstsein, dass mich fast nichts aus der Fassung bringt. Hassen habe ich nicht gelernt und es ist verdammt schwierig in meinem Alter Hassen zu lernen. Will ich auch nicht.

Ich bin auch froh für meine nette österreichische Freunde. Ich weiß, es gibt schlechte Menschen überall, das hat nichts mit Österreich zu tun. Gott sei Dank gibt es auch sehr viele nette Menschen. Ich werde mich nicht verstecken, nur weil es ein paar dumme Feiglinge da draußen herum laufen. Ich werde raus gehen und meinen Kopf in die Höhe strecken wie eine Kobra. Sie sollen sich schämen und sich verstecken.

An meine liebe österreichische Freunde; fangen wir jetzt schon an mit unseren Kindern über Rassismus zu reden. Sagen wir ihnen, wie er verletzen kann. Geben wir ihnen gute Werte mit, erziehen wir sie zu selbstbewussten und freundlichen Menschen, die anderen respektieren. Sie sind die Zukunft. Was ein Kind in seiner Kindheit lernt, verlernt er als Erwachsener nicht. Rassismus betrifft nicht nur Ausländer, sondern uns allen.

An die Ausländer mit sichtbarem Migrationshintergrund; pumpt eure Kinder mit Selbstbewusstsein, bis sie sich davon nicht mehr retten können 😉 . Fang früher an, mit denen offen über Rassismus zu reden, es ist nie zu spät. Beantworte alle ihre Fragen diesbezüglich. Erzähl ihnen über deine Erfahrungen und wie du damit umgegangen bist. Sei da für sie und sag denen, die sind genug so, wie sie sind. Denn sie sind nirgendwo sicher, egal ob am Land, oder in der Stadt.

Ein Mensch mit genug Selbstbewusstsein hat es nicht nötig anderen zu beleidigen, damit er sich gut fühlt. Rassismus ist niemals zu entschuldigen und darf niemals akzeptiert werden.

„Train up a child in the way he should go, and when he is old he will not depart from it.“

Bis bald!

Eure Easter.

Ja, Neger ist ein Schimpwort. Hört auf damit!

Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen zu hassen. Menschen müssen zu hassen lernen und wenn sie zu hassen lernen können, dann kann Ihnen auch gelehrt werden zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil. Nelson Mandela

Hallo – alle miteinander,

wir Schwarzen, wollen nicht Neger genannt werden. Ich will nicht Negerin genannt werden. Hört auf damit! Für die, die es nicht wissen, Neger ist ein Schimpfwort. Für die älteren Menschen, die noch Negerlein zu kleinen Kindern sagen, hört auf damit! Die Sklaven wurden so genannt und mittlerweile sind wir in der 21. Jahrhundert.

Ich habe vor ein paar Tagen einen Beitrag darüber geschrieben. Ich habe viele Feinde gemacht. Ich habe gemerkt; solange ich negativ über die Ausländer schreibe; wie kriminell sie sind, wie sie sich nicht anpassen wollen, Deutsch lernen sollen usw, werde ich gefeiert. Schreibe ich jedoch über Rassismus in Europa und, wie wir täglich mit ihm konfrontiert sind, werde ich verteufelt.

Kritik kann auch motivieren und es ist eine Bestätigung für mich weiter über Rassismus zu schreiben und ihn zu verdammen. Ich bekomme Nachrichten, ich sollte damit aufhören, werde ich nicht!

Keiner sollte unsere Geschichte schreiben, wir werden sie selber schreiben. Es gibt Ausländer, die voll integriert sind und sich angepasst haben – die gerne hier leben und wollen weiterhin friedlich hier leben. Wir wollen nicht mit den anderen in den gleichen Topf hineingeworfen werden. Schlechte Menschen gibt es überall.

An die Ausländer; steht auf und schreibe über eure Erfahrungen mit Rassismus. Sagt nein zu Rassismus – laut und deutlich. Jeder Mensch hat eine Stimme und wir werden unsere Stimmen nutzen, Rassismus zu bekämpfen. Rassismus verletzt die Seele und das Herz. Kein Mensch ist besser, als der andere. Am Ende sind wir sowieso alle tot, egal ob weiß, grün, gelb oder schwarz.

Als wir(meine Brüder und ich) einmal einen weißen Mensch Schwein genannt haben, wurden wir bestraft und wir mussten eine Woche am Feld arbeiten. Mein Vater war gescheit genug dieses Verhalten zu verurteilen. Jetzt verstehe ich warum. Es tut weh, den anderen als minderwertig zu bezeichnen, egal ob aufgrund seiner Hautfarbe, Herkunft, Religion, Kultur, Sprache usw.

Ich habe mit anderen Afrikanern gesprochen und herausgefunden, dass wir keinen abwertenden Namen für weißen Leute haben. Wieso denn auch? Die sind genauso Menschen, wie wir! Außerdem haben wir es nicht nötig anderen zu beleidigen, um uns großer zu fühlen.

Ich möchte nicht, dass meine Kinder Neger genannt werden. Für sie kämpfe ich – für eine bessere Zukunft.

Jeder Mensch hat Angst vor dem Fremden. Aber, das bedeutet nicht, dass ich ihn beleidigen und erniedrigen darf.

 

Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere. Nelson Mandela.

 

Bis bald!

Eure Easter.

„die Neger können ja doch gut spielen“…..

In der Wut verliert der Mensch seine Intelligenz – Dalai Lama

Hallo – alle miteinander,

gestern spielte Nigeria und Island. Beide Mannschaften waren gut. Die beste Mannschaft gewann zwei zu null und die war Nigeria. Meine Kinder und ich haben das Spiel bei uns im Sportverein mitverfolgt. Als das Spiel aus war, steht einer hinter mir und sagte zu dem anderen „die Neger können ja doch gut spielen“, aber mit einem abwertenden Unterton. Ich sagte nichts und fragte mich stattdessen „ist Neger ein Schimpfwort“?

Unten ist eine Erklärung aus Wikipedia diesbezüglich.

Der Ausdruck entwickelte sich in den Vereinigten Staaten, als dort schwarze, aus Afrika verschleppte Menschen Sklavenarbeit verrichten mussten.

Das Wort war in den Vereinigten Staaten die Bezeichnung der Weißen für ihre schwarzen Sklaven. Ebenso belegt ist die Verwendung durch die britischenKolonialherren in ihren indischen und sonstigen Kolonien. Spears[2] zeigt in einer Auflistung von fast 20 Beispielen, dass das Voranstellen von nigger vor geläufige Alltagsbezeichnungen deren Bedeutung in beleidigender oder abwertender Form verändert (Beispiel: nigger steak für eine Scheibe Leber).

Es ist aber nicht nur im Englischen ein belastetes Wort, sondern wird auch im Deutschen zuweilen als Schimpfwort verwendet.[3] Das Schimpfwörterbuch von Pfeiffer in der Version von 1996 verzeichnet:

Als meine Kinder klein waren und noch im Kinderwagen saßen, habe ich jeden Tag mit dem Kinderwagen große Spaziergänge gemacht. Ältere Damen blieben sehr oft neben meinem Kinderwagen stehen und wollten hineinschauen. Sie waren sehr neugierig, denn ein paar haben noch keine schwarz – weiß Kinder gesehen.

Sehr oft bekam ich zu hören „maaa, so a liabes Negerlein“, aber mit einem freundlichen Ton. Sie meinten es nicht böse, ganz im Gegenteil. Sie haben nachher Fragen gestellt und wollten wissen wieso das Kind nicht ganz schwarz ist. Ganz geduldig habe ich ihnen erklärt, dass alle Kinder bei der Geburt hell sind, sogar Kinder, die ihre Eltern beide schwarz sind. Nach und nach bekamen sie die wunderschöne dunkle Hautfarbe.

Ich habe einen Cousin, der Otieno heißt. Otieno war das erste Mitglied unserer Familie, das nach Europa flog um zu studieren. Als er zurück kam, waren wir alle neugierig und wollten wissen, wie es ist in Europa zu leben. Das war vor fünfundzwanzig Jahren. Otieno blieb nur zwei Jahren in Europa und kam schwer traumatisiert zurück nach Hause. Damals war Rassismus in den europäischen Ländern unvergleichlich.

Einmal erzählte er uns, dass weiße Menschen nicht jeden Tag duschen. Übrigens, ich kann Generalisierung nicht ausstehen. Alle in einen Topf zu werfen grenzt schon an eine Dummheit meiner Meinung nach. Ich war aber noch ein Kind und wir waren sehr erschrocken, denn wir dachten in Europa hat jedes Haushalt fließendes Wasser und duschen sollte kein Problem sein.

Bei mir zu Hause haben wir jeden Tag geduscht, egal wie knapp das Wasser war. Ins Bett zu gehen ohne zu duschen, war ein Tabu. Ich dusche hier jeden Tag, meine Kinder auch. „Eine Frau sollte jeden Tag duschen“ sagte meine Oma sehr oft. Übrigens, als ich nach Deutschland kam, dusche ich weiterhin jeden Tag. Meine Gastmama sagte mir, ich sollte nicht jeden Tag duschen, die Kinder durfte ich auch nicht jeden Tag duschen. Wie ich gelitten habe! Ich habe bitterlich geweint bis sie mir Duschen wieder erlaubten.

Meine Mama kam nach Österreich, als ich mein erstes Kind bekam. Damals wurde mir im Krankenhaus gesagt, ich sollte das Kind höchstens zweimal in der Woche waschen. Meine Mama war fix und fertig wegen dieser Information. Sie meinte ein Kind muss jeden Tag gewaschen werden, was sie auch tat. Meine Kinder leben noch.  Andere Länder andere Sitten.

Zurück zu meinem Cousin und seiner Erzählungen. Dass weiße Menschen nicht duschen, hat uns überrascht. Fortan haben wir, wenn wir irgendwo einen weißen Mensch gesehen haben, ihn „anguro“ genannt. Anguro heißt Schwein in meiner Muttersprache. Schweine duschen nicht und wühlen sich im Treck herum. Wir waren jung und dumm. Mein Vater hörte uns einmal und wir mussten die ganze Woche am Feld arbeiten, danach haben wir das Wort nie wieder gesagt.

Für viele ältere Menschen ist das Wort Neger kein Schimpfwort, sie haben immer Neger zu schwarzen Leuten gesagt. Junge Menschen wissen ganz genau, dass es ein Schimpfwort ist. Es wird meistens mit einem unfreundlichen und abwertenden Ton gesagt, als ob der Neger minderwertig ist.

Meine Tochter wurde einmal auf dem Weg in die Schule von ein paar Jugendlichen, Negerin genannt. Das Kind hatte keine Ahnung was das Wort bedeutet. Ich habe es ihr erklärt und ihr gesagt; solche Menschen haben sehr wenig Selbstbewusstsein, sie wollen dich klein machen, damit sie sich groß fühlen. Sie wollen dich auch provozieren, sie suchen auch Streit. Gib ihnen das nicht, sie haben deine Zeit nicht verdient.

Ich sagte ihr weiter. Es hat gar nichts mit dir zu tun, sondern mit ihnen und ihrer Haltung, Ignoranz und Dummheit. Du bist genug so wie du bist und lass es niemals zu dir das Gegenteil zu sagen. Oh wie oft ich schon dieses Wort gehört habe. Vor kurzem gehe ich bei ein paar Jungendlichen vorbei, sie fingen an zum Lachen und sagten laut „scheiß Negerin“. Bin ich wütend? Nein, sie tun mir einfach leid.

Seien wir mal ehrlich. Ein Leben ohne Rassismus sehe ich im Moment nicht. Rassismus und Diskriminierung sind immer noch alltäglich, da müssen wir die Realität sehen. Eine Freundin von mir saß einmal im Zug in der ersten Klasse nach München. Sie war die Einzige, die kontrolliert wurde. Wie ist das, wenn man bei der Kontrolle im Zug als einziger seinen Ausweis zeigen muss?

Fußball sollte Menschen zusammen bringen. Beim Fußball sollte die Hautfarbe, Frisur usw egal sein. Ich hoffe, wir werden eine Fußballweltmeisterschaft ohne Rassismus erleben, ich wünsche es mir sehr,

Allerdings kann Rassismus überwunden werden, davon bin ich überzeugt. Aber, jeder sollte mitmachen und mitwirken. Rassismus kann nur mit Liebe überwunden werden. Es fängt mit dir und mit mir an. Sagen wir nein zu Rassismus und Diskriminierung!

Nächstenliebe beginnt zu Hause.

 

Bis bald!

Eure Easter.

„Jessas! Wieso sogn Sie mia ned glei am Telefon, dass Sie schwoz san“.

„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dingen tun, werden das Antlitz dieser Welt verändern.“ Ein afrikanisches Sprichwort.

Hallo – alle miteinander,

als Kind hat meine Mutter sehr oft mit mir geschimpft „Kind, bitte erst nachdenken, dann reden“! Ich bin mit vier Brüdern aufgewachsen. Sie waren großer,schneller und stärker. Ich war viel kleiner und nicht so schnell. Hätte ich beim Reden nachgedacht, wäre ich nie zu Wort gekommen.

Meine Mutter hat irgendwann aufgehört mit mir zu schimpfen, denn sie hatte gemerkt; so bin ich und ändern werde ich mich wohl nicht. Bis heute rede ich einfach aus dem Bauch heraus, dann denke ich darüber nach, was ich gesagt habe. Hauptsache ich habe es gesagt. So bin ich und ich entschuldige mich nicht dafür. Meine Kindheit hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.

Ich habe nie mit Puppen gespielt, sondern Bäume geklettert, in den Fluss hineingesprungen, gerauft usw. Schwimmen lernte ich im Victoriasee, meine Brüder schwammen mit mir hinein und schwammen wieder hinaus, ich hinterher, wie ein Baby Nilpferd. In der Ortschaft glaubte viele, dass meine Mutter fünf Buben hatten, bis ich irgendwann mit fünfzehn meine Brüste bekommen habe 🙂 . Vorher sah ich aus, wie ein Bub, benahm mich auch genauso.

Ich wollte unbedingt Fahrrad fahren lernen, da nahmen sie mich auf den Hügel hinauf, setzten mich auf das Fahrrad und sagten „los!, wir sind hinter dir“! Fünf Minuten später saß ich im Schubkarre auf dem Weg ins Krankenhaus – und vier verzweifelten Buben rannten hinter mich her. Eine Woche später bin ich gefahren, wie Lance Amstrong 🙂 . Übrigens, das Fahrrad war viel großer, als ich! Es grenzt heute noch an ein Wunder, dass ich noch lebe 🙂 .

In der Liebe bin ich genauso ein Bauch-Mensch. Ich liebe mit vollem Herzen, egal wie oft ich verletzt werde. Was wäre das Leben ohne die Liebe? Ich vergebe schnell und habe keine Zeit nachtragend zu sein. Außerdem habe ich von meiner Oma gelernt, mich aufrichtig zu entschuldigen, wenn ich jemanden verletze.

Mein Vater hat mich sehr oft verteidigt und beschützt, wenn ich wieder zu schnell geredet habe und die Buben mit mir raufen wollten. Als ich elf Jahre war, starb mein Vater. Ich lernte nachher sehr schnell mich bei meinen Brüdern durchzusetzen, sonst wäre ich untergegangen. Ich merkte auch bald, dass ich beim Reden und Denken schneller war 🙂 . Wenn wir strategische Spiele spielten, war ich die erste die schneller fertig war. Ha!

Ich muss auch sagen, dass meine Brüder mich immer beschützt haben, vor allem, wenn Mama nicht in der Nähe war. Keiner hat sich in der Schule oder bei uns im Ort getraut, mich zu ärgern. Nur sie dürfen mich ärgern. Oh ich war die Prinzessin und ich hatte meine Bodyguards, die mit mir wie die Hähne gestritten haben, wenn wir wieder Zuhause waren. Aber, wir haben immer zusammengehalten und uns sehr schnell versöhnt, wenn wir wieder einmal zu heftig gestritten haben. Ich versuche es meinen Kindern beizubringen, wie wichtig das Zusammenhalten ist und sich zu versöhnen. Meine Oma sagte sehr oft „geh nie mit einem wütenden Bauch ins Bett“.

Zusammenhalten ist für uns Migranten sehr wichtig, vor allem, wenn wir weit weg von Daheim sind. In meiner Ortschaft waren wir wie eine große Familie. Wir Migranten verlernen vieles, wenn wir hier ankommen. Was macht Europa mit uns? Dass viele von uns kaltherzig und gefühllos werden? Dass manche sogar kriminelle Tätigkeiten verfolgen?

Diese Gesellschaft ist sehr fleißig, sie hat sehr viel geschaft- Aber, sie kann auch sehr einsam und egoistisch sein –  Ich-bezogen. Je mehr man hat, desto mehr will man. Viele Menschen leben mittlerweile in ihrer kleinen eigenen Welt, sie registrieren ihr eigenes Umfeld gar nicht mehr. Der Mensch wird immer mehr zum Egomane.

Die Drittland Gesellschaft ist noch sehr herzlich und gelassen, aber sie kann auch sehr faul sein. Sie hat wenig, ist aber damit zufrieden. Es gibt Vorteile und Nachteile in beiden Gesellschaften. Keine ist besser, als die andere.

Wie kann ich die guten Eigenschaften der zwei Gesellschaften kombinieren ohne, dass ich egoistisch, krank und faul werde? Aber fleißig, herzlich und diszipliniert? Mein Rezept; ich weigere mich alles anzunehmen, ich nehme nur das an, was mir gut tut; Ich sage ja zu Fleiß und Disziplin. Meine Herzlichkeit, Gelassenheit, die innere Zufriedenheit und mein Lächeln behalte ich, egal was passiert. Diese Kombination ist großartig!

Vor kurzem starb ein Kenianer, der vorher auf der Straße lebte. Er hatte Lungenentzündung, höchstwahrscheinlich auf der Straße eingefangen. Sein Tod brachte mich zum Nachdenken. Wieso entschied er sich nicht rechtzeitig zurück nach Hause zu seiner Familie zu kehren? Wieso bekam er keine Hilfe von Migranten „Community Abroad“?

Was tut man, wenn man weit weg von zu Hause ist? Ich kam hier alleine ohne meine Familie. Das erste Jahr war brutal. Ich hatte Heimweh und war das erste Mal mit Rassismus konfrontiert. Ich hatte fast einen Herzinfakt erlitten, als ich das erste Mal den Schnee gesehen habe. Viele Migranten kommen hier und erleben eine komplette andere Welt.

Alles ist anders; das Essen, die Menschen, die Sprache, das Wetter, einfach alles. Viele haben mit Depressionen zu kämpfen. Weil sie diese Krankheit nicht kennen, unternehmen sie nichts dagegen und landen irgendwann auf der Straße, in der Psychiatrie, oder wird kriminell.

Wir zeichnen meistens ein perfektes Bild von Europa zu Hause. Daher haben wir Angst von unserer Familien nach Hilfe zu fragen, oder gar zurück nach Hause zu kehren, wenn wir mit dem Leben hier nicht zurechtkommen. Denn wir schämen uns, dass wir es nicht geschafft haben. Lieber sterben wir in Europa auf der Straße, als zurück nach Hause zu kehren.

Es hat mir auch eine große Überwindung gekostet, bis ich angefangen habe, zu Hause über Schattenseites Europas zu berichten. Ich habe herausgefunden, dass viele Migranten untereinander sich schämen über diese heiklen Themen zu reden, wie etwa, die Arbeitslosigkeit, Depressionen, Alkoholismus, Drogenkonsum, Scheidungen usw. Lieber treffen wir uns auf Feiern und tanzen die ganze Nacht, als über diese Themen zu reden.

Es ist sehr schwierig als Migrant in Europa Fuß zu fassen. Daher brauchen wir Migranten, die hier schon Fuß gefasst haben, die die anderen bei der Hand nehmen und ihnen den Weg zeigen. Ja, viele brauchen Unterstützung. Ich bin der Meinung, dass eine Person, die schon in der selben Situation war, dem anderen in der ähnlichen Situation am besten helfen kann.

Manchmal erzähle ich meinen österreichischen Freunde, wie weit offener und verdeckter Rassismus in Europa verbreitet ist und wie sehr er verletzen kann – wie viele Migranten, vor allem, die mit sichtbarem Migrationshintergrund damit fast jeden Tag konfrontiert sind. Viele meiner Freunde haben keine Ahnung wovon ich rede. Denn viele haben noch nie Rassismus am eigenen Leib erlebt. Oder wenn ich ihnen erzähle, wie schwierig es ist für die Migranten mit sichtbarem Migrationshintergrund, eine Arbeit zu finden, trotz super Ausbildung, wollen viele mir nicht glauben.

Sehr oft werden wir als faul dargestellt, dass wir nicht arbeiten wollen und nur von der Sozialhilfe leben wollen. Glaubt mir, viele Migranten wollen arbeiten und schämen sich von der Sozialhilfe leben zu müssen.

Einmal bei einem Vorstellungsgespräch wurde ich gefragt, wieso ich vorher nicht gesagt habe, dass ich schwarz bin, zwar in tiefstem Dialekt :-). Oh ich liebe die Dialekte. Ich ohne nachzudenken fragte sie „wieso haben Sie mir nicht gesagt, dass Sie weiß sind?“ Ich bekam den Job nicht. Auch gut.

Bei einem anderen Gespräch wurde mir gesagt  „wir haben schon einen schwarzen, das reicht“. Ich ohne nachzudenken, sagte „na, alle gute Dinge sind ja bekanntlich drei, ich habe noch eine schwarze Freundin, die super ausgebildet ist und eine Arbeit sucht“. Ich bekam den Job nicht. Dann habe ich mein Foto ausgetauscht mit dem von meiner österreichischen Freundin. Ich habe noch nie so viele Einladungen bekommen. Ich ging hin, sah die überraschenden Gesichter und bekam die Jobs nicht. Mein Verdacht wurde aber bestätigt.

Österreich ist leider noch nicht bereit für gut gebildeten Migranten. Öfters sind ihre Ausbildungen nicht anerkannt. Und viele Einheimischen haben vor denen Angst, dass sie ihnen die Arbeit wegnehmen, was ein totaler Blödsinn ist. So viel Wissen geht verloren. Im Pflegebereich, Zirkus usw, sind wir gerne gesehen.

Bitte Migranten, die schon hier Fuß gefasst haben, zeigt den anderen den Weg, nimmt sie bei der Hand und unterstütze sie. Lasst sie erzählen, wie es ihnen geht. Manchmal braucht man nur jemanden, der einem zuhört und versteht. Unterstützen wir uns gegenseitig, sei es bei der Jobssuche, Wohnungssuche, Deutsch lernen, Freunde finden, oder nur reden.

Ganz wichtig; erzählen wir zu Hause die Wahrheit über Europa, wie es uns hier wirklich geht. Sodass wenn es uns schlecht geht, können wir zu Hause nach Hilfe fragen, oder einfach zurück nach Hause kehren, ohne uns zu schämen, versagt zu haben. Denn woher sollen die wissen, wie es uns geht, wenn wir nur eine heile Welt vortäuschen?

Viele Migranten sparen jahrelang, damit sie endlich nach Hause fliegen können und protzen, wie gut es denen in Europa geht – dabei haben sie manchmal nicht einmal eine fixe Arbeit. Sie nehmen Schulden auf, kamen aber pleite und depressiv zurück – und ich frage mich wofür? Dabei geht es denen Zuhause manchmal viel besser, als uns hier in Europa.

Nach Hilfe zu fragen ist keine Schande, sondern eine Stärke.  Seien wir ehrlich zu uns selbst, dann werden wir die Ehrlichkeit nach außen ausstrahlen. Es gibt keine Schande über deine Schwächen und tägliche Kämpfe zu reden.

An Österreicher; viele von uns wollen arbeiten, nur wir bekommen die Chance nicht. Viele machen die anderen Jobs, die sie nicht gelernt haben, weil sie keine andere Wahl haben. Nicht alle Migranten sind faul und kriminell.

Liebe besiegt jeden Hass.

Mögen wir freundlich miteinander umgehen.

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Umoja ni nguvu, utengano ni udhaifu – Ein Suaheli Sprichwort

Auf Deutsch übersetzt – zusammen sind wir stark.

 

Bis bald!

Eure Easter.