Bemerkenswert

Kulturschock erleben um überleben zu können.

Dies ist die Kurzfassung des Beitrags.

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Jedes Mal, wenn ich zurückblicke, wie ich nach Europa kam, muss ich schmunzeln :-). Was für einen Kulturschock!

Ich habe eine große Familie. Mein Großvater hatte fünfundzwanzig Frauen – Du hast richtig gehört – fünfundzwanzig! So etwas wie ein Königreich – und ich als Prinzessin in der Mitte! Hihi …
Jeder kann sich jetzt denken, wie groß meine Familie ist. Meine Großmutter war die dritte Frau meines Großvaters. Auf meinen Vater bin ich umso stolzer, als er nur eine Frau heiratete und bis zu seinem Tod ausschließlich an ihrer Seite war. Für mich ist er ein Held, weil er mit der Tradition meines Großvaters gebrochen hat.
Ich bin auch mit vier frechen Brüdern aufgewachsen. Mich durchzusetzen, lernte ich schon als Kind. Meine glückliche Kindheit war voller Liebe und Abenteuer.

Von klein auf sind wir schon mit verschiedenen Kulturen in Berührung gekommen. Mein Vater studierte Tiermedizin und war viel auf Reisen. Jedes Mal, wenn er von einem Land zurückkam, hat er uns von dessen Menschen und Kultur erzählt. Er sagte immer „Wenn Du willst, dass deine Kultur wahrgenommen und respektiert wird, musst du die andere Kultur auch respektieren!“.

Einmal als er aus Amsterdam zurückkam, erzählte er uns, wie bunt die Stadt und wie freundlich die Menschen wären. Ich war elf Jahre alt und ich beschloss schon damals, in Europa zu studieren und möglichst viele Sprachen zu erlernen. Elf Jahre später hörte ich dann von einem Au Pair Programm. Als Au Pair kommt man zu einer Familie und betreut die Kinder. Dafür bekommt man Taschengeld. Eine Familie war schnell durch eine Agentur im Internet gefunden. Deutschland hatte mich immer schon fasziniert. Autos „Made in Germany“, sehr gute Fußballer usw. – daher entschied ich mich für dieses Land.

Meine Gastfamilie hatte vier Kinder. Die Mutter war eine evangelische Priesterin, der Vater ein IT-Spezialist. Bessere Umstände konnte ich mir nicht vorstellen.
Da ich mit fünf Brüdern aufgewachsen war (und immer noch lebe – hihi);  war ich überzeugt, dass mich nichts aus der Bahn werfen könnte. Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein hatte ich reichlich. „Mit dieser Familie werde ich schon fertig“ dachte ich.

Als einziges Mädchen in meiner Familie von allem loszulassen war nicht leicht für mich. Meine Mama meinte damals „Ich habe dich gut erzogen, Du wirst schon klarkommen. Finde deinen Weg“. Was für eine kluge Mutter! Ein bisschen traurig war ich irgendwie darüber, dass mich meine Familie so leicht zu „entlassen“ schien. Aber heute bin ich froh, dass man mich gehen ließ.
„Kindern gibt man starke Wurzeln, wenn sie klein sind und später Flügel, damit sie alleine fliegen können“ sagte meine Oma. Sie stand mir sehr nahe. Sie betete für mich und segnete mich.

Jetzt aber zu meinem Kulturschock 😉

Ein paar Wochen später bin ich in den Flug hineingestiegen, mein Koffer war voller Hoffnungen und Aufregung. Das Essen im Flugzeug kannte ich nicht, daher aß ich auch nichts. Cola und Fanta trank ich aber reichlich ;-). Stunden später bin ich in Zürich gelandet. Was für einen Flughafen! Vor lauter Staunen und Schauen habe ich gar meinen Flug nach München verpasst. Die Dame am Schalter tröstete mich und organisierte mir einen Flug nach Frankfurt. Von dort sollte ich mit dem Zug nach München fahren. Ich – jung und naiv – glaubte, Frankfurt und München wären nur ein paar Kilometer auseinander und wenn ich den Zug verpassen würde, könnte ich zu Fuß gehen. Zu Fuß gehen „kann ich“. Ich bin viel gegangen in meiner Kindheit. Aber von Frankfurt nach München?

Meine Gastfamilie wartete schon am Flughafen München. Da ich kein Handy hatte, konnte ich sie aber nicht über „mein Abenteuer“ informieren. In Frankfurt gelandet, fing mein Albtraum damit erst an. Nicht nur, dass mir die Sprache völlig fremd war – von den Menschen will ich gar nicht sprechen. Die traurigen Gesichter und die Hektik sind mir in Erinnerung geblieben. Weil die Menschen nicht lachten, traute ich mich auch nicht, sie um Hilfe zu bitten. Ich hatte keine Ahnung wie Bahn fahren „funktionierte“ und wusste auch nicht, dass ich eine Fahrkarte brauchte. Schließlich hatte ich doch „Nairobi – München“ gebucht. Der Hunger meldete sich langsam – mein Magen knurrte. In diesem Moment vermisste ich meine Familie – vor allem meine großen Brüder, die mich sonst immer beschützt hatten. Ich Küken hatte die wärmste Jacke ausgepackt und Sportschuhe, ich kam im Februar – und trotzdem fror ich. Der „kenianische Winter“ ist halt eine anderer – 20 Grad Celsius unten und Schnee bestenfalls am Kilimandscharo. Der Hunger war noch stärker als die Kälte bedingte nicht Wohlbefinden.
Da fiel mein Blick auf einen schwarzen Mann. Noch nie vorher war ich so froh gewesen, einen schwarzen Mann zu sehen. Und er lächelte mich an – er lächelte! Hatte ich doch zuvor angenommen, in diesem Land wäre Lachen verboten. Ich bin auf ihn zu gerannt, habe ihn umarmt und fing an, bitterlich zu weinen. Der arme Kerl wusste zunächst gar nicht, was er mit mir machen sollte! Dass er Englisch sprach, machte die Sache dann aber ganz einfach – auch wenn wir unterschiedliche Akzente hatten.

In diesem Zusammenhang. – viele in Europa glauben, Afrika wäre „ein Land“. Ich wurde gefragt, welche Sprache man in Afrika sprechen würde – ob das etwa „Afrikanisch“ wäre.
Also erstens – diese Sprache existiert nicht. Afrika ist der zweitgrößte Kontinent mit fünfundfünfzig Ländern. Und nein – wir haben keine gemeinsame Kultur, keine gemeinsame Mentalität und schon gar keine gemeinsame Sprache. Wir wissen auch nicht gleich auf den ersten Blick, woher der „Schwarze gegenüber“ kommt. Wenn wir uns auf der Straße anlächeln, heißt das nicht, dass wir uns kennen. Wir müssen uns nicht kennen, um jemanden ein Lächeln zu schenken. Das steckt in uns drinnen 😉

Da ich zu aufgeregt war, konnte er mich auch nicht verstehen. Meine Angst war zu groß, um mich besser zu verständigen. Der Mann rief meine Gastfamilie an. Gott sei Dank war meine Gastmutter zuhause geblieben, da sie hochschwanger war. Plötzlich hielt ich eine Fahrkarte in der Hand. Es war wie Zauberei. Dabei hatte meine Gastgeberin doch nur online das Ticket gekauft und am Schalter ausdrucken lassen. Ich war zutiefst beeindruckt. Nur fünf Minuten später fuhr mein Zug ab. Ende gut, alles gut – dachte ich – wäre da nicht der große Hunger gewesen, der mich mittlerweile halb umbrachte. Der Schaffner würde auf mich warten – bis der Zug voll ist und ich mir zwischenzeitlich eine Kleinigkeit besorgt hätte – dachte ich mir. Gut, dass mein Retter noch bei mir war und mich darüber aufklärte, dass die Uhren in Deutschland anders ticken. „Willkommen in Deutschland“ sagte er „hier ist Pünktlichkeit das A und O!“ Er hatte Recht – denn plötzlich und auf die Minute genau fuhr der Zug ab. Mit so einem „Ding“ bin ich noch nie zuvor in meinem Leben gefahren. Der Zug war schnell wie ein Flugzeug – nur dass er am Boden fliegt.
Mein „Retter“ hatte mir noch zwanzig Euro mitgegeben. Selber hatte ich nur zehn Euro einstecken – eigentlich genug – aber nur in meiner alten Heimat 😉
Dort wo ich herkomme, ist es üblich, dass Essen durch fahrende Händler im Zug verkauft wird oder man kauft schnell etwas zum Knabbern übers Fenster, wenn der Zug einen Zwischenstopp einlegt. Dort kamen aber keine Händler vorbei und dort wo der Zug stehen blieb, warteten auch keine Händler. Ich habe gelitten wie ein Hund. Übrigens – auch in den nächsten Wochen habe ich den Zug dauernd verpasst, da ich weiterhin hoffte, dass der Schaffner warten würde, bis der Zug voll wäre. Ich lernte aber schnell und nach ein paar verpassten Züge und unnötig gewarteten Stunden bei tiefen Temperaturen im Winter fiel es mir rasch leicht, pünktlich zu sein.

In München wartete bereits meine Gastfamilie auf mich und ich war unheimlich froh, angekommen zu sein. Sie gaben mir einfach die Hand! Was sollte ich damit? Ich dachte, sie würden mich umarmen. Und eine Umarmung hätte an dieser Stelle dringend gebraucht. Dort wo ich herkomme, lieben wir den Körperkontakt. Umarmungen und eine Annäherung durch ein Klopfen auf die Schulter gehören dort zur Tagesordnung. Schon als Kinder wurden wir dauernd am Rücken getragen und so entsteht den Rhythmus. Unsere Mütter tanzten mit uns am Rücken – so wie auch ich meine Kinder gerne am Rücken getragen habe. Ich wollte, dass sie erfahren, wie schön und gesund Körperkontakt ist. Oft werde ich gefragt, wieso Afrikaner so gut tanzen können ohne eine Tanzschule zu besuchen. Jetzt ist das Geheimnis gelüftet ;-).  Ganz schüchtern gab ich meiner Gastfamilie die Hand und ich lernte zum ersten Mal “akzeptieren und respektieren“. Ich würde mich schon mit der europäischen Mentalität anfreunden – früher oder später. So what!

Zuhause bei der Gastfamilie angekommen, gab es zu Abend nur Brot! Was sollte das? Wo ich herkomme, heißen wir unsere Gäste mit einem Festmahl willkommen! Da ich diese Form des Brotes auch nicht kannte, gab ich mich mit Milch zufrieden und ging schlafen. Ein so reiches Land und ich hatte Hunger. In der Früh stand ich deshalb schon sehr zeitig in der Küche und plünderte gierig den Kühlschrank. Sogar das Brot, das ich nicht kannte, schmeckte mir auf einmal sehr gut.

Oh ich habe nicht erwähnt, dass ich nicht wusste wo mein Koffer war. Ich war völlig verwirrt. Als ich in München ankam, fragte mich mein Gastvater wo mein Koffer war – ich hatte keine Ahnung! Mein Gastvater machte ein paar Telefonanrufe und siehe da – er kam ein paar Tage später bei meiner Gastfamilie an! Wieder war ich sehr beeindruckt wie in diesem Land alles schnell lief.

So unterschiedlich wie afrikanische Länder sind, so unterschiedlich sind auch die europäischen Länder – eine Erfahrung, die ich später mit meiner Übersiedelung nach Österreich machen sollte. Obwohl Deutschland und Österreich Nachbarländer sind und eine gemeinsame Sprache pflegen, sind die Menschen mitunter ganz unterschiedlich.

Über diese Unterschiede, wie man damit umgehen kann und was man davon lernt – darüber schreibe ich in meinem nächsten Blog –  und auch darüber, wieso ich mich damals dafür entschied, doch in Österreich zu bleiben, wo ich doch dann meinen zweiten Kulturschock erlebte. Bei allen Gemeinsamkeiten ist der kulturelle Unterschied zwischen Deutschland und Österreich doch sehr groß.

Ein Kulturschock ist eigentlich nichts außergewöhnliches. Man muss nur mit ihnen vertraut werden.  Sie gehören zum Leben. Negative und positive Erfahrungen macht jeder jeden Tag. Nimm einfach die positive Erfahrungen mit, versüße die negative mit ein wenig Humor und marschiere weiter. Segne die Menschen, die dich verletzen und gehe Deinen Weg weiter.

Kulturschocks haben mich stark gemacht und ich möchte sie deshalb nicht vermissen. Lass Dich auch Du nicht daran hindern, die Menschen hier und ihre Kultur kennenzulernen. Denn die Österreicher sind genauso geschockt von der Andersartigkeit unserer eigenen Kultur.

Genießt den letzten Schnee. Der Frühling wird bestimmt bald kommen.

Bis bald!

Eure Easter.

P.S.: Die Österreicher sind eher verschlossen, wenn du wartest, dass sie auf dich zukommen, wirst du sehr lange warten. Wenn Du aber gleich auf sie zugehst, wirst du rasch erfahren wie herzlich und aufgeschlossen sie sind. Den ersten Schritt musst aber Du tun.

 

„Mein Mann mag keine Ausländer!“

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Hallo – alle miteinander,

heute bin ich sehr stolz auf mich. Ich war vier Stunden wandern. Aaaaber, nicht ausschließlich deswegen bin ich auf mich stolz, sondern wie ich meiner Nachbarin meine Meinung klar und deutlich gesagt habe 🙂 .

Ich kam vom Wandern gut gelaunt und glücklich zurück. Da stand meine Nachbarin draußen und hängte ihre Wäsche auf. Unsere Kinder spielen sehr oft zusammen und wir sprechen auch miteinander. Kein enges Verhältnis, aber über das Wetter, die Welt und Gott. Ich sagte frohe Ostern und so kamen wir ins Reden.

Sie fragte mich welche Sprache wir denn immer sprechen. Voller Stolz sagte ich ihr, Englisch, Deutsch und Suaheli. Und wenn meine Freunde mich besuchen, dann Luo. Und sie „mein Mann mag keine Ausländer und beschwert sich immer, wenn ihr diese Sprache spricht“. Ich sagte ihr „das ist sein Problem, nicht meines. Er muss lernen damit umzugehen, ich kann ihm dabei nicht helfen. Ich kann auch nichts dafür, dass er nur Deutsch spricht“!

Ich hoffe, dass sie ihm genau meinen Satz weiter gesagt hat. Letzte Woche war meine Freundin aus Frankreich bei uns, da wurde auch Französisch gesprochen. Der arme war sicher ganz durcheinander. Wahrscheinlich weiß er nicht einmal, dass da Französisch, oder Englisch gesprochen wird. Seine Frau wusste auch nichts über Suaheli, hat sie noch nie gehört. Vielleicht glaubt sie, dass „hakuna matata“ Deutsch ist.

Ich zahle dieselbe Miete, wie er. Ich lebe nicht auf seiner Kosten. Also, kann er mich mal! Mag er mich nicht, sein Pech! Mein Gott, er versucht es nicht einmal mich kennenzulernen, er glaubt einfach er hat das Recht über mich zu urteilen, ohne mich vorher kennengelernt zu haben?

Wer sagt ihm seine Sprache ist besser als meine und ich meine nicht sprechen darf? Ich lebe hier gerne seit fast zwei Jahren. Wenn ich ihn nicht grüße, grüßt er mich nicht. Was will er von mir? Soll ich auf allen vieren gehen und seine Füße küssen, wenn ich ihn sehe, oder was?

Solange er mich nicht in die Quere kommt, mich beleidigt, oder meine Kinder, kann er weiterhin in seiner Dummheit, seinem Hass und Neid schmoren. Ich wage es mir sogar zu behaupten, dass ich seine Sprache besser beherrsche als er 😉 . Neid ist eine Krankheit, er zerfrisst bis man davon nur krank ist.

Seine Meinung wird er mir niemals sagen. Er hat meine selbstbewusste Art schon längst gerochen, deswegen jammert er nur bei der Frau und hofft, dass sie die Drecksarbeit für ihn macht. Solche Menschen wissen ganz genau, wen sie erniedrigen und beleidigen können. Seit fast zwei Jahren lebe ich hier friedlich und er hat mir noch nie was dummes gesagt und wird es auch nicht tun – gut so! Unsere Kinder lieben sich und spielen sehr oft draußen im Garten. Sein Kind jausnet sogar mit meinen Kindern zusammen, was für mich kein Problem ist. Ich unterscheide die Kinder nicht, für mich sind Kinder Kinder.

Nur weil ich hier lebe, muss ich nicht meine Kultur aufgeben. Geht eigentlich gar nicht. Ich liebe die österreichische Kultur, ich schätze und respektiere sie. Ich habe auch eine Kultur und für mich ist es eine Bereicherung zwei Kulturen zu leben. Ich will auch, dass meine Kinder  mit meiner Kultur aufwachsen, sie sind ein Teil davon.

Beide Kulturen sind gleich wichtig für meine Kinder. Ich spreche perfekt Deutsch, ich spreche andere Sprachen auch perfekt – und das ist für mich eine Bereicherung, die ich meinen Kindern weitergeben möchte und auch tun werde. Wenn ich deine Kultur schätze und respektiere und du meine nicht, ist das dein Problem, nicht meines. Trotzdem werde ich weiterhin deine Kultur, Gesetze in deinem Land und Werte respektieren.

Es gibt Menschen, die werden immer etwas finden zum jammern, egal wie die Ausländer sich integrieren; die Sprache lernen, die Einheimische respektieren, die Gesetze beachten, brav arbeiten, Steuer zahlen, die Kultur und die Werte lieben. Diesen Menschen kann man nicht helfen, sie sind mit sich selbst unzufrieden und verbittert. Gib ihnen nicht die Aufmerksamkeit, die sie suchen, sollen die doch woanders suchen!

Deshalb bleib so wie du bist, lasst dich nicht verbiegen, damit du hineinpasst. Es macht ziemlich krank, wenn man mit Zwang versucht dazuzugehören. Zugehörigkeit kann man nicht erzwingen. Bleib dir treue. Verleugne nie deine Herkunft. Sei stolz drauf und gib sie an deine Kinder weiter. Respektiere die Kultur und Werte des andere, lerne seine Sprache und beachte die Gesetze seines Landes.

Ich werde niemals meine Kultur verleugnen, nur damit ich akzeptiert werde. Ich werde niemals mich verbiegen lassen, damit ich die brave Ausländerin bin. Integration kann nur funktionieren, wenn die Gäste und die Aufnahmegesellschaft sich gegenseitig respektieren. Klar müssen die Gäste mehr tun, aber die Aufnahmegesellschaft muss auch ihren Beitrag leisten. Aber, mit so einer Einstellung wird es sehr schwierig sein für die Gäste, die hier gerne leben und weiterhin hier leben möchte.

„hast du ein Problem mit mir, ist es nicht mein Problem, sondern deines und ich kann dir dabei nicht helfen, damit umzugehen, wenn du mit mir nicht darüber sprichst“. – meine Tochter

 

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In diesem Sinne, Frohe Ostern!

Bis bald!

 

Eure Easter.

Meine Tochter, ihr Handy und ich.

„Kinder wurden geboren, wer sie sind und wo genau in der Welt sie sich finden, wenn sie groß werden, und wer sie sein wollen, kann ich nicht entscheiden. Meine Aufgabe als Eltern ist es, sie zu feiern, zu lieben und sicherzustellen, dass sie alles haben, was sie brauchen, um das zu werden, was sie sein wollen.“ – Charlize Theron.

Hallo – alle miteinander,

das Handy für Kinder ist ein schwieriges Thema. Die heutige Jugend wächst mit den elektronischen Geräten, sozialen Medien usw auf. Mein sechs jähriger Sohn weiß schon, wie er den Computer ein und auszuschaltet, sogar wie er ins Internet geht! Erst mit zwanzig Jahren bediente ich einen Computer!

Das Thema Handy können Eltern nicht mehr übergehen. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Wie oft und wie lange sollen die Kinder das Handy benutzen? Es gibt sehr viele Fragen, die Eltern sich vor der großen Entscheidung stellen. Für mich ist es nicht leicht ihnen beizubringen, wie sie damit umgehen sollen, weil ich damit nicht aufgewachsen bin. Ich lerne viel über Technik von ihnen, als sie von mir. Wenn es zu einer Entscheidung kommt, vertraue ich mehr meine Instinkte als Mutter und die Reife des Kindes.

Meine Tochter wird im Mai zehn Jahre alt. Ab September geht sie ins Gymnasium. Sie dürfen das Handy ab und zu im Unterricht für Lehrzwecke benutzen. Also, sie braucht eines. Hilfe! Mein erstes Handy bekam ich mit einundzwanzig und ich war verrückt davon! Sie ist nur zehn, wie soll das funktionieren?

Bis kurzem dachte ich mir, noch kein Handy für sie, frühesten, wenn sie ins Gymnasium geht. Ich möchte sie ja vor der brutalen Welt beschützen. Nach ernsthaften Überlegungen bin ich jetzt einer anderen Meinung. Jedes Kind ist anders, das dürfen die Eltern nicht vergessen.

Meine Meinung nach sollen sie bevor sie viel alleine unterwegs sind, lernen damit umzugehen, zwar zu Hause unter Aufsicht der Eltern. Daher entschied ich mich bevor sie ins Gymnasium geht, ihr ein Handy zu kaufen. Ich möchte, dass sie vorher lernt mit dem Handy umzugehen. Nicht von Freunden, oder in der Schule, sondern von mir. Sie soll lernen Kontrolle über ihr Handy zu haben und nicht umgekehrt.

Ich kann sie jetzt noch begleiten, auf Gefahren im Internet drauf hinweisen. Wenn sie später alleine unterwegs ist, habe ich sehr wenig Einfluss auf ihr Verhalten dem Handy gegenüber. Ich möchte sie jetzt noch vieles beibringen, dann ihr die Verantwortung übertragen, dass sie ohne Beobachtung weiß, was richtig und falsch ist. Und dass sie jeder Zeit mit mir reden kann, wenn ihr etwas komisches vorkommt.

Als erstes bekam sie ein Tasturhandy. Alles gut. Sie hat ständig SMS geschrieben und mich und ihren Papa angerufen. Dann bekam sie ein Smartphone von Freunden mit WhatsApp. Katastrophe! Das Kind ist verrückt geworden! Ihr Leben drehte sich nur um das Handy, sie nahm es sogar auf die Toilette mit. Und wenn sie eine Nachricht bekam, glaubte sie sofort antworten zu müssen! Genauso wie ich damals mit einundzwanzig!

Ich wollte sehen, wie sie damit umgeht, ob sie schon reif genug ist Kontrolle über das Handy zu haben. Falsch! Das Handy hatte völlige Kontrolle über sie. Sie versteckte sich sogar in der Nacht unter der Decke und schaute YouTube Videos an! Sie war noch zu jung Kontrolle über das Handy zu haben. Es ist meine Aufgabe als Mutter, sie zu begleiten und sie auf den richtigen Weg zu führen.

Es war Zeit für ein Gespräch und „leading by example“(führen mit Beispiel). Beim Schlafengehen schalte ich immer mein Handy aus. Ich nehme ungern meine Probleme ins Schlafzimmer mit. Manchmal am Wochenende schalte ich auch mein Handy aus und am Montag merke ich, dass ich nicht wichtiges verpasst habe. Meine Tochter begann auch ihr Handy am Wochenende auszuschalten, damit wir schöne Zeit miteinander verbringen.

In der Nacht liegen alle Handys auf dem Küchentisch. Ich brauchte nichts zu sagen, ich schaltete einfach mein Handy beim Schlafengehen aus, legte es auf den Küchentisch – und siehe da! Sie machte automatisch das Gleiche. Jetzt schalten wir sehr oft unsere Handys am Wochenende aus, damit wir schöne Zeit miteinander verbringen können. Es ist herrlich!

Klar, wollte sie ihrem Papa am Anfang das neue Handy zeigen.  Jetzt merke ich, wenn sie am Wochenende beim Papa ist, bleibt das Handy zu Hause. Ich fragte sie wieso und bekam diese Antwort; „Mama, ich möchte mit dem Papa schöne Zeit verbringen“! Falls sie mich anrufen möchte, nimmt sie einfach das Handy vom Papa. Außerdem mag ich nicht angerufen werden an den Wochenenden, wo sie beim Papa sind. Außer es ist sehr dringend. Sollen sie die Zeit mit ihrem Papa gut verbringen. Diese Zeit gehört nur mir.

Solange ich das gleiche mache, was ich predige, ist sie mit allem einverstanden, was ich versuche ihr beizubringen. Jetzt vergisst sie sogar, dass sie ein Handy hat. Manchmal weiß sie nicht einmal, wo es ist. Endlich hat sie Kontrolle über das Ding und ich hoffe, wenn sie ins Gymnasium geht und sie  ständig alleine mit dem Handy unterwegs ist und äußere Einflüsse ausgesetzt ist, wird sie ihren Weg nicht verlassen.

Jedes Kind ist anders. Ob sie heute, oder morgen das Handy bekommen, ist nicht von großer Bedeutung. Entscheidend ist es, wie sie mit dem Handy und soziale Medien umgehen und das sollte Eltern einschätzen können, sie kennen ja ihr Kind am besten –  und selber das Leben führen, das sie ihren Kindern beibringen möchten.

Nach der Arbeit versuche ich, die Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Daher entschied ich mich mit dem Zug in die Arbeit zu fahren. Ich habe eine Stunde meine Nachrichten zu beantworten, mit Freunden zu telefonieren, Nachrichten zu lesen usw. Es gelingt mir nicht jeden Tag, aber ich tue mein bestes ein besserer Mensch für mich und für meine Kinder zu sein.

Kinder zu vergleichen, bringt gar nichts. Wir Erwachsene wollen auch nicht mit den anderen verglichen werden. Vielleicht wird mein Sohn sein Handy früher oder später bekommen, das hängt von seiner Reife ab und nicht, wann seine Schwester ihr Handy bekommen hat.

Kinder müssen lernen Verantwortung zu übernehmen. Sie lieben es Verantwortung zu übernehmen, solange man sie lässt. Ich möchte nicht meine Kinder ständig beobachten, was sie tun, oder wo sie sind – ist mir zu anstrengend, außerdem habe ich auch ein Leben. Wenn sie noch klein sind, ist klar, dass man schaut, wo sie sind und was sie tun. Später gebe ich ihnen Flügeln, damit sie fliegen können.

Das Leben ist für mich viel leichter, wenn sie im Haushalt mithelfen, wenn sie von alleine ihre Hausaufgaben machen, ohne dass ich schreien muss. Ich sage ihnen auch, dass sie ja nicht für mich in die Schule gehen, sondern für sich und ihre Zukunft. Sie sind stolz auf sich, wenn sie Verantwortung übertragen bekommen, es stärkt das Selbstbewusstsein. Ich möchte nicht alles für meine Kinder machen, das ist für mich keine Liebe, sondern Sklaverei und Abhängigkeit.

Ich bin keine perfekte Mutter, will ich auch nicht sein, ist mir zu anstrengend. Es gibt auch keine perfekte Mütter. Ich möchte auch keine Mutter sein, wie es von mir von der Gesellschaft erwartet und verlangt wird. Ich definiere meine Mutterrolle selbst und vertraue einfach auf meine mütterliche Instinkte. Als Frau und Mutter bin ich genug, wie ich bin. Ich liebe und akzeptiere ich mich mit allen meinen Kanten, Kurven und Ecken.

Mutter zu sein, ist für mich kein Wettbewerb, wer schneller und besser ist. Ich vergleiche mich nicht mit anderen Mütter, ich mache jeden Tag meine Fehler, lernen aus denen und maschiere weiter. Meine Aufgabe ist es meine Kinder zu begleiten, sie zu lieben und zu beschützen. Die Einstellung, für sich selbst einzustehen und sich anderen zuliebe nicht zu verstellen und zu verbiegen. Sie sollen fliegen – viel höher als ich je zu fliegen gewagt habe!

 

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Bis bald!

Eure Easter.

Meine Tochter, meine Partnerwahl und ich…..

Kuzaa sio kazi, kulea ndo kazi – ein Suaheli Sprichwort: Übersetzt auf Deutsch; gebären ist leichte Arbeit, mit Erziehung beginnt erst die Arbeit.

Hallo – alle miteinander,

meine Tochter kam vor ein paar Wochen glücklich nach Hause und erzählte mir vor lauter Begeisterung „Mama, ich sitze jetzt neben Pius(Name geändert). Er ist so schlimm und ich werde ihm benehmen beibringen“! Am Anfang dachte ich mir, was für eine tolle Tochter ich habe, sehr sozial engagiert und kümmert sich um die anderen.

Nach ein paar Minuten läuteten schon die Alarmglocken in meinem Kopf! Ich dachte mir „bitte nicht! Es ist nicht ihre Aufgabe anderen zu reparieren und ihnen benehmen beizubringen“!

Bis am Abend wartete ich, um mit ihr ganz in Ruhe zu reden. Es sollte ein Gespräch ohne Vorwürfe werden, sondern ein Gespräch unter Mädels. Sie setzt sich sehr oft zu mir auf die Couch, wenn der Bruder schon schläft und erzählt mir, wie es ihr geht. Nachdem sie über ihren Tag erzählt hat,  sagte ich ihr, „es ist nicht deine Aufgabe dem Buben benehmen beizubringen. Es ist nett anderen zu helfen, aber sie zu reparieren, ist nicht deine Aufgabe.“

Er hat Eltern und das ist ihre Aufgabe. Diese Rolle ist zu groß für sie meiner Meinung nach. Außerdem ist es die Aufgabe der Lehrerin in der Klasse für Ordnung zu sorgen. Sie hat übrigens eine tolle kompetente Lehrerin.

Meine Kinder lieben meine Vorlesungen am Abend, glaube ich 😉 . Nach der Vorlesung fragte ich sie, was sie denkt. Sie sagte nachdenklich „Mama, wenn er mich stört, sage ich der Lehrerin, oder ich setze mich einfach woanders hin“. Nein, meine Tochter wird niemanden benehmen beibringen, nicht jetzt und nicht später.

Ich, als Mutter ist es meine Aufgabe einen gesunden Partner auszusuchen, der positive Energie zu uns bringt. Einen Partner, der keine Reparatur braucht. Sonst wird meine Tochter nur solche Männer kennenlernen, denn sie hat es anders nicht gekannt und für sie ist es normal Männern Benehmen beizubringen.

Manchmal reden Eltern und glauben, die Kinder  hören uns nicht zu. Sie hören uns zu, sie tun nur so, als ob sie uns nicht zuhören. Ich bin mir sicher, ein paar Sachen bleiben in ihren Köpfen stecken. Bis heute weiß ich vieles, was ich von meiner Mutter gelernt habe. Von ihr lernte ich; nie schlecht über Lehrer vor den Kindern zu reden, sonst verliert das Kind Respekt den Lehrern gegenüber. War ja klar, sie ist Lehrerin 🙂 .

Kinder sollen immer wissen, dass die Lehrer und Eltern zusammenarbeiten. Sonst spielen sie uns gegenseitig aus. Wenn das Kind was negatives über die Lehrerin erzählt, dann vorher mit der Lehrerin abklären, dann mit dem Kind. Vor kurzem hat mir mein Sohn erzählt, dass seine Lehrerin geseufzt hat, als er ihr eine Frage stellen wollte. Mein Sohn stellt ständig Fragen und er will sofort eine Antwort haben. So ungeduldig und neugierig, wie die Mutter 😉 . Ich freue mich sehr über seine Neugier. Ich habe ihm zugehört, ihm gesagt ich verstehe ihn und ich werde mit der Lehrerin bald reden. Kinder lieben es ernst genommen zu werden. Leider habe ich noch keine Gelegenheit gehabt mit seiner Lehrerin zu reden, werde es aber bald tun. Sie ist eine hervorragende strenge Lehrerin, die beste Lehrerin für meinen Sohn.

Im Supermarkt halte ich auch sehr oft meine Vorlesungen „bitte nur das kaufen, was du brauchst. Wir sind gesegnet, dass wir so viel haben, bitte nutzen wir es nicht aus, sondern tun wir mit Gehirn einkaufen und nur das nehmen, was wir brauchen“. Ich dachte sie hörten nicht zu – ich bin wieder die nervige Mama.

In den Weihnachtsferien war meine Tochter für ein paar Tage bei ihrer Freundin. Die Mutter der Freundin, die auch meine Freundin ist, nahm die zwei Mädchen zum einkaufen und sagte meiner Tochter, sie kann sich was(Gewand) aussuchen. Meine Tochter sagte ihr „im Moment brauche ich nichts, da ich alles habe, was ich brauche“.

Meinem Sohn möchte ich beibringen Frauen zu respektieren, gesunde Beziehungen zu führen. In dieser Austauschkultur, wo Internet uns es einfacher macht Partner auszutauschen – wo keiner für die Beziehung kämpfen möchte, ist es wichtig für mich, dass meine Kinder lernen was Zusammenhalt ist.

Wir Frauen neigen dazu zu glauben, dass wir Männer ändern können, so ein Blödsinn. Nur du selbst kannst dich ändern, den anderen kannst du nicht ändern. Viele Frauen glauben, sie haben ihn geändert – merken aber nicht, dass sie sich selbst geändert haben und sind halt toleranter seinem Benehmen gegenüber geworden.

Für Mamis, die alleine sind: Genießt es alleine zu sein. Ein Mann sollte ein Bonus in deinem Leben sein und nicht der Grund, weshalb du glücklich bist. Er sollte dir helfen dich zu lieben, denn vor ihm warst du auch glücklich.  Lerne es dich zu genießen. Wenn du bei einem Mann nicht sicher bist, halte ihn von deinen Kindern fern, bis du irgendwann genug Sicherheit hast. Garantie gibt es nicht, aber Vorsicht ist halt die Mutter der Porzellankiste.

Erziehung ist keine leichte Aufgabe. Manchmal fühle ich mich allein und vermisse meine Familie, vor allem im Winter. In solchen Momente fehlt mir der Rückhalt einer Familie. Die Liebe einer Mutter, die ihre Tochter unterstützt und sie mit Weisheit begleitet. Ich bin unendlich froh, dass die Welt kleiner geworden ist. Fast jeden Tag kann ich mit meiner Mutter sprechen, jedoch vermisse ich ihre Nähe.

Kinder sind eine Bereicherung, keine Frage. Aber, das heißt nicht, dass Kinder automatisch glücklich machen. Ich finde, eine Frau soll vorher mit sich im Reinen sein, bevor sie Kinder bekommt. Eine Frau soll selber entscheiden, ob sie Kinder will, oder nicht. Die Gesellschaft muss lernen diese Entscheidung zu akzeptieren. Eltern, die Kinder bekommen und glauben nachher glücklicher zu werden, erleben oft eine böse Überraschung.

Ich habe vor den Kindern ein glückliches Leben gehabt, ich bin jetzt mit ihnen glücklich, ich werde auch, nachdem sie ausgezogen sind sicher glücklich sein. Ich bin nicht nur Mutter, sondern auch eine Frau geblieben.

Bild könnte enthalten: 1 Person, Text „Let' S teach our daughters it's not about being beautiful. Teach them to be bold. Be silly. Be strong. Be confident. Be independent and intelligent. Be brave and be fierce. Be real, in a world full of fake. Let's redefine beauty.“

 

Bis bald!

Eure Easter.

Rassismus wird uns noch sehr lange begleiten.

Hallo – alle miteinander,

am Montag kam mein Sohn von der Schule nach Hause und sagte mir „Mama, der Ben(Name geändert) hat mich Neger genannt und ich mag es nicht, ich heiße Joel!“. Mein Sohn ist in der ersten Klasse, der Ben in der vierten Klasse. Ich suche das Gespräch bei seinem Vater auf und wollte mit ihm die Situation abklären, ohne die Schulleitung zu involvieren. Leider ohne Erfolg. Ich bin unendlich traurig, dass es zu keiner Einigung gekommen ist. Er sieht es einfach nicht ein, dass sein Sohn meinen Sohn verletzt hat und weigert sich mit seinem Sohn zu reden. Nach hin und her schreiben, habe ich aufgegeben und musste die Schulleitung einschalten.

Neger ist ein Schimpfwort. Punkt.

Jeder Mensch hat einen Namen. Ist es so schwierig andere Menschen zu respektieren?

Vielleicht mag es sein, dass ältere Menschen es nicht böse meinen. Ich jedoch habe bis jetzt keine Geschichten gefunden, wo das Wort positiv besetzt ist. In fast allen früheren  Geschichten ist der Neger der Bösewicht. Neger war/ist immer negativ besetzt. Seien wir einfach ehrlich miteinander. Ich bin schon ein paar Mal als Negerin beschimpft worden und es war NIE lieb gemeint.

In Kenia nennen wir einen Weißen „mzungu“, das Wort heißt „der Reisende“, denn die Weißen sind damals weit gereist, um uns zu kolonialisieren. Wir haben keine Schimpfwörter für Weißen, wieso denn auch? Wörter wie Neger, Bimbo, Schlitzauge, Tschuschen usw habe ich hier kennengelernt. Ich finde es sehr traurig, dass hier Menschen es nötig haben, anderen mit Schimpfwörtern zu benennen.

Die junge Generation sollte es einfach besser wissen und ihren Kindern beibringen toleranter zu sein. Aber, wie es scheint, wird Rassismus uns noch sehr lange begleiten. Was mich manchmal ärgert, sind es die Weißen, die den Schwarzen klarmachen wollen, wie sie sich zu benehmen haben, damit sie akzeptiert werden. Oder die die glauben, alles besser zu wissen und den Schwarzen erklären wollen, dass das Wort Neger eh lieb gemeint ist. Bitte hör auf mit dem Schwachsinn. Viele von euch haben noch nie Rassismus erlebt und wissen nicht, was es heißt aufgrund deiner Hautfarbe ständig  erniedrigt zu werden.

Meine Kinder bestärke ich jeden Tag, um mit solchen Menschen umgehen zu lernen, denn es gibt leider viele davon. Ich glaube, ich werde sie auch bei Karate anmelden. Sicher ist sicher. Es laufen viele Idioten herum und Selbstverteidigung schadet nicht. Meine Tochter ist in der selben Klasse, wie der Bub. Bei ihr hat er gleich am Anfang gemerkt, dass sie sich nicht alles gefallen lässt und ließ sie in Ruhe. Meine Tochter strahlt Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit aus.

Mein Sohn ist noch klein und unsicher, hat erst mit der Schule begonnen. Ich pumpe ihn jeden Tag mit Selbstbewusstsein auf.  Es hat schon bei meiner Tochter funktioniert, bei meinem Sohn wird es auch funktionieren. Da mache ich mir keine Sorge. Es ist auch gut, dass sie jetzt schon mit Rassismus konfrontiert sind. Lieber früher als später. Jetzt kann ich sie noch bestärken und begleiten. Sie werden auch dadurch stärker.

Gestern habe ich mit meinem Sohn gesprochen und er meinte „Mama, der Ben ist nur neidisch, ich kann besser Fußball und schneller laufen, als er. Und ich bin ein schöner Bub 🙂 . Ich hoffe er meint es auch wirklich so und versucht nicht seine Unsicherheit zu verbergen, damit die Mama sich nicht aufregt.

Rassismus hat viel mit Neid und Eifersucht zu tun. Seit ich es herausgefunden habe, tun mir die Rassisten nur leid. Es verletzt mich nicht, sondern macht mich nur traurig, wie dumm Menschen sein können.  Aber, wenn Kinder andere Kinder rassistisch beleidigen, haben sie meistens das Verhalten von zu Hause. Mein Sohn ist nicht der erste, der er beleidigt. Bei uns in der Ortschaft wohnt auch eine ganz netter Familie aus Serbien(glaube ich). Ihre Kinder beschimpft  er dauernd als „scheiß Tschuschen“. Aber, für seinen Vater sind die anderen immer schuld.

Viele Menschen, die anderen aufgrund ihre Hautfarbe, Religion, Herkunft, Geschlecht usw rassistisch beleidigen, haben sehr geringes Selbstbewusstsein. Sie machen die anderen klein, damit sie sich größer fühlen. Sie glauben die anderen sind besser, als sie. Irgendwas haben die anderen, was sie nicht haben, aber gerne hätten. Meine Tochter weiß es Gott sei Dank und genießt die beiden Kulturen in vollen Zügen. Sie ist stolz auf sich und ihre Wurzeln.

Rassismus können wir nur ausrotten, wenn wir mit unseren Kindern anfangen. Viele Kinder haben davon keine Ahnung. Sie bekommen von der Familie und von Freunden viel mit. Haben aber keine Ahnung, was diese Wörter bedeuten und dass diese Wörter verletzen und massive Schäden anrichten können.

Froh bin ich darüber, dass wir eine super Direktorin haben, die mich unterstützt und sogar angeboten hat das Thema Rassismus im Unterricht zu integrieren. Ich bin Feuer und Flame. Ich freue mich sehr und wird sicher mithelfen! Mein Kopf arbeitet schon, wie ich den Kindern beibringen werde, dass Rassismus in unserer Gesellschaft nichts verloren hat. Kinder können in der Gesellschaft viel bewirken. Sie können die Eltern zum Reflektieren und Umdenken bringen – da bin ich mir sicher. Wir dürfen Rassismus nicht verharmlosen. Wir wissen es besser und können die Geschichte ändern. Wo ist der beste Platz anzufangen, als bei unseren Kindern in den Schulen?

Ich habe einen Traum; mögen wir irgendwann miteinander freundlich umgehen, andere Menschen respektieren und einfach die Vielfalt genießen. Mögen wir unseren Kindern beibringen toleranter und respektvoller miteinander zu sein. Sie sind die Zukunft. Man kann nur voneinander lernen.

 

 

 

 

 

 

 

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Bis bald!

Eure Easter.

Wenn Kinder lügen…..

Asiye funzwa na mamaye hufunzwa na ulimwengu – ein Suaheli Sprichwort; wird ein Kind von der Mutter nicht gelehrt, wird es die Welt tun.

Hallo – alle miteinander,

letzte Woche kam mein sechs jähriger Sohn nach Hause und hatte zehn Euro in seiner Schultasche. Ich fragte ihn woher er das Geld hat. Er sagte von seinem Freund Tobias(Name geändert), als Geschenk. Sehr komisch, dachte ich mir. Woher hat ein sechs jähriges Kind zehn Euro?! Ich rief sofort seine Mama an. Sie holte ihren Sohn ans Telefon, der sagte, er hat meinem Sohn kein Geld gegeben!

Seit wann lügt mein Sohn mich an?! Fragte ich mich.

Ich versuchte ruhig zu bleiben und fragte ihn noch einmal, woher er das Geld hat. Er sagte von einem anderen Tobias in der Nachmittagsbetreuung. Ich rief gleich die Nachmittagsbetreuung an und erfuhr, dass es dort keinen anderen Tobias gibt, außer seinem Freund! Ich fragte meinen Sohn zum dritten Mal ganz ruhig, woher er das Geld hat.

Er sagte, „Mama, das Geld habe ich von einem großeren Tobias bekommen, er geht schon ins Gymnasium und wir haben uns vor der Schule bei der Bushaltestelle getroffen“.

Ich sagte, „passt, morgen gehe ich gleich mit dir in die Schule und du zeigst mir diesen Tobias, denn ich will wissen, was du habe machen müssen, damit er dir zehn Euro gibt“.

Nach ein paar Minuten sagt er mir. „Mama, ich habe eigentlich das Geld gefunden.“

Ich fragte ihn „wo denn“?

Er sagte, „auf dem Weg in die Schule“.

Ich, fast beim explodieren, sagte „fein, dann zieh dich an und du zeigst mir die Stelle, wo du das Geld gefunden hast. Wir bringen es zu Gemeinde, damit der Besitzer es wieder findet“.

Auf einmal kamen die Tränen. „Mama, ich habe der Naomi(die Schwester) das Geld genommen. Wir haben gestritten, sie hat mich gehaut und ich wollte es ihr heimzahlen. Außerdem hat sie so vieeel Geld.“

Aha, Eifersucht spielte eine Rolle. Meine Tochter bekommt fünf Euro jedes Mal, wenn sie einen Einser bei der Schularbeit hat. Sie möchte ihr Geld sparen, damit sie sich im Herbst ein Handy kauft, wenn sie ins Gymnasium geht.

Mein Sohn sagte weiter, „außerdem bist du streng und ich hatte Angst, dass du mit mir schimpfst“!

Meine Wut war gleich weg und schon war ich beim reflektieren. Bin ich wirklich so streng, dass meine Kinder sich nicht trauen mit mir zu reden? Oder mir die Wahrheit zu sagen? Wie kann ich mich verbessern, dass sie in Zukunft lernen mit mir offen zu reden?

Meine Erfahrung nach fangen die Kinder mit fünf sechs Jahren zu lügen. Also, mein Sohn ist gerade in der Phase, wo er die Grenzen testet. Ich war sehr überrascht, dass er mich anlügt, nicht nur einmal, sondern mehrmals!

Was tue ich als Mutter, ihn als ein anständiger ehrlicher Mann großzuziehen? Dass er weiß Lügen haben Konsequenzen und stehlen ganz gefährlich ist? Ich nahm ihn in den Arm und wir haben zuerst sehr lange gekuschelt. Er liebt Körperkontakt seit er ein Kind war, Umarmungen liebt er am meisten.

Später haben wir sehr schön miteinander geredet und ich hoffte, er hatte seine Lektion gelernt. Er versprach mir nicht wieder von seiner Schwester, oder von jemandem anderen ohne die Erlaubnis Sachen zu nehmen. Umso mehr war ich überrascht, als er ein paar Tage später ein Beyblade(Spielzeug) von der Nachmittagsbetreuung nach Hause mitnahm.

Die Schwester merkte sofort, dass etwas nicht stimmte. Er kam nach Hause und versteckte sich sofort in seinem Zimmer. Als die Schwester in sein Zimmer ging, merkte sie, dass er mit einem neuen Spielzeug spielte. Die Schwester sagte mir, dass ein Freund von ihrem Bruder in der Nachmittagsbetreuung geweint hat, weil er sein Spielzeug nicht gefunden hat! Die zwei Buben gehen sogar in die selbe Klasse! In dem gleichen Moment schrieb mir die Mama von dem Freund, ob vielleicht mein Sohn aus Versehen die Beyblade mitgenommen hat. Ich sagte ihr „nein, er hat nicht aus Versehen mitgenommen, sondern gestohlen!“ Die Mama war sehr verständnisvoll.

Am nächsten Tag nahm ich meinen Sohn mit in die Schule, er musste sich bei seinem Freund vor der Lehrerin entschuldigen. Ich nahm ihn zur Nachmittagsbetreuung, dort entschuldigte er sich auch. Die Betreuerin sagte mir, sie hatte ihn sogar, bevor er nach Hause ging, gefragt, ob er das Spielzeug gesehen hat. Er sagte nein! Ich erkannte mein Kind nicht mehr! Ich sagte ihm das nächste Mal wird er sich vor der ganzen Klasse entschuldigen. Keiner würde mit ihm spielen wollen, wenn er ihre Spielzeuge stiehlt. Es war keine Einschüchterung, sondern die Wahrheit. Manchmal müssen wir unseren Kindern einfach die Wahrheit sagen.

Als mein Bruder einmal eine Lehrerin vor der ganzen Klasse bloß stellte, nahm ihn meine Mutter mit und er musste sich bei der Lehrerin vor der ganzen Schule entschuldigen. Er war sehr gescheit und forderte die Lehrerin ständig heraus. Aber, sie vor der Klasse bloßstellen, war inakzeptabel und meine Mutter hatte genug. Er lernte seine Lektion und ist bis heute ein anständiger Mann.

Kinder fordern uns ständig heraus und es ist unsere Aufgabe sie zu begleiten. Ihre Bedürfnisse zu erkennen und rechtzeitig zu handeln. Mir ist es wichtig, dass meine Kinder mit mir jeder Zeit reden können. Aber, sie müssen wissen, ich bin zuerst ihre Mutter, dann die Freundin. In meiner Welt ist Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen ganz normal. In meinem Chaos hat Perfektion keinen Platz 🙂 .

Mein Sohn darf dieses Spielzeug bekommen, aber er muss dafür arbeiten. Jede Woche bekommt er einen Euro. Jeden Tag sammelt er Punkte und schreibt sie auf; sei es Müll runter tragen, Geschirrspüler ausräumen, Wäsche aufhängen, Tisch aufdecken und abdecken. Kinder müssen lernen, dass harte Arbeit sich lohnt und von nichts kommt nichts. Meine Tochter wünscht sich auch ein Tagebuch, sie muss es genauso mit Fleiß verdienen. Sonst wollen sie mehr und mehr ohne zu wissen, woher das Geld kommt, werden egoistischer und fangen an zum stehlen, wenn sie nichts mehr bekommen.

Kinder lügen ab und zu. Manchmal wollen sie Aufmerksamkeit, oder angeben. Manchmal wollen sie wissen, wie weit sie gehen dürfen. Es ist eine Phase, die die Eltern sofort besprechen müssen, sonst wird es zu einer Gewohnheit. Aber, stehlen geht gar nicht, da gibt es für mich kein Argument.

Die Welt da draußen ist brutal, sie werden ständig kritisiert, beurteilt und verbessert. Haben sie genug Selbstbewusstsein, können sie bestens mit Kritik und Verbesserungsvorschläge umgehen. Wenn er jetzt schon stiehlt und lügt und wird nicht gleich verbessert, landet er sicher früher oder später ins Jugendgefängnis. Nicht mein Kind, da hat er Pech mit mir!

Natürlich sind wir ihre Vorbilder. Je ehrlicher wir sind, desto ehrlicher werden auch unsere Kinder. Ihnen den Raum zu geben mit uns offen und ehrlich reden zu können, zuzuhören ohne Unterbrechung, sie ernst nehmen, ruhig zu bleiben(ist bei mir verdammt schwierig), und sie mit Liebe zu kritisieren und zu verbessern. Wenn wir sie jetzt nicht verbessern, wird es die Welt tun und sie ist nicht zum Spaßen.

Mögen wir Kraft haben unsere Kinder bedingungslos zu lieben und zu begleiten.

 

Bis bald!

Eure Easter.

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„Ihr könnt mich mal!“

Hallo – alle miteinander,

die heutige Gesellschaft verlangt viel von uns Frauen meiner Meinung nach. Die Werbung versucht uns zu sagen und zeigen, wie Schönheit aussehen soll. Die Promifrauen, die gleich nach der Geburt superschlank sind und sogar im Kreißsaal geschminkt sind, machen uns gerade das Leben nicht leicht. Die junge Mutter ist verzweifelt, denn sie ist nie gut genug. Wie kann sie diesen Gesellschaftlichen Druck entgehen? Meine Meinung; die Gesellschaft, die Familienmitglieder, die besser wissen, wie ich mein Kind erziehen soll, die Werbung, die Promifrauen – ihr könnt mich mal!

Manchmal, wenn ich mit meinen Kindern am Spielplatz bin, fühle ich mich wie eine Rabenmutter. Die junge Mamas laufen ihren Kindern nach und räumen ihnen fast alle Hindernisse aus dem Weg. Ich sitze meistens auf dem Bankerl und genieße die wunderschöne Stimmen der Kinder und die Sonne. Ab und zu werde ich schon schief angeschaut, wenn ich nicht gleich bei meinem Sohn bin, der zu schnell rutscht, oder gerade mit einem anderen Kind streitet – sollen die doch selber ausmachen, Hauptsache sie bringen sich nicht gegenseitig um. Wie sollen unsere Kinder lernen Konflikte zu lösen, wenn wir ihnen gleich bei der Konfliktlösung helfen?

Meine Mutter ist nie uns nachgelaufen. Sie war eine Rabenmutter, genauso wie ich 🙂 . Ich bin mit vier Brüdern aufgewachsen. Gleich nach der Schule haben wir uns mit anderen Kindern verabredet. Wir haben unsere Fehler gemacht und aus den Fehlern gelernt. Wir haben gegenseitig auf uns aufgepasst und sind immer zusammen nach Hause gegangen. Na ja, soviel hat es mir nicht geschadet. Die Wurzeln waren schon tief in mir verankert, die Flügel bekam ich mit einundzwanzig und weg war ich.

Die heutige Mütter haben es nicht leicht. Wir müssen es anderen ständig beweisen, dass wir gut sind. Die Unsicherheit bei den Müttern ist sehr groß und manchmal sind wir selber schuld. Wir wollen allen recht machen und denen zeigen, dass wir im Job, Mutter sein, Ehefrau sein usw unter einem Hut problemlos bringen können. Versagen ist nicht erlaubt. Man wird auch sehr schnell ausgeschlossen, wenn man anders denkt.

Dauernd Fotos auf Facebook, Twitter und co. posten, damit die anderen sehen was für tolle Mütter wir sind. Wir posten täglich, wie wir unsere Kinder lieben. Meine Cousine hat vor kurzem eine lange Geburtstagsnachricht für ihren Sohn auf Facebook gepostet. Der Sohn ist ein Jahr alt, kann noch nicht lesen und ist nicht auf Facebook. Ich fragte sie wieso es ihr so wichtig ist diese Nachricht auf Facebook zu posten? Was will sie damit erreichen? Aufmerksamkeit vielleicht? Sie kann es dem Sohn gleich sagen, oder nicht?

Wir schulden niemanden eine Erklärung, oder Fotos. Es wird zuviel über Kindererziehung geschrieben und gesagt, tausend Bücher, die verschiedene Dinge sagen. Gibst du nur Kindererziehung ins Google ein, bekommst du tausend Beiträge. Ich als Mutter bin die perfekte Mutter für meine Kinder. Jedes Kind ist anders und jedes Kind hat andere Bedürfnisse. Wir kennen unsere Kinder am besten. Verlassen wir uns einfach auf unser Bauchgefühl und unsere Mutterinstinkte.

Zurück zum Thema Spielplatz. Viele Kinder haben auch keine Sicherheit meiner Meinung nach. Sie schauen dauernd, ob es der Mama eh gut geht. Die Mama rennt auch hinter dem Kind her, als ob sie dem Kind nicht vertraut. Wie sollen unsere Kinder lernen selbstständig zu sein, woher sollen sie wissen, wie man Konflikte löst und die Hindernisse selbst aus dem Weg räumt? Ich war im Sommer am Spielplatz in Wien. Diese wunderbare Mama sitzt und sagt „Kinder wir gehen“, die Kinder schauen sie an und spielen weiter. Kinder sind taub, aber nicht blind. Wir können soviel reden, wie wir wollen, was wir tun ist wichtiger.

Vor kurzem hat es geregnet und meine Kinder sind mit Regenschirmen zu Fuß in die Schule gegangen. Erstens, wollten sie im Regen gehen. Zweitens hat es nicht zu stark geregnet. Drittens, ich bringe sie nicht in die Schule mit dem Auto, außer es stark schüttet, schneit, oder stark windig ist. Frische Luft tut gut und sie brauchen fünf Minuten zur Schule. Am Abend sagt mir eine Mama ganz entsetzt, dass sie meine Kinder im Regen in der früh gehen gesehen hat! Ich gebe es offen zu, ich bin eine Rabenmutter.

Eine Mutter merkt immer, wenn ihr Kind was braucht. Mein Sohn hat während der Scheidung sehr viel gelitten. Er leidet bis heute. Im September hat er mit der Schule angefangen, eine große Umstellung. Im Moment merke ich, dass er mehr Zuwendung, Anerkennung, Geduld und Liebe braucht. Die große Schwester hat es sofort gemerkt und lässt ihn im Moment die Aufmerksamkeit genießen.

Mein Sohn hat Probleme seine Wut zu kontrollieren, stellt sich meistens als Opfer dar und provoziert dauernd. Natürlich ist es schmerzhaft für mich als Mutter ihn leiden zu sehen. In solchen Momenten fühlt man sich als Versager, denn wie können zwei Erwachsene so blöd sein? Zwei Jahre haben wir fast jeden Tag vor den Kindern gestritten, nach der Trennung noch weiter! Blöder geht es nicht mehr.

Es schmerzt mich, dass ich nicht früher gegangen bin. Aber, dann denke ich, ich war noch nicht stark genug, um zu gehen. Der Zeitpunkt war richtig, da war ich stark genug. Zum Teil bin ich schuld, dass sie leiden müssen. Möchte ich mir mein ganzes Leben Vorwürfe machen? Sicher nicht! Dafür ist das Leben zu schön, um sich Vorwürfe zu machen. Jedes Kind will, dass seine Eltern zusammen bleiben, aber was tun, wenn es gar nicht geht? Da hilft es nur sich in Frieden zu trennen und weiterhin Eltern zu bleiben.

Du bist die perfekte Mutter für deine Kinder. Lass dich nicht verunsichern. Fotos von deinen Kindern auf sozialen Medien musst du gar nicht posten, nur weil es die anderen auch machen, oder weil du diesen Drang spürst deine Mutterqualitäten anderen zu beweisen. Und wenn die anderen es machen, freue dich mit ihnen, aber lass dich nicht beirren. Du bist genug. Verlass dich auf deine Gefühle und Mutterinstinkte.

Liest nicht zu viele Bücher über Kindererziehung, diese Autoren kennen deine Kinder nicht, vielleicht haben diese Methoden bei ihren Kindern funktioniert. Das heißt nicht, dass sie bei deinen Kindern auch funktionieren. Deine Kinder brauchen deine Zeit, nicht die Geschenke. Die Zeit, die du mit deinen Kindern verbringst, ist wichtiger, egal ob am Spielplatz, Wald, Theater, Bibliothek, Museen usw. Und wenn deine Kinder die Sicherheit spüren, brauchst du nicht hinterher zu laufen, sie müssen auch nicht dauernd schauen, ob es dir gut geht. Sie wissen Mama ist da und das ist genug.

 

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Bis bald!

Eure Easter.

 

Veurteilst du anderen, beurteilst du in Wahrheit dich selbst.

 

Tenda wema nenda zako – Ein Suaheli Sprichwort. Tue was gutes und erwarte nichts zurück.

Hallo – alle miteinander,

vor kurzem war ich mit Freunden in Wien fort. Wir haben gegessen und Spaß miteinander gehabt. Meistens, wenn ich zuviel esse, bekomme ich einen Bauch, als ob ich im fünften Monat schwanger bin. Meine Mama versorgt mich mit wunderschönen bunten Kleidern und Röcken aus Kenia, die ich stolz trage. Nur mit meinem wunderschönen Bauch nach dem Essen, sind die Kleider nicht sehr vorteilhaft. Aber egal, ich liebe sie trotzdem, meinen Bauch auch.

Der Rock den ich getragen habe, hat hinten einen langen Reißverschluss. Ich musste auf die Toilette, das heißt den Reißverschluss aufmachen. Als ich rauskam, konnte ich ihn nicht mehr schließen. Ich versuchte minutenlang, nichts geschah. Nach ungefähr fünf Minuten kam eine nette Dame hinein und sagte zu mir“ na, Fräulein, komm her, ich mach das schon! Frauenpower, gell?“. Und siehe da, der Reißverschluss war im Nullkommanichts zu.

Mit einer spontanen Umarmung und einem Lächeln bedankte ich mich herzlich. Ich habe sie einfach unbewusst umarmt. Ich bin mit viel Körperkontakt aufgewachsen. Manchmal denke ich mir; meine Kinder sind mit mir bestraft. Sie werden jeden Tag umarmt und geküsst, mittlerweile wird die Mama langsam peinlich. Aber, ich weiß später werden sie sich bei mir bedanken. Eine Mutter kann ihre Kinder nicht genug lieben.

Meiner Meinung nach bringt gesunden Körperkontakt bei Kindern sehr viel. Sie werden selbstbewusster und sie lernen ihren Körpern zu lieben, wie sie sind. Auf den Körper zu achten, und zu wissen, wenn einer zu weit mit der Berührung geht. Sie haben keine Angst Grenzen zu setzten. Ich wurde schon als Kind beigebracht laut nein sagen zu können, dass mein Körper mir alleine gehört und ich darf bestimmen, was mir gut tut und was nicht.

Meine Mutter trug mich viel am Rucken. Ich habe ihre Liebe gespürt und bis heute spüre ich ihre Liebe. Sie muss mir jeden Tag nicht sagen, dass sie mich liebt, ich weiß es einfach. Daher empfehle ich gerne Körperkontakt weiter.

Zurück zu meinem Thema. Wenn wir Frauen zusammenhalten könnten, um uns gegenseitig zu unterstützen, können wir eine unglaubliche Energie erzeugen, ein starkes Team. Wir können so viel miteinander schaffen. Ich bin mir sicher wir können die Welt zu einem besseren Platz machen.

Dass Frauen bei gleicher Arbeit, wie Männer verdienen sollen, sollte keine Frage sein. Aber, ich als Frau brauche mich nicht mit einem zu vergleichen, um mich stärker und besser zu fühlen. Ich will bei gleicher Arbeit, genauso viel verdienen, wie ein Mann. Aber, ich möchte nicht so sein wie er. Ich liebe es eine Frau zu sein und meine Weiblichkeit zu genießen. Wir Frauen sind stark. Es ist sogar bewiesen, dass Frauen mehr Empathie haben. Wir sind vorsorglich, deswegen haben wir die Aufgabe, Kinder zu tragen und sie zu gebären. Oh ich liebe diese Aufgabe, die nur uns gehört 🙂 .

Letzte Woche war ich in Wien in einem Einkaufszentrum. Ich habe eine wunderschöne rote Tasche getragen. Diese Tasche passt sehr gut zu meiner Hautfarbe. Eine Dame kam zu mir und fragte mich, wo ich die Tasche gekauft habe, die sei wunderschön und die passt sehr gut zu mir meinte sie. Liebe Frauen, manchmal eine kleine Geste von einer Frau ist alles, was eine andere Frau braucht, um sich geschätzt zu fühlen. Wir sind vielmehr, wenn wir uns gegenseitig unterstützen und schätzen. Wenn eine Frau gut angezogen ist, sag es ihr. Sehe nie auf eine andere Frau herab, außer, wenn du ihre Schuhe bewunderst.

Ich fange ein neues Jahr mit Dankbarkeit an. Ich bin dankbar für meine Gesundheit, da ich kein einziges Mal krank war. Ich bin dankbar, dass meine Kinder gesund sind -auch wenn sie sich manchmal gegenseitig umbringen wollen, lieben sie sich die meiste Zeit. Ich bin dankbar für die Fehler, die ich letztes Jahr gemacht habe, denn ich werde sie nicht wiederholen. Ich freue mich richtig auf dieses neue Jahr. 365 leeren Seiten habe ich und ich selbst habe die Macht auf diesen Seiten, was immer ich auch möchte zu schreiben.

Es wird bestimmt ein gutes Jahr. Alles kommt zu seiner Zeit. Die Liebe findet uns, wenn die richtige Zeit gekommen ist. Manchmal sogar, wenn wir uns sie nicht erwartet haben. Frau weiß es, wenn der Richtige da ist. Liebe ist was schönes und darf nicht Schmerz bringen. Jede Frau sollte wissen, was sie wert ist. Sie darf nie ihren Wert herabsetzen, nur weil sie Angst hat alleine zu sein. Liebe darf nicht mit Konditionen und Bedingungen kommen. Ich habe die Gabe aus vollem Herzen zu lieben, egal wie oft ich verletzt werde und ich hoffe, irgendwann aus vollem Herzen für immer lieben zu dürfen.

Vergessen wir nicht zu schätzen, was wir schon haben und arbeiten wir weiter an unsere Ziele, mit Unterstützung natürlich. Denn wer sich auf Kosten anderer erhöht und Schatten auf anderen wirft, um zu leuchten, der handelt aus Angst. Eine selbstbewusste Frau ist hübsch, wie sie sich gibt, nicht, wie sie sich verkleidet. Liebe Frauen, lernen wir uns zu lieben, wie wir sind. Lassen wir nicht zu, dass die Gesellschaft uns sagt, was Schönheit ist. Wir selbst müssen definieren, was Schönheit für uns bedeutet. Egal welche Größe du trägst, du bist du und du bist einzigartig und genug.

Das wichtigste; unterstützen wir uns gegenseitig, hören wir auf uns gegenseitig fertig zu machen, bringt gar nichts!

Better little than too little. – Cameroonian proverb. Sei zufrieden, mit dem was du hast.

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Bis bald!

Eure Easter.