Bemerkenswert

Kulturschock erleben um überleben zu können.

Dies ist die Kurzfassung des Beitrags.

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Jedes Mal, wenn ich zurückblicke, wie ich nach Europa kam, muss ich schmunzeln :-). Was für einen Kulturschock!

Ich habe eine große Familie. Mein Großvater hatte fünfundzwanzig Frauen – Du hast richtig gehört – fünfundzwanzig! So etwas wie ein Königreich – und ich als Prinzessin in der Mitte! Hihi …
Jeder kann sich jetzt denken, wie groß meine Familie ist. Meine Großmutter war die dritte Frau meines Großvaters. Auf meinen Vater bin ich umso stolzer, als er nur eine Frau heiratete und bis zu seinem Tod ausschließlich an ihrer Seite war. Für mich ist er ein Held, weil er mit der Tradition meines Großvaters gebrochen hat.
Ich bin auch mit vier frechen Brüdern aufgewachsen. Mich durchzusetzen, lernte ich schon als Kind. Meine glückliche Kindheit war voller Liebe und Abenteuer.

Von klein auf sind wir schon mit verschiedenen Kulturen in Berührung gekommen. Mein Vater studierte Tiermedizin und war viel auf Reisen. Jedes Mal, wenn er von einem Land zurückkam, hat er uns von dessen Menschen und Kultur erzählt. Er sagte immer „Wenn Du willst, dass deine Kultur wahrgenommen und respektiert wird, musst du die andere Kultur auch respektieren!“.

Einmal als er aus Amsterdam zurückkam, erzählte er uns, wie bunt die Stadt und wie freundlich die Menschen wären. Ich war elf Jahre alt und ich beschloss schon damals, in Europa zu studieren und möglichst viele Sprachen zu erlernen. Elf Jahre später hörte ich dann von einem Au Pair Programm. Als Au Pair kommt man zu einer Familie und betreut die Kinder. Dafür bekommt man Taschengeld. Eine Familie war schnell durch eine Agentur im Internet gefunden. Deutschland hatte mich immer schon fasziniert. Autos „Made in Germany“, sehr gute Fußballer usw. – daher entschied ich mich für dieses Land.

Meine Gastfamilie hatte vier Kinder. Die Mutter war eine evangelische Priesterin, der Vater ein IT-Spezialist. Bessere Umstände konnte ich mir nicht vorstellen.
Da ich mit fünf Brüdern aufgewachsen war (und immer noch lebe – hihi);  war ich überzeugt, dass mich nichts aus der Bahn werfen könnte. Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein hatte ich reichlich. „Mit dieser Familie werde ich schon fertig“ dachte ich.

Als einziges Mädchen in meiner Familie von allem loszulassen war nicht leicht für mich. Meine Mama meinte damals „Ich habe dich gut erzogen, Du wirst schon klarkommen. Finde deinen Weg“. Was für eine kluge Mutter! Ein bisschen traurig war ich irgendwie darüber, dass mich meine Familie so leicht zu „entlassen“ schien. Aber heute bin ich froh, dass man mich gehen ließ.
„Kindern gibt man starke Wurzeln, wenn sie klein sind und später Flügel, damit sie alleine fliegen können“ sagte meine Oma. Sie stand mir sehr nahe. Sie betete für mich und segnete mich.

Jetzt aber zu meinem Kulturschock 😉

Ein paar Wochen später bin ich in den Flug hineingestiegen, mein Koffer war voller Hoffnungen und Aufregung. Das Essen im Flugzeug kannte ich nicht, daher aß ich auch nichts. Cola und Fanta trank ich aber reichlich ;-). Stunden später bin ich in Zürich gelandet. Was für einen Flughafen! Vor lauter Staunen und Schauen habe ich gar meinen Flug nach München verpasst. Die Dame am Schalter tröstete mich und organisierte mir einen Flug nach Frankfurt. Von dort sollte ich mit dem Zug nach München fahren. Ich – jung und naiv – glaubte, Frankfurt und München wären nur ein paar Kilometer auseinander und wenn ich den Zug verpassen würde, könnte ich zu Fuß gehen. Zu Fuß gehen „kann ich“. Ich bin viel gegangen in meiner Kindheit. Aber von Frankfurt nach München?

Meine Gastfamilie wartete schon am Flughafen München. Da ich kein Handy hatte, konnte ich sie aber nicht über „mein Abenteuer“ informieren. In Frankfurt gelandet, fing mein Albtraum damit erst an. Nicht nur, dass mir die Sprache völlig fremd war – von den Menschen will ich gar nicht sprechen. Die traurigen Gesichter und die Hektik sind mir in Erinnerung geblieben. Weil die Menschen nicht lachten, traute ich mich auch nicht, sie um Hilfe zu bitten. Ich hatte keine Ahnung wie Bahn fahren „funktionierte“ und wusste auch nicht, dass ich eine Fahrkarte brauchte. Schließlich hatte ich doch „Nairobi – München“ gebucht. Der Hunger meldete sich langsam – mein Magen knurrte. In diesem Moment vermisste ich meine Familie – vor allem meine großen Brüder, die mich sonst immer beschützt hatten. Ich Küken hatte die wärmste Jacke ausgepackt und Sportschuhe, ich kam im Februar – und trotzdem fror ich. Der „kenianische Winter“ ist halt eine anderer – 20 Grad Celsius unten und Schnee bestenfalls am Kilimandscharo. Der Hunger war noch stärker als die Kälte bedingte nicht Wohlbefinden.
Da fiel mein Blick auf einen schwarzen Mann. Noch nie vorher war ich so froh gewesen, einen schwarzen Mann zu sehen. Und er lächelte mich an – er lächelte! Hatte ich doch zuvor angenommen, in diesem Land wäre Lachen verboten. Ich bin auf ihn zu gerannt, habe ihn umarmt und fing an, bitterlich zu weinen. Der arme Kerl wusste zunächst gar nicht, was er mit mir machen sollte! Dass er Englisch sprach, machte die Sache dann aber ganz einfach – auch wenn wir unterschiedliche Akzente hatten.

In diesem Zusammenhang. – viele in Europa glauben, Afrika wäre „ein Land“. Ich wurde gefragt, welche Sprache man in Afrika sprechen würde – ob das etwa „Afrikanisch“ wäre.
Also erstens – diese Sprache existiert nicht. Afrika ist der zweitgrößte Kontinent mit fünfundfünfzig Ländern. Und nein – wir haben keine gemeinsame Kultur, keine gemeinsame Mentalität und schon gar keine gemeinsame Sprache. Wir wissen auch nicht gleich auf den ersten Blick, woher der „Schwarze gegenüber“ kommt. Wenn wir uns auf der Straße anlächeln, heißt das nicht, dass wir uns kennen. Wir müssen uns nicht kennen, um jemanden ein Lächeln zu schenken. Das steckt in uns drinnen 😉

Da ich zu aufgeregt war, konnte er mich auch nicht verstehen. Meine Angst war zu groß, um mich besser zu verständigen. Der Mann rief meine Gastfamilie an. Gott sei Dank war meine Gastmutter zuhause geblieben, da sie hochschwanger war. Plötzlich hielt ich eine Fahrkarte in der Hand. Es war wie Zauberei. Dabei hatte meine Gastgeberin doch nur online das Ticket gekauft und am Schalter ausdrucken lassen. Ich war zutiefst beeindruckt. Nur fünf Minuten später fuhr mein Zug ab. Ende gut, alles gut – dachte ich – wäre da nicht der große Hunger gewesen, der mich mittlerweile halb umbrachte. Der Schaffner würde auf mich warten – bis der Zug voll ist und ich mir zwischenzeitlich eine Kleinigkeit besorgt hätte – dachte ich mir. Gut, dass mein Retter noch bei mir war und mich darüber aufklärte, dass die Uhren in Deutschland anders ticken. „Willkommen in Deutschland“ sagte er „hier ist Pünktlichkeit das A und O!“ Er hatte Recht – denn plötzlich und auf die Minute genau fuhr der Zug ab. Mit so einem „Ding“ bin ich noch nie zuvor in meinem Leben gefahren. Der Zug war schnell wie ein Flugzeug – nur dass er am Boden fliegt.
Mein „Retter“ hatte mir noch zwanzig Euro mitgegeben. Selber hatte ich nur zehn Euro einstecken – eigentlich genug – aber nur in meiner alten Heimat 😉
Dort wo ich herkomme, ist es üblich, dass Essen durch fahrende Händler im Zug verkauft wird oder man kauft schnell etwas zum Knabbern übers Fenster, wenn der Zug einen Zwischenstopp einlegt. Dort kamen aber keine Händler vorbei und dort wo der Zug stehen blieb, warteten auch keine Händler. Ich habe gelitten wie ein Hund. Übrigens – auch in den nächsten Wochen habe ich den Zug dauernd verpasst, da ich weiterhin hoffte, dass der Schaffner warten würde, bis der Zug voll wäre. Ich lernte aber schnell und nach ein paar verpassten Züge und unnötig gewarteten Stunden bei tiefen Temperaturen im Winter fiel es mir rasch leicht, pünktlich zu sein.

In München wartete bereits meine Gastfamilie auf mich und ich war unheimlich froh, angekommen zu sein. Sie gaben mir einfach die Hand! Was sollte ich damit? Ich dachte, sie würden mich umarmen. Und eine Umarmung hätte an dieser Stelle dringend gebraucht. Dort wo ich herkomme, lieben wir den Körperkontakt. Umarmungen und eine Annäherung durch ein Klopfen auf die Schulter gehören dort zur Tagesordnung. Schon als Kinder wurden wir dauernd am Rücken getragen und so entsteht den Rhythmus. Unsere Mütter tanzten mit uns am Rücken – so wie auch ich meine Kinder gerne am Rücken getragen habe. Ich wollte, dass sie erfahren, wie schön und gesund Körperkontakt ist. Oft werde ich gefragt, wieso Afrikaner so gut tanzen können ohne eine Tanzschule zu besuchen. Jetzt ist das Geheimnis gelüftet ;-).  Ganz schüchtern gab ich meiner Gastfamilie die Hand und ich lernte zum ersten Mal “akzeptieren und respektieren“. Ich würde mich schon mit der europäischen Mentalität anfreunden – früher oder später. So what!

Zuhause bei der Gastfamilie angekommen, gab es zu Abend nur Brot! Was sollte das? Wo ich herkomme, heißen wir unsere Gäste mit einem Festmahl willkommen! Da ich diese Form des Brotes auch nicht kannte, gab ich mich mit Milch zufrieden und ging schlafen. Ein so reiches Land und ich hatte Hunger. In der Früh stand ich deshalb schon sehr zeitig in der Küche und plünderte gierig den Kühlschrank. Sogar das Brot, das ich nicht kannte, schmeckte mir auf einmal sehr gut.

Oh ich habe nicht erwähnt, dass ich nicht wusste wo mein Koffer war. Ich war völlig verwirrt. Als ich in München ankam, fragte mich mein Gastvater wo mein Koffer war – ich hatte keine Ahnung! Mein Gastvater machte ein paar Telefonanrufe und siehe da – er kam ein paar Tage später bei meiner Gastfamilie an! Wieder war ich sehr beeindruckt wie in diesem Land alles schnell lief.

So unterschiedlich wie afrikanische Länder sind, so unterschiedlich sind auch die europäischen Länder – eine Erfahrung, die ich später mit meiner Übersiedelung nach Österreich machen sollte. Obwohl Deutschland und Österreich Nachbarländer sind und eine gemeinsame Sprache pflegen, sind die Menschen mitunter ganz unterschiedlich.

Über diese Unterschiede, wie man damit umgehen kann und was man davon lernt – darüber schreibe ich in meinem nächsten Blog –  und auch darüber, wieso ich mich damals dafür entschied, doch in Österreich zu bleiben, wo ich doch dann meinen zweiten Kulturschock erlebte. Bei allen Gemeinsamkeiten ist der kulturelle Unterschied zwischen Deutschland und Österreich doch sehr groß.

Ein Kulturschock ist eigentlich nichts außergewöhnliches. Man muss nur mit ihnen vertraut werden.  Sie gehören zum Leben. Negative und positive Erfahrungen macht jeder jeden Tag. Nimm einfach die positive Erfahrungen mit, versüße die negative mit ein wenig Humor und marschiere weiter. Segne die Menschen, die dich verletzen und gehe Deinen Weg weiter.

Kulturschocks haben mich stark gemacht und ich möchte sie deshalb nicht vermissen. Lass Dich auch Du nicht daran hindern, die Menschen hier und ihre Kultur kennenzulernen. Denn die Österreicher sind genauso geschockt von der Andersartigkeit unserer eigenen Kultur.

Genießt den letzten Schnee. Der Frühling wird bestimmt bald kommen.

Bis bald!

Eure Easter.

P.S.: Die Österreicher sind eher verschlossen, wenn du wartest, dass sie auf dich zukommen, wirst du sehr lange warten. Wenn Du aber gleich auf sie zugehst, wirst du rasch erfahren wie herzlich und aufgeschlossen sie sind. Den ersten Schritt musst aber Du tun.

 

„Vergiss deine beschießene Kultur“!

Um wirklich glücklich zu sein, ist es notwendig dass du erkennst wer du ohne alles bist – Gangaji

Hallo – alle miteinander,

diese Woche im Zug von Wien hatte ich eine seltsame Begegnung. Ich stieg hinein und setzte mich gegenüber einen Herren. Er schaute mich an und sagte „na super, jetzt san´s überall“. Ich fragte ihn, ob er mit mir redet und er sagte „ja, mit wem denn sonst? Müsst ihr alle nach Österreich kommen?“ Ich habe es überlegt aufzustehen und mich woanders hinzusetzten, entschied mich doch anders. Wegrennen hat nie ein Problem gelöst. Ich wollte ihn verstehen und fragte ihn „wer sind denn ihr und was haben sie dir angetan“?

Der Herr meinte um richtig in einem fremden Land ankommen zu können, müssen die Ausländer ihre beschießene Kultur vergessen, um die neue Kultur voll aufzunehmen. Ja, er benutzte das Wort beschießen und vergessen. Er fragte mich, ob ich ab und zu mein Land vermisse, das Essen, meine Muttersprache. Ich sagte ihm sicher doch. Er meinte das ist ganz falsch, was mache ich denn hier, wenn ich meine Heimat vermisse!

In der U.S.A zum Beispiel, gibt es chinatown, little Italy usw. Die sind vor Jahren dorthin eingewandert und behielten ihre Kulturen, sind aber Amerikaner. Meine Kultur ist sehr tief in mir verwurzelt, sie zu vergessen, ist unmöglich. Am Ende habe ich gemerkt; es gibt Menschen, mit denen man nicht vernünftig unterhalten kann. Sie sind halt zurückgeblieben und verstehen es nicht, was für eine Bereicherung es ist zwei Kulturen zu lieben und zu respektieren.

Vor kurzem traf ich einen netten jungen Mann aus Syrien. Sagen wir er heißt Mahmoud. Mahmoud ist super gebildet, spricht fließend fünf Sprachen und findet keine Arbeit. Ist seit zwei Jahren in Österreich und spricht Deutsch viel besser, als ich damals nach zwei Jahren in Österreich war. Im Sommer hat er auf der Baustelle gearbeitet. Er sagte mir „Easter, in einem Monat muss ich eine Arbeit finden, sonst bekomme ich kein neues Visum. Aber das Problem; keiner gibt mir eine Chance, ich verstehe es nicht“.

Es gibt sehr viele Flüchtlinge, die gut gebildet sind und auch arbeiten wollen. Viele finden keine Stellen, wenn, dann Stellen, die keine Österreicher haben wollen. Die Angst ist zu groß, dass sie die Arbeit wegnehmen. Man liebt sie, wenn sie unten am Boden sind und man sie füttern muss, oder wenn sie die dreckige Arbeit machen. Sind sie gebildet, ist die Angst zu groß.

Es wird überall gehetzt. Ich finde es sehr schade, dass es auch von der österreichischen Seite wenig Mühe gibt, um die Ausländer besser kennenzulernen. Viele lassen es zu, dass die Angst besiegt, dass die Hetzer sie negativ beeinflussen und weigern sich diese Menschen näher kennenzulernen. Es geht sehr viel Wissen verloren meiner Meinung nach. Überall gibt es schlechte Menschen, alle in einen Topf hineinzuwerfen, finde ich dumm. Diese Angst sieht man im Moment überall, vor kurzem in Chemnitz war ein Beispiel, was die Angst mit Menschen machen kann.

Der junge Mann aus Syrien schaute mich mit glasigen Augen an und fragte mich „Easter, wie hältst du es aus, die Hetzerei, Fremdenfeindlichkeit, der tägliche Rassismus, macht es was mit dir? Jedoch hast du dein Lachen nicht verloren, deine Herzlichkeit und Fröhlichkeit, wie machst du es? Ich halte es nicht mehr aus. Ich habe Angst zurück zu gehen, ich habe nichts in Syrien“!

Ich sagte ihm, bleibe dir treue. Verbiege dich nicht und lebe das Leben, dass dich glücklich macht, nicht das was die anderen von dir erwarten. Sei offen für neues, respektiere die neue Kultur und ihre Werte, respektiere die Menschen in deiner neuen Heimat. Aber gib deine Kultur niemals auf, sie ist ein Teil von dir. Und ja, man kann zwei Kulturen lieben, sogar mehrere. Es ist, wie eine Mutter ihre Kinder liebt, egal wie viele sie hat, die Liebe bleibt gleich. Ich sagte ihm, sei stolz auf deine Herkunft, auf dich und auf alles, was du bis jetzt geschafft hast. Lache so oft du kannst, zwar vom Herzen. Lächle den Fremden an und schon sieht die Welt ganz anders aus. Mache Freundschaften von der österreichischen Seite, lerne sie kennen.

Ein Beispiel; Ich war vor kurzem auf einer Feier eingeladen. Viele Gäste waren Österreicher. Ich wurde wirklich fast überall ausgeschlossen. Ich muss sagen, ich rede, wie die Viktoria Wasserfälle und komme mit fast alle Menschen klar. Jedoch habe ich die Einsamkeit gespürt, als ob ich dort nicht gewünscht war. Es waren kleine Tische dort und ich versuchte mich hineinzuintegrieren. Jedes Mal, wenn ich zu einem Tisch ging, waren auf einmal alle leise und ein paar standen sogar auf und gingen. Irgendwie habe ich gestört. Später saß ich alleine am Tisch und schaute, ob sich einer traut mit mir zu reden, ein junges Mädchen kam zu mir und wir hatten eine wunderschöne Unterhaltung.

Meine liebe Freunde, Integration funktioniert nur zweiseitig. Beide Seiten müssen zueinander zubewegen. Sicher müssen sich die Ausländer anpassen, keine Frage! Aber auch die Aufnahmegesellschaft sollen auch toleranter und offener sein. Lasst uns hinein. Es tut nicht weh mit einem Fremden zu reden, von solchen Gesprächen gewinnt man meistens Freunde für das Leben. Traut euch mehr zu, redet mit uns.

Als ich im Sommer mit den Kindern in Italien und Frankreich war, habe ich am Strand beobachtet, wie Kinder unbeschwert miteinander reden. Manchmal haben sie keine gemeinsame Sprache gehabt. Trotzdem haben sie mit Händen und Füßen geredet und gespielt, sogar sich am nächsten Tag verabredet. Letztlich bin ich mit sechs Telefonnummern nach Hause gekommen. Wir sollten uns unbedingt melden, wenn wir wieder dort sind. Sie werden versuchen Englisch zu lernen.

Diese Nächstenliebe haben wir als Erwachsene verlernt. Wir haben es gelernt Menschen nach Hautfarbe, Religion, Figur usw, zu unterscheiden. Was gelernt werden kann, kann wieder verlernt werden. Seien wir doch ab und zu,  wie Kinder und reden wir einfach mit fremden Menschen. Auch wenn wir uns nicht verstehen, haben wir doch Hände und Füße -:)

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Bis Bald!

Eure Easter.

Wieso weine ich bloß?

 

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Hallo – alle miteinander,

heute hat mein Sohn seinen ersten Tag in der Schule gehabt. Was für ein Theater! Die Mama hat geheult, wie eine Heulsuse. Gott sei Dank, hatte ich heute meinen Liebslingslippenstift nicht aufgetragen, sonst hätte ich nachher, wie eine ausgewaschene Katze ausgesehen – der Lippenstift ist nämlich lila.

Je älter ich werde, desto emotionaler werde ich. Ich werde ängstlicher und verwundbar. Er fragte mich „Mama, wieso weinst du denn? Bist du krank“? Jaaa, bin ich! Vor lauter Sorge!

Bei meiner Tochter war ich gelassen und ich habe mich richtig gefreut. Bei dem Sohnemann habe ich Angst, Angst um ihn. Er hat in den Ferien schon angefangen mit mir zu verhandeln, „Mama, ich mache dir einen Vorschlag, zwei Tage gehe ich in die Schule, drei Tage in den Kindergarten“. Ich dachte ich träume. Zum Schluss war sein Vorschlag; ein Tag in den Kindergarten vier Tage in die Schule, immerhin! Wie die Geschwister unterschiedlich sein können! Diese Verhandlung hat bei der Schwester nie stattgefunden.

Heute gleich in der früh hat ihn die große Schwester schon ein bisschen geärgert „mach nicht so ein Gesicht, ich habe mich richtig auf die Schule gefreut“! Er; „ich bin ich, du bist du“! Das hat gesessen und die Schwester hat nichts mehr gesagt. Geht doch!

Jetzt nach dem Zirkus sitze ich mit einer Tasse Tee und freue mich richtig für ihn, für die aufregende Zeit, die er in der Schule haben wird. Ich lasse ihn los, dass er seine Flügel findet, dass sie großer und länger werden. Ich sitze hier und merke, wie schnell die Zeit vergangen ist. Aber, ich heule nicht mehr, sondern sitze zufrieden und gelassen mit einem Lächeln auf meinem Gesicht.

Es ist nicht lange her, dass er aus meiner Gebärmutter herausgeschnitten worden ist. Es ist nicht lange her, dass die große Schwester enttäuscht war einen Bruder bekommen zu haben, statt eine Schwester und meinte „Mama, ich habe sehr viele süße Mädchen im Krankenhaus gesehen, wieso hast du bloß einen Buben mit nach Hause genommen? Jetzt wurde sie ihn nicht mehr hergeben wollen( na ja, zumindest die meiste Zeit).

Genieße die Zeit mit euren Kindern, die Zeit vergeht schnell. Das wichtigste Geschenk für unsere Kinder, ist die Zeit, die wir mit ihnen verbringen. Sie beschützen und ihnen zuhören. Fehler zu machen und daraus zu lernen. Aufrichtig zu sein, ihnen zu zeigen, dass wir auch nur Menschen sind, mit Gefühlen und Fehlern.

Manchmal sind wir überfordert und verzweifelt, aber wir tun unser bestes für sie da zu sein, sie zu bestärken und zu lieben. Und ihnen eine sorglose und glückliche Kindheit anzubieten, damit sie ehrliche und respektvolle Menschen werden. Ihnen starke Wurzeln geben, damit sie später große Flügel haben.

An alle Kinder, die heute ihren ersten Schultag hatten; ich wünsche euch viel Spaß in der Schule und alles Gute für die Zukunft. Ihr seid genug, wie ihr seid. Nicht alle Kinder müssen Einser haben – Hilfsbereitschaft, Einfühlungsvermögen, Ehrlichkeit, Zusammenhalt, Respekt und Höflichkeit sollen auch in eurem Leben eine große Rolle spielen.

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An alle Eltern; wir schaffen das!

 

Bis bald!

Eure Easter.

 

„Was siehst du Mama?“

Elimu haina mwisho – ein Suaheli Sprichwort. Auf Deutsch – man lernt nie aus.

Hallo – alle miteinander,

vier Wochen waren meine Kinder und ich durch Italien und Frankreich gereist. Ich habe viele nette Menschen kennengelernt, wunderbaren Kulturen erlebt, vieles über Flüchtlingskrise erfahren usw. Jedoch bin ich wieder froh zu Hause zu sein – zu Hause in Österreich. In meinem nächsten Blog schreibe ich darüber, vor allem über die Flüchtlingskrise. Heute möchte ich über Frauen schreiben 🙂 .

letztes Wochenende saß ich mit meinen Kindern am Tisch. Meine Tochter fragte mich ganz gelassen; „Mama, was siehst du hier im Zimmer“. Ich antwortete spielerisch „ich sehe den Kühlschrank, die Sessel….“. Sie; „Mama, nur das wichtigste bitte“! Ich die brave Mama, „ich sehe euch zwei, ihr seid das wichtigste für mich in diesem Zimmer, auf der ganzen Welt“. Sie ganz begeistert „Mama, falsch! siehst du dich nicht? Du sollst vorher dich sehen, dann die anderen. Auch im Flugzeug ist es angeschrieben, falls es zum Absturz kommt, bitte versorgen Sie sich vorher, dann die anderen“! Na Bumm!

Diese Kinder werden mich noch erziehen. Wie oft habe ich ihr gesagt, sie ist der wichtigste  Mensch in ihrem Leben?! Die Prüfung habe ich nicht bestanden. Wieso erkennen wir manchmal unseren Wert nicht? Wieso vergessen wir uns sehr oft und denken viel an anderen und was sie von uns halten? Vor allem Frauen und Mütter vergessen sehr oft, was sie in der Gesellschaft leisten. Wir vermitteln die wertvollsten Werten meiner Meinung nach.

Eine Freundin von mir hatte vor kurzem ein Vorstellungsgespräch, nachher rief sie mich an und sagte mir, „Easter, sie haben mich gefragt, wieso ich glaube, die beste für die Position zu sein?“. Sie sagte mir weiter, „ich hatte keine Ahnung, was ich sagten soll, ich habe zulange gezögert“.

Meine Freundin hat zwei kleine Kinder, ist eine wunderbare Mutter, sehr einfühlsam und ruhig. Sie organisiert die ganze Familie, die Ausflüge, die Urlaube. Sie trifft jeden Tag Entscheidungen, was die Kinder essen sollen, was sie anziehen sollen, geht einkaufen. Sie ist die Buchhalterin des Hauses, schaut, dass das Geld sparsam ausgegeben wird. Sie bleibt die ganze Nacht wach, wenn der kleine Sohn mal Blähungen hat und nicht schlafen kann.

Sie ist die ruhigste Mutter, die ich je gesehen habe. Wenn die zwei jährige Tochter gerade eine Trotzphase hat, ist sie die Ruhe in Person. Sie ist die Seelsorgerin der Familie, die Ärztin, wenn es mal am Spielplatz wild zugegangen ist. Die Richterin, wenn die zwei Geschwister eine Meinungsverschiedenheit haben – passiert bei mir mehr als zehn Mal am Tag :-).  Die Taxifahrerin, sogar die Monsterjägerin, vor allem in der Nacht, wenn die Monster sich unter dem Bett verstecken, kommt sie mit einem Besen und vertreibt alle Monster aus dem Zimmer.

Trotz allem hatte sie nicht recht eine Antwort, wieso sie die beste für die Position ist. Denn sie glaubt, was sie zu Hause leistet, ist nicht erwähnenswert. Ich beneide sie sehr oft und hätte gerne ihre Ruhe. Ich bin temperamentvoll und ich kann richtig explodieren. Das Alter lehrt mich einiges und ich werde ruhiger, aber das Temparament bleibt 🙂 .

Ein Beispiel von mir; nach meinem Studium ging ich zu Vorstellungsgesprächen und jedes Mal, wenn ich gefragt wurde, was ich bis jetzt gemacht habe, habe ich voller Mitleid beantwortet „ich habe bis jetzt NUR studiert und Kinder gekriegt“. Einmal nahm mich eine Frau nach einem Vorstellungsgespräch zur Seite und sagte mir „liebe Easter, hör mit dem Satz auf, was heißt NUR? Was du gemacht hast, war eine große Leistung! Mit zwei kleinen Kindern zu studieren, ist der Wahnsinn“!

Ich liebe es, wenn Frauen andere Frauen stärken, anstatt uns gegenseitig mit Neid und Eifersucht zu vernichten. Die Männer sitzen dabei an der Ecke und grinsen. Liebe Frauen, wenn eine andere Frau ein schönes Kleid an hat, Schuhe, oder was auch immer, sag es ihr. Wenn sie Hilfe braucht, bietet es ihr Hilfe an.

Ein Vorfall ist mir bis heute im Kopf geblieben. Vor ein paar Jahren war ich unterwegs in Wien. Es war Sommer und ich fuhr mit der U-Bahn. Ich sah zwei Frauen kichern und in eine Richtung zeigen. Ich die Neugierige schaute natürlich auch nach. Ich sah eine junge Frau mit einem Rock in die Unterhose gesteckt – auf der hinteren Seite. Sie war wahrscheinlich auf der Toilette und hatte aus Versehen oder Eile den Rock in die Unterhose gesteckt. Da es heiß war, merkte sie wahrscheinlich nichts. Statt Hilfe von den anderen Frau zu bekommen, haben sie sich über sie lustig gemacht. Ich habe der junge Frau sofort drauf aufmerksam gemacht. Sie konnte sich bei mir nicht genug bedanken.

Lernen wir uns gegenseitig zu unterstützten und unseren Wert zu erkennen. Meine Oma war das Familienoberhaupt. Als sie starb, gerät die ganze Familie durcheinander.  Wir gingen zu ihr, wenn wir Ratschläge brauchten. Ihr wertvolles Wissen hat sie uns weitergegeben und ich bin jeden Tag dankbar, sie als Oma gehabt zu haben.

Jeden Tag bin ich froh, dass ich eine Frau bin. Ich genieße es, wenn ich jedes Monats meine Periode bekomme – ich muss sagen, ich hatte nie Krämpfe. Da fühle ich mich, wie eine richtige Frau. Wir Frauen sind die Wurzel einer Gesellschaft. Vergessen wir bitte nicht unseren Wert. Was wir jeden Tag leisten, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine starke Leistung.

Lernen wir das Leben zu leben, das uns glücklich macht, nicht das Leben, dass die anderen von uns erwarten.

Du bist wunderschön, du bist stark, du bist einzigartig, du bist genug, du bist eben du!

 

„Wenn die Frau wächst und gedeiht, die ganze Gesellschaft kommt zugute und die nächste Generation bekommt den besten Start ins Leben“ – Kofi Annan.

 

Bis bald!

Eure Easter.

 

 

 

Für eine schwarze im Dirndl schaust du eh gut aus…..

“Wenn Du schnell gehen willst, geh‘ alleine. Wenn Du weit kommen willst, geh‘ gemeinsam – ein afrikanisches Sprichwort.

Hallo – alle miteinander,

vor kurzem habe ich einen Artikel über ein schwarzes Mädchen im Dirndl gelesen. Sie wurde deswegen auf einem Fest in Österreich rassistisch beleidigt. Bezüglich der Beleidigungen war ich jedoch nicht recht erstaunt, denn ich hatte fast dieselben Erfahrungen mit Dirndl in Österreich gemacht. Ich brauchte lange bis ich mich wieder traute mit einem Dirndl auszugehen.

Mittlerweile bin ich an den Rassismus gewöhnt, ist traurig aber wahr. Sonst macht man sich das Leben unnötig schwer. Ob blöde Kommentare gemacht werden, oder ich böse mit einem Dirndl angeschaut werde, stört mich nicht mehr. Ich finde mich sehr schön mit einem Dirndl und das ist mir wichtig.

Der blödeste Kommentar bis jetzt war „für eine Schwarze im Dirndl schaust du eh gut aus“! Das war bei einem Heurigenbesuch in Waldviertel. Ich habe mich einfach zu ihm hingesetzt und habe versucht herauszufinden, wieso ein Mensch so dumm sein kann. Er war zu geschockt, dass ich überhaupt Deutsch konnte, er brachte kein Wort heraus. Nachher kam er zu mir und entschuldigte sich, leider war er zu diesem Zeitpunkt voll betrunken.

Was macht diese Gesellschaft mit ein paar Leuten, dass sie sich nüchtern nicht entschuldigen können?

Einmal als meine Mama zu Besuch in Österreich war, nahm ich sie zu einem Fest. Sie war sehr erstaunt, dass keiner auf der Tanzfläche war, obwohl gute Musik lief. Nach ein paar Stunden kamen dann die ersten Tänzer, natürlich betrunken. Sie fand es sehr schade, dass der Spaß erst nach dem Alkohol begann. Sie meinte „tanzen sollte man nüchtern“. Na ja, andere Länder andere Sitten.

Viele Österreicher sind mit Rassismus nicht direkt betroffen. Die Kommentare wie „es wird schon wieder“, oder „lass dich nicht von den Idioten unterkriegen“ bringen meistens sehr wenig. Es wird nicht wieder, denn Rassismus verletzt und es macht was mit einem, außer du bist sehr stark. Und leider gibt es mittlerweile sehr viele Idioten.

Bitte redet mit uns darüber, fragt uns, wie wir uns fühlen, wenn wir rassistisch beleidigt werden – nur so könnt ihr verstehen, was in uns vorgeht. Übrigens, viele von uns wollen über ihre Erfahrungen mit Rassismus weitererzählen. Ich glaube, wir hoffen dadurch mehr Bewusstsein zu schaffen.

Wir erleben Rassismus fast jeden Tag und uns nicht unterkriegen zu lassen, grenzt fast an ein Wunder. Ich las super Kommentare auf Facebook, die die junge Frau entmutigen sollten, ist  auch gut. Aber, bitte das nächste Mal, wenn jemanden rassistisch beleidigt wird und du bist dabei, tue was. Nicht nur schreiben, wie schrecklich die Menschen sich benehmen, sondern auch handeln.

Ich habe im Internet über das Thema Rassismus recherchiert. In der Bibliothek war ich auch und las ein paar Artikeln über dieses Thema. Was mir auffiel, viele dieser Artikel und Definitionen wurden von Weißen geschrieben. Wie kann man was erklären, wenn man es noch nie erlebt hat? Es wird Zeit, dass die Minderheiten, die täglich Rassismus erleben, ihn auch definieren. Stehen wir auf und erzählen wir, was Rassismus ist, wie wir ihn erleben und was er mit uns macht.

Meine Frage an euch Österreicher; was wollt ihr eigentlich von uns? Versuchen wir uns zu integrieren, sogar die Kultur anzunehmen, werden wir beleidigt. Sind wir nicht integriert, werden wir auch beleidigt. Es ist verdammt schwer sich zu integrieren, wenn einem das Leben so schwer gemacht wird.

Jedes Land braucht Ausländer, ob man es will oder nicht. Die Welt ist sehr klein geworden und wir sind irgendwie miteinander verbunden.

Ich liebe das Dirndl. Meine Tochter hat auch eines, mein Sohn hat eine Lederhose. Wenn wir Lust haben, gehen wir auch raus damit, zwar mit Stolz. Die blöde Kommentare und die böse Blicke sind uns eigentlich so was von egal, irgendwann ist man immun dagegen. Dagegen kann ich sowieso  nichts machen, sonst würde ich mich nur ärgern. Das Leben ist so schön um mich über anderen, Gedanken zu machen. Solange meine Kinder und ich nicht physisch attackiert werden, ist alles gut.

Um dem Rassismus entgegenzuwirken muss dieser mal aus den Köpfen verschwinden und das wird noch viele Generationen dauern. Wir müssen erst mit unseren Kindern anfangen. Ihnen lerhren, wie sie mit Herzen handeln können. Die heutige Gesellschaft konzentriert sich zu viel an materielle Werte.

Meiner Meinung nach, finde ich, dass  Toleranz, Liebe, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit, Vergebung, Frieden, und Menschlichkeit, Zusammengehörigkeit, Mitgefühl, Achtsamkeit, viel wichtiger, als die Noten sind. Ich finde diese Werten sollen sogar in Schulen gelehrt werden. Was bringt es den Kindern, wenn wir ihnen von klein auf sagen, wie viel sie mal erben werden? Oder wenn uns die Noten wichtiger sind, als die innere Werte?

Unsere Kinder sollen durch uns lernen, dass Konflikte nicht durch Gewalt zu lösen sind, sondern durch das Reden und Kompromissbereitschaft. Sie sind die Zukunft und mit ihnen zusammen, können wir eine bessere Zukunft gestalten.

Ich kenne viele wunderbare Österreicher und alle in einen Topf zu werfen, gefällt mir überhaupt nicht. Jedoch möchte ich die Österreicher bitten, uns entgegen zu kommen. Ich weiß, es sind schwere Zeiten. Man liest viel negatives über Flüchtlinge und Ausländer. Jemanden ein Lächeln zu schenken, schadet nicht. Ein freundliches Hallo zu sagen, tut gut. Was mir fehlt, ist die Solidarität. Bitte erhebe eure Stimmen, wenn einem ein Unrecht geschieht. Es tut gut.

Einmal bin ich im Supermarkt rassistisch beleidigt worden und keiner sagte was. Kein Wort! Eine Dame ging einfach bei mir vorbei und stellte sich vor mir. Als ich sie fragte, was das sollte, sagte sie „du bist zu schwarz, ich habe dich nicht gesehen“! Alle die hinter mir standen, sagten gar nichts. Ich stand da mit zwei kleinen Kindern und verstand die Welt nicht mehr. Ich sagte ihr ganz ruhig „jetzt hast du mich gesehen, geh sofort zurück“.

Ich lasse mir nicht alles gefallen und meinen Kindern möchte ich auch beibringen, dass sie sich laut wehren sollen, wenn ihnen ein Unrecht geschieht – auch wie sie sich ohne Gewalt wehren können. Die Dame merkte, dass mit mir nicht zu spaßen war und stellte sich hinter mich. Nur von den anderen, die nichts sagten, war ich sehr enttäuscht. Schaut nicht weg, sondern sagt auch was!

Viele  von uns lieben die österreichische Kultur. Helft uns dieses schönes Land zu lieben und die Kultur zu genießen. Hass hat noch nie gewonnen, er zerstört nur. Aber, Liebe gewinnt immer.

Ein Leben ohne Liebe ist eine Verschwendung. Mit Vorurteile und Beleidigungen kommen wir nicht weiter.

 

Furaha ya maisha ni upendo – das Glück des Lebens ist Liebe. (Ein Suaheli Sprichwort).

 

 

Bis bald,

eure Easter.

Europa, gib Afrika kein Geld mehr!

 

Hallo – alle miteinander

füttere ich dich, habe ich Macht über dich und kann mit dir machen, was ich will – Easter Sprichwort.

Afrika mit Geld zu versorgen, wird unsere Probleme nicht lösen. Die Afrikaner müssen selbst ihre Probleme lösen. Afrika MUSS lernen mit seinen Problemen selbst fertig zu werden.

Seien wir doch ehrlich, diese Geldgeberei macht doch nur abhängig und faul. Manche afrikanische Länder sind auch momentan nicht in der Lage das Geld in näherer Zukunft zurück zu geben. Außerdem bekommen die normalen Bürger fast nichts von dem Geld. Die korrupte Machthaber, ihre Familien und Freunde vergeuden das ganze Geld und leben in Saus und Braus.

Meiner Meinung nach müssen wir anfangen unsere Denkweise zu ändern. Wir müssen aufhören zu glauben, dass der weiße Mann besser ist, als wir. Das ist ein totaler Blödsinn. Ich sage es meinen Kindern sehr oft, wie gesegnet ich bin. Wir Afrikaner haben die besten Zähne überhaupt. Wenn ich lächle, lächeln sogar die garstigsten Menschen zurück. Ich bin intelligent und aufgeschlossen. Ich habe einen Po zum niederknien. Ich habe noch nie meine Beine rasiert, denn sie sind glatt wie ein Baby Po und und und.

Wieso soll ich denn glauben, dass der weiße Mensch besser ist, als ich? Was ist mit uns passiert? Wieso ist das Hautbeichen immer noch beliebt in Afrika, ohne an die fatale Folgen zu denken? Wieso geben wir so viel Geld für chemische Cremes für das Haarglätten aus, anstatt unsere wunderschöne Haare zu lieben, wie sie ist? Wer sagt uns, dass die falsche glatte Haare, oder die gebleichte Haut uns schöner machen? Wir sind nur unterschiedlich, aber nicht besser oder schlechter.

Ich bin sehr froh, dass jetzt viele afrikanischen Frauen ihre wunderschöne natura Haare mit Stolz tragen. Sie sagen nein zu chemischen Cremes für Haarglätten. Wir sind auf dem richtigen Weg. Selbstliebe ist der richtige Weg.

Wir müssen für unsere Probleme die Verantwortung übernehmen, vor allem, lernen mit dem Geld umzugehen – ich glaube die Wurzeln dieses Verhalten gefunden zu haben. Der Europäer hat schon in seiner Kindheit sparen gelernt. Sie haben es gelernt, die Früchte, Gemüse, Obst und Fleisch für den Winter zu konservieren. Auch fur die Tiere wurden Essen fur den Winter konserviert und gespart.

Daher kann der Europäer so gut fur die schlechte Zeiten sparen, sei es Geld oder Essen. Dieses Verhalten muss noch in Afrika gelernt werden. Es wird besser, aber es muss noch mehr gemacht werden. Bei uns ist das Wetter heiß, es wird gekocht und gleich gegessen. Wir müssen nicht sparen. Hat der Afrikaner Geld, gibt er alles aus, als ob er morgen nicht mehr leben wird.

Was manche Afrikaner auch noch gut können, ist die Schuldzuweisung. Damit müssen wir aufhören. Es ist entweder der weiße Mann hat uns alles weggenommen, oder er beutet uns aus. Oooooh wir sind so arm. Der weiße Mann ist meistens Schuld an unsere Probleme. Zum Teufel damit! Jeder Mensch ist selber verantwortlich fur seine Taten, Entscheidungen und fur sein Leben. Den anderen die Schuld zu geben, ist nur eine Ausrede und lenkt von den wirklichen Problemen ab.

Afrika ist der reichste Kontinent überhaupt. Wir haben die Ressourcen, von denen Europa nur davon träumen kann. Ich bin mir sicher, wenn unsere geldgierigen korrupten Machthaber aufhören würden mit den großen  Westkonzernen zu arbeiten – wenn wir selber unsere Ressourcen anfertigen und das Endprodukt exportieren würden – oh mein Afrika wäre der Größte!

Schauen wir an, was in Zimbabwe passiert ist. Der verrückte Mugabe schickte alle weiße Bauern nach Hause. Der Typ vergisst allerdings, dass seine Leute nicht einmal die Maschinen bedienen konnten. Jetzt sind die weißen Bauern weg und die Maschinen stehen und verrosten. Das Land ist ärmer denn je. Wer hat da verloren?

Kongo zum Beispiel hat den wertvollsten Rohstoff überhaupt. Was machen die? Sie schlachten sich seit Jahren wie Tiere ab. Steht der weiße Mann daneben und sagt denen, sie sollen sich abschlachten? Natürlich freut sich der weiße Mann und die Machthaber, wenn die Bürger sich abschlachten. Denn dann ist es einfacher sie auszubeuten und beliefern sie weiterhin mit Waffen. Der weisse Mann und die Machthaber stecken alle miteinander unter einer Decke. Der normale Bürger wird einfach ausgenutzt.

Statt die Energie in Ausbildung und Innovation zu investieren, wird die Energie in Bürgerkriege investiert. Was für eine Verschwendung! Afrika MUSS viel an Bildung investieren. Ohne Wissen konnen wir unsere Ressourcen nicht verwalten und sie selbst anfertigen. Wissen ist Macht.

In Kenia haben wir den schlimmste Bürgerkrieg im Jahr 2007/2008 gehabt. Wir haben uns wie Hühner abgeschlachtet. Am Ende haben sich die Politiker zusammen getan und waren die besten Freunde.

Letztes Jahr wieder dasselbe. Wieso ein Mensch von der Vergangenheit nicht lernt, ist mir ein Rätsel. Nur weil der andere Stamm wollte, dass deren Sohn Präsident wird, haben die Kenianer ihre Nachbarn verraten und sich gegenseitig abgeschlachtet. Was tun die Politiker? Ganz genau! Haben sich zusammen getan und sind die besten Freunde.

Ihre Kinder besuchen die teuersten Schulen in Grossbritannien, während der normale Kenianer nicht einmal leisten kann, seine Kinder in die Schule zu schicken. Diese zwei Konkurrenten kommen von den zwei reichsten Familien Kenias, die das Land schon ausgebeutet haben – viel Acker und Reichtum besitzen und das Land immer noch ausbeuten wollen.

Wir haben die unfähigste Regierung überhaupt gewählt. Das Land geht vor die Hunden und ist korrupter denn je. Wir importieren sogar Zahnstocher und Zucker, obwohl wir mehr als zwei große Zucker Industrien haben. Die Lebensmittel sind sogar teurer als in Österreich.

Die Chinesen nutzen das Chaos im Land aus und kaufen alles was sie können. Sie stellen sogar große Plakaten auf Chinesisch mitten in der Hauptstadt auf. Es wird Ihnen sogar Rassismus vorgeworfen und die Regierung sagt „habt Geduld mit denen und schätze was sie für uns alles machen“. Wie bitte? Aber die Regierung sind die Hände gebunden. Beiße nicht die Hand, die dich füttert, heißt es. Es macht mich wahnsinnig, wenn ich so was lese.

Ich liebe Afrika. Mein Herz schlägt für Afrika. Ich finde, wir junge Afrikaner haben es in der Hand was zu ändern. Jeder kann seinen Teil machen. Ich habe es zu meiner Aufgabe gemacht, den jungen Menschen in Kenia zu erzählen, wie das Leben in Europa wirklich ist. Ich habe mit meiner Familie und Freundeskreis angefangen. Ich werde demnächst einen Blog über das wirkliche Leben und über den Rassismus in Europa zu schreiben – und zwar auf Englisch, dass meine Landsleute diese wertvolle Informationen bekommen und ihr Land zu schätzen lernen.

Junge Afrikaner, die in Europa und Nordamerika gut ausgebildet worden sind und keine Familien dort haben, sollen drüber nachdenken vielleicht zurück nach Hause zu kehren, um das Wissen, das sie dort erlangt haben in Afrika zu nutzen? Was kann Afrika tun, diese junge gut gebildetenen Menschen wieder zurück zu bekommen?

Afrika braucht fleißige intelligente junge Menschen. Glaubt mir; es gibt genug davon in Afrika. Was denen fehlt sind die Ziele und Motivation. Solche junge intelligente Afrikaner haben nichts in Europa verloren. Hier werden Sie durch Rassismus und Kulturschock so klein gemacht bis sie sich irgendwann aufgeben.

Der Rassismus in Europa gegenüber Schwarzen ist präsenter denn je und ich habe sogar Angst, dass es schlimmer wird. Der Rassismus macht was mit uns und mit unserem Selbstbewusstsein. Ich möchte nicht, dass junge intelligente Afrikaner Rassismus erleben. Sie sollen zu Hause bleiben und ihre Länder aufbauen.

An meine schwarzen Brüder und Schwestern, wir sind alle Menschen, egal ob grün oder gelb. Lass es niemals zu, dass einer dich wegen deiner Hautfarbe zu erniedrigen versucht. Ich habe herausgefunden, dass viele Menschen, die gerne anderen klein machen, nur neidisch sind. Irgendwas hast du, was sie nicht haben.

 

Ist mein Haus schmutzig, bin ich diejenige, die in der Lage ist, das Haus bestmöglich zu säubern, denn ich kenne mein Haus am besten – Easter Sprichwort.

 

Bis bald,

eure Easter.

Integration funktioniert nicht!

Andreas Sator

Integration funktioniert nicht, sagt die Journalistin Melisa Erkurt. Sie hat mit den Gastarbeitern nicht funktioniert und sie funktioniert auch heute nicht. Was zu tun ist, ist aber relativ klar. 

Eine Zusammenfassung von Ali Malohdji, den ich sehr schätze und respektiere.

15 Vorschläge, wie wir Integration endlich hinkriegen:

1. Überschwemmen wir die Schulen mit SozialarbeiterInnen. Vor allem mit solchen, die selbst irgendwann einmal zugewandert sind. Es braucht auch mehr LehrerInnen, die Migrationshintergrund haben. Dringend.

2. Der Bildungsbereich ist wahnsinnig wichtig. Fangen wir also früh an. Schicken wir unsere PädagogInnenen für die Kindergärten doch besser auf die Uni, um sie auszubilden.

3. Der Schlüssel für Integration ist eine gemeinsame Ganztagesschule. SchülerInnen verbringen mehr Zeit miteinander, die Kinder der AkademikerInnen kommen nicht mit 10 ins Gymnasium. Denn: Tiefe Freundschaften entstehen erst im Teenager-Alter. So leben wir besser zusammen.

4. Bringen wir die Ausbildung für LehrerInnen ins 21. Jahrhundert. Melisa hat selbst Lehramt studiert. Im ganzen Studium hatte sie 2 Vorlesungen, in denen es um den Umgang mit Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache ging. Das Thema Integration kommt in der Ausbildung kaum vor.

5. Aber nicht nur in Schule und Kindergarten können wir ansetzen. Lassen wir MigrantInnen wissen, dass sie dazugehören, dass sie Teil dieses Landes sind. Und sagen wir denen, die schon seit 30, 40 oder 50 Jahren da sind, einmal Danke. Für das, was sie hier leisten.

6. Es gibt in Wien Leute, die haben noch nie einen Türken besser kennengelernt. Wenn’s gut geht vielleicht den Kebabverkäufer. Gleichzeitig gibt es viele Migranten, die keine Österreicherinnen kennen, obwohl sie hier geboren sind. Da liegt der Schlüssel für bessere Integration!

7. Was können die Ur-ÖsterreicherInnen tun? Raus aus der Komfortzone. Nicht immer in die klassischen Hipster-Cafés (ja, genau, du, Twitter-User!), sondern mal in ein neues Grätzel. Vielleicht ein Kaffeehaus in Favoriten suchen, in das du ab und zu schaust.

8. Noch ein guter Punkt: Wir reisen mit dem Rucksack drei Monate durch Kambodscha um neue Kulturen kennenzulernen. Zurück in Österreich geht es wieder in unsere Bubble. Hinterfragen wir mal bewusst, warum wir eigentlich nie mit Leuten zu tun haben, die anders sind als wir.

9. Das ist jetzt ausnahmsweise mein Punkt, und nicht von Melisa: Jede *einzelne* Redaktion in Österreich darf sich bitte auch fragen, warum dort de facto niemand sitzt, der selbst zugewandert ist. Das ist eine Katastrophe.

10. Zurück zu dem, was Melisa rät. Ein weiterer Vorschlag: Vielleicht mal in der Freizeit in den tschetschenischen Boxverein gehen. Oder den Urlaub statt in Südostasien in Bosnien machen. So kommt man in Wien dann nachher vielleicht auch mal mit dem Nachbarn ins Gespräch.

11. Jetzt zu denen, die neu da sind. Reden wir bitte wieder anders über Flüchtlinge! Wir vergessen in der politisch aufgeheizten Debatte, wer da eigentlich kommt: Fast alle haben schlimme Sachen erlebt. Das erste, was wir ihnen sagen, sollte nicht sein: ab in den Wertekurs.

12. Natürlich kann Integration gelingen. Die erfolgreichen Geschichten erzählen sie meist ähnlich: Eine Bezugperson aus dem neuen Land, die sie an der Hand nimmt, so lernt man die Kultur kennen, Deutsch, hat ein Netzwerk für Job oder Schule. Alleine wird es kaum jemand schaffen.

13. Wer von euch Kinder hat, gebt darauf acht, dass ihr sie in Schulen gebt, die Österreichs Bevölkerung halbwegs abbilden. Nicht abschirmen. Es muss keine Brennpunktschule sein, es gibt auch Bobo-Schulen, die darauf achten.

14. Was lernen wir (meine Einordnung): Perfekt wird es nie laufen, Melisa und mir ist im Podcast kein einziges Land eingefallen, dass viele EinwanderInnen hat und keine Probleme. Das ist aber okay. Ich habe ja auch mit so manchem Österreicher meine Probleme. Besser geht’s aber!

15. Auch wenn unsere Regierung nicht sehr bemüht ist, damit Integration funktioniert, können wir alle etwas tun. Nehmen wir die Leute an der Hand, öffnen wir unsere Augen, fördern wir MigrantInnen, wenn wir Einfluss haben. Ja, alle müssen mitmachen, aber es liegt auch an uns 🙂

Easter´s Gedanken

Damit Integration besser gelingt, ist es nicht die alleinige Aufgabe der Aufnahmegesellschaft. Meiner Meinung nach müssen wir, die Migranten sogar den Großteil der Verantwortung übernehmen. Wer in einem anderen Land bleiben und in Friede leben möchte, muss sich anpassen, nicht umgekehrt.

Was können wir, die Migranten tun, damit Integration besser gelingt? Ich finde, dieser Punkt soll ganz oben auf der Liste stehen.

Natürlich hat die Regierung in puncto Migration und Integration einiges falsch gemacht. Neuerlich treffe ich eine Mutter am Spielplatz, die fast zwanzig Jahre in Österreich lebt, einen österreichischen Pass besitzt und kaum Deutsch spricht. Das Kind musste übersetzten. Wer hat da versagt? Wie bekam die Dame den österreichischen Pass?

Wir können nicht nur Forderungen stellen, sondern auch was zurück geben, wenn wir die Chance bekommen. Viele von uns wissen, wie schwierig es ist, für Migranten mit sichtbarem Migrationshintergrund in Österreich eine Chance zu bekommen, sei es in der Arbeitswelt oder sonst woanders. Gib nicht auf, macht das, was du immer machen wolltest und sei verdammt gut drin. „There is always something you can do and be good at it – Stephen Hawking.“

Einen Wertekurs finde ich gar keine schlechte Idee. Meiner Meinung nach fehlt eine ausführliche Initialeaufklärung für Migranten. Wir kommen hier und wissen nicht, was erlaubt ist und was nicht. Viele wundern sich, wenn sie Frauen mit kurzen Röcken herumlaufen sehen. Keiner hat denen gesagt, dass hier Frauen und Männer gleiche Rechte haben!

Alle Migranten, die hier kommen, sollen gleich beim Ankommen, aufgeklärt werden, was ihnen in diesem Land erwartet, seine Gesetze und Werte. Am Flughafen oder bei der Grenze hat man noch die Chance umkehren zu können, falls die Gesetze seine Kultur nicht entsprechen. Die Aufnahmegesellschaft hat dieses Land mit Fleiß und Schweiß aufgebaut – dies verdient eine Anerkennung.

Seien wir doch ehrlich; wieso soll ich Deutsch lernen, wenn in allen Behörden, die Formulare in fast allen Sprachen vorhanden sind? In meinem Land gibt es Formulare in zwei Sprachen, Suaheli und Englisch. Wer die zwei Sprachen nicht kann, hat ein Problem. Ich finde uns wird es zu leicht gemacht, dann später gejammert, wie faul wir sind.

An Migranten:

Lernt einfach Deutsch und der Weg wird leichter. Eine neue Sprache zu lernen ist eine große Bereicherung. Deine Kultur ist ein Teil von dir, sie wirst du niemals verlieren, indem du eine andere kennenlernst.

Ja, der Bildungsbereich ist wichtig. Schicken wir unsere Kinder gleich im Kindergartenalter in die Kindergärten. Nicht nur in dem Pflichtjahr. Meine Erfahrung mit den Kindergarten Pädagoginnen war sehr gut. Sie sind super ausgebildet und kompetent.

Das Pflichtjahr sollte verlängert werden, ein Jahr ist zu wenig.

Seien wir ein Beispiel für unsere Kinder. Gehen wir auch ab und zu mit unseren Kindern in die traditionellen Gasthäuser am Land, oder besuchen wir die zahlreichen österreichischen Feste.

Gemeinsame Ganztagsschule klingt gut, ist aber nicht der Schlüssel zu besseren Integration. Erziehung beginnt Zuhause. Es ist die Aufgabe der Eltern, ihre Kinder zu erziehen. Die Lehrer sind da, um das Wissen weiterzugeben.

Zuhause ab und zu Deutsch sprechen, schadet nicht, oder den Kindern ein deutsches Buch vorlesen, bringt auch viel.

Ich bewege mich nicht nur in meinem Kulturkreis, sondern versuche auch mich mit den Einheimischen Kontakt aufzunehmen.

Sei offen neues kennen zu lernen und vieles auszuprobieren. Wer nicht probiert, hat schon verloren.

Habt Geduld mit euch, aber auch mit den Einheimischen. Jeder hat Angst vor dem Fremden. Außerdem wurde Rom nicht an einem Tag gebaut.

Respektiert die Menschen hier, ihre Kultur und Werte. Schenkt Liebe und positive Energie und ihr werdet dasselbe zurück bekommen. Ladet auch ab und zu die Einheimische zu euch nach Hause, überrasche sie mit einem traditionellen österreichischen Gericht! Wieso nicht? Oder ein Gericht aus deinem Heimatland? Viele meiner österreichischen Freunde lieben meine kenianischen Gerichte.

Versucht mit den Einheimischen Kontakt aufzunehmen, macht Freundschaften mit ihnen. Geben wir auch was zurück und uns bedanken für die nette Aufnahme.

Rassismus

Ich habe einen Eindruck, dass seit dem Flüchtlingsstrom Rassismus, Hass gegen Ausländer und Fremdenfeindlichkeit gestiegen sind. Rassismus ist immer da gewesen, aber jetzt haben die Rassisten einen Grund anderen öffentlich zu beleidigen und erniedrigen.

Eine Freundin von mir wurde vor kurzem mit einer Flasche im Supermarkt attackiert und rassistisch beschimpft. Sie lebt hier seit Jahren, arbeitet fleißig und zahlt brav Steuer. Wir Migranten mit sichtbarem Migrationshintergrund sind jeden Tag mit Rassismus konfrontiert. Ich verurteile jegliche Art von Gewalt und Rassismus.

Mögen wir einfach freundlich miteinander umgehen. Ja, es gibt Ausländer, die voll integriert sind und wir verurteilen Rassismus. Rassismus ist nicht zu entschuldigen. Alle Migranten in eine Schublade zu stecken hilft auch nichts.

An die Menschen – sei es Österreicher oder Ausländer, die sich groß fühlen, indem sie die anderen beleidigen und erniedrigen, schämt euch! Ich wünsche euch nicht irgendwann vor Krieg, Verfolgung, Hunger usw fliehen zu müssen. Nur ein Mensch mit wenig Selbstbewusstsein hat es nötig, anderen klein zu machen.

Das nächste Mal, wenn du jemanden rassistisch beleidigen willst, sei im Klaren, was für ein kleiner armer Mensch du bist, der sehr wenig Selbstbewusstsein hat. Anders kann ich dieses Verhalten nicht erklären.

 

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Bis bald!

Eure Easter.

 

 

„woher kommst du denn ursprünglich?“

Hallo – alle miteinander,

es ist schon lange nicht mehr passiert, aber heute hat es mich voll erwischt. Beim spazieren gehen bin ich rassistisch beleidigt worden. Ich gehe sehr gerne spazieren, so kann ich mich entspannen. Die frische Luft hilft mir beim Nachdenken. Sehr oft gehe ich auch alleine ohne die Kinder und es ist erfrischend.

Heute bin ich ein Stück auf der Straße gegangen, da es plötzlich geregnet hat und ich hatte kein gutes Schuhwerk. Ich war sicher nicht mehr als fünf Minuten auf der Straße, dann habe ich gleich den Gehweg genommen.

Ich bin ganz am Rand gegangen und auf einmal kam mir ein gelbes Auto entgegen, weil der junge Mann sehr schnell gefahren ist, bin ich auf der Wiese stehengeblieben, damit er vorbei fahren kann. Er fuhr vorbei und hupte ganz laut. Ich dachte mir nichts dabei  „so sind die Jugendliche halt, sollen die halt ihren Spaß haben“ dachte ich mir.

Nach ungefähr drei Minuten hörte ich wieder ein lautes Hupen von hinten. Dieses Mal waren sie zu zweit und fuhren ganz langsam hinter mich. Das Fenster haben sie offen gehabt. Als sie bei mir vorbei fuhren schreien die ganz laut „fuck you, Neger!“. Na bumm! Ich war erschrocken und überrascht. Denn sehr oft vergesse ich, dass ich schwarz bin – die Hautfarbe ist mir einfach egal. Ich dachte, ich bin am Land sicher.

Ich hätte mich sehr gerne mit ihnen unterhalten, einfach um zu wissen, wie sie denken. Woher sie kommen. Wie ihre Kindheit war. Ich will wissen, was sie mit ihrem Verhalten erreichen wollen, indem sie die anderen Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe beleidigen.

Bekommen sie so wenig Aufmerksamkeit zu Hause, dass sie die Aufmerksamkeit woanders suchen? Ich wollte wissen, wie sie sich nachher fühlen. Ich will sie verstehen. Woher kommt der Hass? Ist es vielleicht der Neid, dass ich besser sein könnte als sie? Ich habe irgendwo gelesen, dass Rassisten eine sehr niedrige Bildungsniveau haben. Mittlerweile bin ich mir nicht ganz sicher.

Ich merke, seit dem Flüchtlingsstrom ist die Fremdenfeindlichkeit in Österreich gestiegen. Egal, wie wir uns anpassen, werden die Ausländer mit sichtbarem Migrationshintergrund nie als Österreicherinnen angenommen werden. Wir werden immer gefragt „woher kommst du denn ursprünglich?“.

Mir ist es einfach wichtig, dass meine Kinder gestärkt sind, sodass sie mit dem Rassismus umgehen können. Um sie mache ich mir Sorgen. Daher ist es meine Aufgabe, sie zu bestärken. Ich werde nicht immer da sein, sie zu beschützen, irgendwann müssen sie in die Welt hinaus. Wenn diese Zeit kommt, möchte ich, dass sie gestärkt und gesund hinaus gehen.  Sie dürfen sich nicht alles gefallen lassen. Ich pumpe sie mit Selbstbewusstsein, bis sie ganz voll damit ist. Denn Rassismus ist da und die Augen zu schließen und zu tun, ob der nicht existiert, ist falsch. Unsere Kinder müssen vorbereitet werden.

Ich fühle mich heute nicht beleidigt, ich empfinde auch keine Wut, oder Hass, denn ich weiß es hat nichts mit mir zu tun. Die zwei Jugendliche taten mir einfach leid. Jedes Mal danke ich meiner Mutter für ihre gute Erziehung und meinen Brüdern für die gesunde und glückliche Kindheit. Ich bin sehr tief verwurzelt und von meiner Familie bekam ich mehr als genug Selbstbewusstsein, dass mich fast nichts aus der Fassung bringt. Hassen habe ich nicht gelernt und es ist verdammt schwierig in meinem Alter Hassen zu lernen. Will ich auch nicht.

Ich bin auch froh für meine nette österreichische Freunde. Ich weiß, es gibt schlechte Menschen überall, das hat nichts mit Österreich zu tun. Gott sei Dank gibt es auch sehr viele nette Menschen. Ich werde mich nicht verstecken, nur weil es ein paar dumme Feiglinge da draußen herum laufen. Ich werde raus gehen und meinen Kopf in die Höhe strecken wie eine Kobra. Sie sollen sich schämen und sich verstecken.

An meine liebe österreichische Freunde; fangen wir jetzt schon an mit unseren Kindern über Rassismus zu reden. Sagen wir ihnen, wie er verletzen kann. Geben wir ihnen gute Werte mit, erziehen wir sie zu selbstbewussten und freundlichen Menschen, die anderen respektieren. Sie sind die Zukunft. Was ein Kind in seiner Kindheit lernt, verlernt er als Erwachsener nicht. Rassismus betrifft nicht nur Ausländer, sondern uns allen.

An die Ausländer mit sichtbarem Migrationshintergrund; pumpt eure Kinder mit Selbstbewusstsein, bis sie sich davon nicht mehr retten können 😉 . Fang früher an, mit denen offen über Rassismus zu reden, es ist nie zu spät. Beantworte alle ihre Fragen diesbezüglich. Erzähl ihnen über deine Erfahrungen und wie du damit umgegangen bist. Sei da für sie und sag denen, die sind genug so, wie sie sind. Denn sie sind nirgendwo sicher, egal ob am Land, oder in der Stadt.

Ein Mensch mit genug Selbstbewusstsein hat es nicht nötig anderen zu beleidigen, damit er sich gut fühlt. Rassismus ist niemals zu entschuldigen und darf niemals akzeptiert werden.

„Train up a child in the way he should go, and when he is old he will not depart from it.“

Bis bald!

Eure Easter.