„ich bin fit, gesund und jung, ich brauche die Impfung nicht.“

„ich bin fit, gesund und jung, ich brauche die Impfung nicht.“ Vor ein paar Wochen habe ich genauso gegen die Impfung argumentiert. Dann bekam ich Corona.

Ich bin eine alleinerziehende Mama. Ich lebe alleine mit meinen Kindern in einer kleinen Ortschaft in Weinviertel. Ich habe in Österreich keine Familie, da ich ursprünglich aus Kenia bin. Ich hatte Corona und ich hatte Angst. Das erste Mal, dass ich Angst um mein Leben hatte. Ich habe schon viele Krankheiten durchgemacht, ich hatte schon mehrmals Malaria und alles überlebt. Ich achte auf meine mentale und physische Gesundheit. Ich bin sportlich. Trotzdem hatte ich Angst.

Als ich mit Corona im Bett lag, hatte ich Angst um meine Kinder. Ich hatte einen milden Verlauf, trotzdem habe ich gespürt, wie hart mein Immunsystem kämpft. Diese Krankheit ist nicht zum Spaßen. Sie hat etwas mit mir gemacht und sie hat mich gezwungen meine Meinung über die Impfung zu ändern. Sie ist nicht natürlich. Ich war noch nie so müde in meinem Leben. Ich konnte meine Socken nicht alleine anziehen. Ich bin auf alle Vieren gekrochen, um auf die Toilette zu gehen.

Als mein Sohn in der Früh neben meinem Bett stand und schaute, ob ich noch atme, wusste ich, dass meine Kinder auch Angst haben. Sie haben mich noch nie krank gesehen. Ich habe vor 10 Jahren als ich meinen Sohn bekam das letzte Mal Schmerzmittel und Antibiotika bekommen. Ich werde nie krank. Es war das erste Mal, dass meine Kinder mich völlig am Boden sahen. Das ist auch gut so, so sehen sie, dass die Mama keine Supermama ist. Die Mama ist nicht unsterblich und die Mama hat auch Ängste. Außerdem möchte ich nicht immer stark sein, es ist anstrengend und auf Dauer für die Psychische nicht gesund.

Als alleinerziehende Mama habe ich gelernt, nach Hilfe zu fragen und auch Hilfe anzunehmen. Ich habe meine Kollegen um Hilfe gebeten, wir hatten kein Essen zu Hause. Unsere Leihoma war großartig! Ich habe meine drei beste Freunde, die jeden Tag mich angerufen haben und mich gefragt, wie es uns geht. Das hat mir sehr viel bedeutet. Meine beste Freundin, die im Pflegebereich arbeitet, ist mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Sie gaben mir Kraft weiter zu kämpfen. Mein bester Freund hat für die Kinder Bücher bestellt, damit ihnen nicht langweilig werden. Ich bin sehr dankbar für diese Freunde in meinem Leben. Sie haben mir die Angst weggenommen, sie wissen das nicht, aber sie nahmen mir jeden Tag ein Stück von Angst weg.

Es war das erste Mal, dass ich sehr verletzlich war. Verletzlich und ängstlich. Meine Kinder waren großartig. Sie haben mich gepflegt und gehegt. Sie waren auch Corona positiv, aber Gott sei Dank ohne Symptome. Ich bin dankbar dafür. Als Mutter trage ich eine Verantwortung, nicht nur Verantwortung für mich, sondern für meine Kinder. Ich möchte nicht irgendwann im Bett liegen und bereuen, die Impfung nicht genommen zu haben, obwohl sie gratis und verfügbar ist. Mittlerweile ist es bewiesen, dass die Impfung gegen schweren Verläufen schützt. Diese Krankheit macht keinen Unterschied, du kannst jung, gesund und fit sein und trotzdem schwer erkranken.

Liebe alleinerziehende Mama, ich verstehe deine Angst. Ich hatte auch dieselben Ängste. Jedoch möchte ich dich ermutigen keine Angst vor der Impfung zu haben. Du brauchst dich, deine Kinder brauchen dich. Ich möchte nicht, dass du solche Ängste erlebst, so wie ich. Aber, wenn du dich dagegen entscheidest, ist es auch okay. Du hast das Recht dazu. Ich habe mich dafür entschieden.

Ich hoffe, dass wir weiterhin miteinander mit Respekt und Toleranz umgehen. Ich habe großartige Freunde, wir können über Impfungen reden, sie haben immer meine Meinung respektiert und mich nie ausgegrenzt. Mögen wir Gespräch miteinander suchen, die Ängste der anderen verstehen und nicht gleich sie ausgrenzen, weil derjenige oder diejenige geimpft oder ungeimpft ist. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Politik uns spalten. Wir haben Verstand, vor allem haben unsere Herzen. Mögen wir mit dem Herzen sehen und auch damit handeln.

Zusammen gehen wir sehr weit. Alleine bewegen wir uns im Kreis.

Autor: GLEICHAnders

Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen zu hassen. Menschen müssen zu hassen lernen und wenn sie zu hassen lernen können, dann kann Ihnen auch gelehrt werden zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil. Nelson Mandela

3 Kommentare zu „„ich bin fit, gesund und jung, ich brauche die Impfung nicht.““

  1. nicht geimpft aber mit Vitaminen und immunstärkenden Pflanzen gewappnet bin ich ebenfalls (ich möchte fast sagen endlich) an Corona erkrankt. Ein ganzes Arsenal an Medis habe ich mir im Vorfeld bereits angeschafft. Man will ja nicht unvorbereitet sein. Zum Glück habe ich nur hin und wieder ein Schmerzmittel gebraucht.
    Ich bin sehr froh, die Krankheit durchgemacht zu haben. Sie hat es wohl in sich. Aber ich werde daraus erstarkt hervorgehen. Zudem hat sie mir eine Woche Ruhe verschafft, was nicht schlecht war.
    ich wünsche dir gute Besserung und dass du ebenfalls in einer neuen Stärke weiter gehen kannst
    Liebe grüsse Brig

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  2. Corona ist eine sehr heimtückischen Geschichte. Es kann sehr mild verlaufen oder eben auch nicht. Eine Grippe ist eine Grippe. Corona eher wie eine schimäre. Du weisst nicht was du alles bekommst und wie übel es dich treffen wird. Die Impfgegner kam ich nicht verstehen. Wenn ich die Möglichkeit habe ein grosses Übel von mir abzuwenden und dafür zu sorgen, dass ich, falls ich corona bekomme einen milden Verlauf habe, der meine Organe wahrscheinlich nicht nachhaltig schädigt, dann tue ich das. Ich schnallen mich bein Autofahren für gewöhnlich auch an, renne nicht bei rot über die strasse und schaue bei einem Zebra Streifen nach rechts und links. Zumindest ist die Chance an corona schwer zu erkranken, nachhaltig geschädigt zu sein oder zu sterben weitaus höher als das ich eine schädigende impfnachwirkung bekomme. Körperbewusst leben heisst auch umsichtig leben. Umsicht bezieht sich auf umsehen und sollte nicht egozentriert sein. Hier an dieser Stelle frage ich mich : wenn du nun einen extrem leichten Verlauf gehabt hättest, ob du dann wohl auch so einen Beitrag geschrieben hättest und nicht etwa einen der da sagt: ach was, war halb so schlimm und alles nur Panikmache. Mein Fazit in dieser Pandemie ist zumindest: du kannst niemanden bekehren, Meinungen nicht ändern und an Vernunft zu appellieren ist völlig sinnfrei. Manche Menschen wollen einfach nur ihr Ding durchziehen, lassen sich durch Ängste blockieren und glauben an Echsenmenschen. Du auch. Wenn du gedacht hast, dass Jung, fit und gesund reicht, um corona mit einem fingerschnippen zu überstehen dann hast auch du zuvor nicht richtig zugehört unf auch nicht richtig hingeschaut. Corona ist es wurscht ob du fit, jung und gesund bist. Das war vor deiner Erkrankung so und ist immer noch so. Und ich kann einfach nicht verstehen wieso man das im Vorfeld ignoriert bis es einen hart erwischt. Du hast Glück gehabt und das freut mich sehr für dich und vor allem auch für deine Kinder. Ich kenne andere Schicksale. Schlimmere Ausgänge. Ich hoffe ausserdem, dass du die Krankheit restlos los wirst und keine Folgeschäden weiterhin mit dir trägst. Alles Gute dir!

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