„Wenn du versuchst hineinzupassen, wirst du bloß verschwinden“.

If your heart has peace, nothing can disturb you – Dalai Lama

Hallo – alle miteinander,

Kommentar: Hallo, ich finde Ihre Texte sehr interessant und schön geschrieben, sie geben auch Einblicke, die man sonst nicht so hat. Auf der anderen Seite fällt mir auf, daß Sie immer wieder auf diesem Integrationsthema herunreiten. Gibt es nicht auch mal ganz normalen Alltag oder andere Themen, die für Sie wichtig sind? Manchmal spürt man, daß Sie nicht zufrieden sind und daß Sie selbst sich auf einen Teilaspekt reduzieren.

Ich fände es auch schön, da Sie meinen Blog abonniert haben, wenn Sie zu diesem oder jenem Beitrag vielleicht einen Kommentar schreiben möchten. Ich würde mich über Ihre Ansichten freuen.

Viele Grüße!

Diesen Kommentar habe ich vor kurzem bekommen und er hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich bin tief in mich hinein gegangen und mich gefragt, ob ich wirklich unzufrieden bin. Die Antwort lautet nein, bin ich nicht.

Ja, ich kann auch über anderen Themen schreiben. Im Moment ist das Thema Rassismus, Integration, Fremdenfeindlichkeit halt sehr präsent und statt still zu sitzen und hinzuschauen, sollte man was dagegen tun meiner Meinung nach. Meine Stimme zählt.

Wir, Migranten sollten selber unsere Geschichten erzählen, zwar laut und deutlich. Wir dürfen nicht auf anderen warten, die keine Ahnung von Rassismus, Integration usw haben – dass sie über uns schreiben, dann nachher jammern wir, wie viel Unwahrheit über Migranten geschrieben wird. Daher schreibe ich sehr gerne über meine schlechte und gute Erlebnisse.

Mit der jetzigen politischen Situation in unserem Land bin ich definitiv nicht zufrieden und ich hoffe, dass viele meine Meinung teilen. Die Hetzerei ist kaum auszuhalten. Was kann ich als Mutter und Frau dagegen tun? Als Mutter kann ich und werde ich meine Kinder als selbständigen, stolzen und selbstbewussten Menschen großziehen.

Als eine schwarze Frau in Österreich schreibe, wie Rassismus in unserer Gesellschaft tief verwurzelt ist und was wir dagegen tun können, um besser miteinander zu leben, mit gegeseitigem Respekt und Toleranz. Ich möchte nicht, dass meine Tochter als exotisch gesehen wird, sondern als eine junge Frau, die einen wichtigen Beitrag in der Gesellschaft leistet. Ich möchte Leute zu Nachdenken bringen, bevor sie einen kleinen schwarzen Jungen beim Fußballspielen beleidigen. Ich möchte ihnen sagen, dass es viel über ihren Charakter und Selbstbewusstsein sagt.

Mit Begeisterung schreibe ich auch über Kindererziehung, und wie es mir damit geht. Ich schreibe offen, ohne Scham über meine Scheidung und wie sie meine Kinder fast kaputt machte und wie wir stark raus kamen.

Glücklich geschieden bin ich, trotzdem sage ich meinen Freunden, die noch zusammen oder verheiratet sind und Kinder haben, alles tun was in ihrer Macht steht zusammen zu bleiben. Denn eine Trennung ist kein Zucker schlecken, vor allem für die Kinder. In meinem Fall war es besser zu gehen, für mich und für meine Kinder. Ich als Frau wollte nicht bleiben wegen den Kindern, denn ich habe auch ein Leben.

Ich bin ein sehr zufriedener Mensch. Manchmal sogar zu zufrieden und gelassen – hat seine Vorteile und Nachteile. Ich  bin chaotisch, temperamentvoll und ziemlich stolz. Ich habe eine Gabe aus dem Herzen zu lieben und ich habe keine Angst es den Menschen zu sagen, die ich liebe.

Fast jeden Tag mache ich Fehler – darin bin ich eine Meisterin. Vor kurzem habe ich mich ertappt, wie ich meinen Sohn mit seiner Schwester verglichen habe. Mein Sohn hat im September mit der Schule begonnen und tut sich schwer beim Lesen. Die Schwester hat schnell lesen gelernt. Der Bruder braucht halt länger und braucht seine Zeit bis er richtig angekommen ist.

Jedes Kind ist anders und jedes Kind hat sein eigenes Tempo und Talente, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Wir Eltern verlieren manchmal die Geduld, schließlich sind wir ja auch nur Menschen. Ich lerne jeden Tag von meinen Fehlern und versuche daraus was zu lernen und diese Fehler nicht zu wiederholen.

Jeden Tag stehe ich auf und ich bin gesund. Ich habe zwei wunderbare gesunde Kinder. Ich bin gesegnet und dafür bin ich dankbar. Ich habe gelernt mit wenig zufrieden zu sein, ohne meine Ziele aus den Augen zu verlieren. Es heißt nicht, dass ich dort bleiben möchte, wo ich gerade bin. Nein. Jeder Mensch möchte sich weiterentwickeln. Nur vergesse ich nie zu schätzen, was ich schon geschafft habe. Ich schätze meine kleine und großen Erfolge gleichfalls.

Jedes Mal wenn es mir schlecht geht, denke ich an alles, was ich bis jetzt geschafft habe. Ich bin stolz auf mich, dass ich den Mut gehabt habe mich scheiden zu lassen. Es macht mich stolz, dass ich ohne Scham darüber reden kann, oder ohne ein Gefühl zu haben, dass ich versagt habe.

Trotz zweieinhalb Jahre Obsorgeverfahren, konnte ich für meine Kinder einen sicheren Hafen schaffen, wo sie sich geborgen fühlen, wo sie ihre Wut, Enttäuschung und Ängste heraus lassen können und trotzdem geliebt werden.

Als ich ein junges Mädchen war, wollte ich Karriere machen. Später als ich meine Kinder bekam, habe ich herausgefunden, was im Leben zählt. Eine Freundin von mir erleidet vor kurzem ein Burn-Out und ist seitdem arbeitsunfähig. Sie sagte mir; „Easter, die Firma ist nicht deine Familie und kann sie auch nicht ersetzen. Geh arbeiten, aber vergiss nicht zu schätzen, was wichtig ist“. Innerhalb von einer Woche ist ein Ersatz für sie gefunden worden. Als sie ihren dreißigsten Geburtstag feierte, hat kein Mensch von der Firma ihr gratuliert, obwohl sie alles für diese Firma gegeben hat und glaubte ohne sie wäre die Firma verloren.

Manchmal vergessen wir zu schätzen, was wir schon haben. Wir wollen mehr und mehr. Irgendwann verlieren wir uns in diesem Durcheinander und wissen nicht mehr, was wir wollen. Wir versuchen anderen zu  beeindrucken und vergessen es zu leben.

Wir wollen das Leben leben, dass anderen von uns erwarten, aber nicht das Leben das uns glücklich macht. Das Leben ist zu kurz, wir wissen nicht, was morgen ist. Daher lebe ich jeden Tag, als gäbe es kein morgen. Ich sage es meinen Kindern jeden Tag bevor sie schlafen gehen, dass ich sie liebe, auch wenn sie am Tag frech waren – was sehr oft vorkommt -;) .

Lache viel, zwar aus dem Herzen. Glücklich sind diejenigen, die lieben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, diejenigen, die kein Schönheitsideal nachlaufen, sondern sich schön finden, wie sie sind, sich lieben und schätzen. Meine Mama ist fünfundfünfzig und hat keine einzige Falte im Gesicht. Ihr Geheimnis – aus dem Herzen lachen und lieben, zwar jeden Tag!

 

Lerne loszulassen. Das ist der Schlüssel zum Glück – Buddha

 

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Bis bald!

Eure Easter.

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Ich bin hier, um zu bleiben!

As a woman I have no country. As a woman my country is the whole world – V. Woolf

Hallo – alle miteinander,

heute muss ich wieder schreiben. Was ich heute im Zug erlebt habe, ist angsteinflößend! Ich bin unfassbar traurig. Ich saß ganz ruhig in der U-Bahn, vor mir saß eine ältere Frau mit Kopftuch. Zwei Stationen weiter stiegen zwei Jugendlichen ein, laut und aggressiv und haben sich über Ausländer aufgeregt. Da ist mir schon mulmig im Magen geworden, bei mir sieht man ja gleich beim Hinsehen, dass ich einen Migrationshintergrund habe.

Sie gingen vorne zu der älteren Frau und sagten ihr sie soll aufstehen und sich woanders hinsetzten, sie brauchen ihren Sitzplatz. Die Frau vollig erstarrt, blieb einfach stumm. Sie fingen an diese Frau zu schubsen. Ich meine, diese Frau konnte ihre Oma sein! Was mich traurig machte; keiner sagte was. Nichts! Die Menschen in der U-Bahn haben weggeschaut, einfach weggeschaut! Ich stand auf und sagte der Frau sie sollte sich auf meinen Sitzplatz setzen und stieg bei der nächsten Station raus, wahrscheinlich aus Angst rassistisch beleidigt zu werden. Übrigens die gütige Frau blieb die ganze Zeit sehr ruhig. Sie sagte mir nur „danke mein Kind, Gott segne dich“, zwar mit klarem Deutsch.

Es ist traurig, sehr traurig, wie ein paar dumme Menschen uns gegeneinander hetzen und versuchen die Menschen zu spalten. Es ist auch sehr traurig, dass es fast keine Menschen gibt, die sich trauen nein gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu sagen. Was ist los mit uns? Haben wir Angst als Gutmenschen genannt zu werden?

Vor ein paar Wochen wurden ein paar schwarze Jugendlichen in einem Wiener Park von zahlreichen Polizisten kontrolliert. Viele sagten, „wieso regen sie sich auf? Sie sollen einfach ihren Ausweis zeigen und fertig“. Diese Menschen sind vielleicht zwei oder dreimal kontrolliert worden, daher können sie so leicht reden. Wenn man jeden Tag, oder jede Woche schikaniert und rassistisch beleidigt wird, ist es verdammt schwierig ruhig zu bleiben. Irgendwann hat man einfach die Schnauze voll! Ich bin bis heute sehr beeindruckt, wie ruhig die Jungs geblieben sind, obwohl sie sicher schon mehrmals die gleiche Schikane erlebt haben. zwei drei Polizisten hätten auch gereicht, oder?

Als ein junges Au Pair Mädchen wurde ich auch fast jedes Wochenende am Bahnhof kontrolliert. Ob sie die gleiche Polizisten waren, kann ich nicht sagen, da ich damals die Weißen nicht auseinander unterscheiden konnte. Ich war naiv und jung, hatte vorher Rassismus noch nie erlebt. Die ganze Zeit war meine russische Freundin dabei, die auch Au Pair Mädchen war. Am Wochenenden hatten wir frei und wir gingen meistens fort, wie halt viele Jugendliche es tun. Irgendwann fragte sie die Polizisten, ob sie auch ihren Ausweis sehen wollen – und aus war mit der Schikane. Ich wurde an diesem Bahnhof nie wieder kontrolliert.

Mein Auto wurde letztes Jahr in Wien tief zerkratzt, entweder mit einem Schlüssel, oder mit einem Messer, zwar die ganze Seite, einen Reifen durchgeschlitzt. Bei der Polizei wurde es mir erklärt, ich bin nicht die erste Person, die einen ähnlichen Fall anzeigte. Ähnliche Fälle wurden schon gemeldet und zwar von Ausländern mit sichtbarem Migrationshintergrund. Ich meine in welcher Zeit leben wir denn?

Was in Österreich fehlt, ist Zivilcourage. Viele sind Feiglinge und trauen sich nicht ihre Stimme zu erheben. Viele haben Angst und wenn wir nicht unsere Stimme rechtzeitig erheben, werden wir eine schlimme Zeit erleben. Jedes Land braucht Ausländer. Jede Kultur ändert sich, ob wir es wollen, oder nicht. Die Flüchtlinge sind schon da, gegenseitiger Respekt ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Integration. Die Schuldzuweisung wird nichts bringen. Hetzten und Hass sind genauso gefährlich.

Ich frage mich sehr oft, was haben die Ausländer was die Rassisten nicht haben? Woher kommt diese Angst? Meine Erfahrung mit Rassisten haben bewiesen, dass sie an geringeres Selbstbewusstsein leiden. Sie sind sehr neidisch und haben massive psychische Probleme.

Ein paar Mal wurde mir gesagt, ich sei arrogant. Leute die mich kennen, wissen ganz genaus, dass ich nicht arrogant bin. Der Rassist kann mit einer selbstbewussten gebildeteten stolzen schwarzen Frau nicht umgehen. Sie macht ihnen Angst. Gut so. Jeder hat eine Möglichkeit zu einer guten Ausbildung in Österreich zu kommen. Gegen ihren Selbstwertgefühl kann ich nichts tun.

Meinen Kindern sage ich sehr oft; meistens wenn ein Mensch versucht dich klein zu machen, sind sie selber klein, irgendwas hast du was sie gerne hätten, aber nicht haben. Vor kurzem habe ich ein Video gesehen, wo ein Mann im Flugzeug eine ältere schwarze Frau rassistisch beleidigt. Seine Erklärung; er hatte eine kleine Stimmungsschwankung! Dummer geht es nicht mehr.

Vielleicht fragen sich viele, wieso die Ausländer hier bleiben, wenn es so schlimm ist? Ich bin hier um zu bleiben, ich laufe nicht weg. Es gibt Ausländer, die hier gerne leben,  Österreich lieben, normal arbeiten und ihre Steuer zahlen. An die Ausländer, die sich nicht integrieren wollen und die österreichische Kultur nicht respektieren, schämt euch!

Die Welt gehört uns allen, wir alle sind nur Gäste auf dieser Welt. Irgendwann sterben wir und verrotten, egal ob blau oder gelb. Keiner ist besser als der andere, am Ende des Tages sterben wir alle. Gehen wir miteinander freundlich und respektvoll um und genießen wir die kurze Zeit, die wir auf der Erde haben.

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Bis bald!

Eure Easter.

 

 

„Vergiss deine beschießene Kultur“!

Um wirklich glücklich zu sein, ist es notwendig dass du erkennst wer du ohne alles bist – Gangaji

Hallo – alle miteinander,

diese Woche im Zug von Wien hatte ich eine seltsame Begegnung. Ich stieg hinein und setzte mich gegenüber einen Herren. Er schaute mich an und sagte „na super, jetzt san´s überall“. Ich fragte ihn, ob er mit mir redet und er sagte „ja, mit wem denn sonst? Müsst ihr alle nach Österreich kommen?“ Ich habe es überlegt aufzustehen und mich woanders hinzusetzten, entschied mich doch anders. Wegrennen hat nie ein Problem gelöst. Ich wollte ihn verstehen und fragte ihn „wer sind denn ihr und was haben sie dir angetan“?

Der Herr meinte um richtig in einem fremden Land ankommen zu können, müssen die Ausländer ihre beschießene Kultur vergessen, um die neue Kultur voll aufzunehmen. Ja, er benutzte das Wort beschießen und vergessen. Er fragte mich, ob ich ab und zu mein Land vermisse, das Essen, meine Muttersprache. Ich sagte ihm sicher doch. Er meinte das ist ganz falsch, was mache ich denn hier, wenn ich meine Heimat vermisse!

In der U.S.A zum Beispiel, gibt es chinatown, little Italy usw. Die sind vor Jahren dorthin eingewandert und behielten ihre Kulturen, sind aber Amerikaner. Meine Kultur ist sehr tief in mir verwurzelt, sie zu vergessen, ist unmöglich. Am Ende habe ich gemerkt; es gibt Menschen, mit denen man nicht vernünftig unterhalten kann. Sie sind halt zurückgeblieben und verstehen es nicht, was für eine Bereicherung es ist zwei Kulturen zu lieben und zu respektieren.

Vor kurzem traf ich einen netten jungen Mann aus Syrien. Sagen wir er heißt Mahmoud. Mahmoud ist super gebildet, spricht fließend fünf Sprachen und findet keine Arbeit. Ist seit zwei Jahren in Österreich und spricht Deutsch viel besser, als ich damals nach zwei Jahren in Österreich war. Im Sommer hat er auf der Baustelle gearbeitet. Er sagte mir „Easter, in einem Monat muss ich eine Arbeit finden, sonst bekomme ich kein neues Visum. Aber das Problem; keiner gibt mir eine Chance, ich verstehe es nicht“.

Es gibt sehr viele Flüchtlinge, die gut gebildet sind und auch arbeiten wollen. Viele finden keine Stellen, wenn, dann Stellen, die keine Österreicher haben wollen. Die Angst ist zu groß, dass sie die Arbeit wegnehmen. Man liebt sie, wenn sie unten am Boden sind und man sie füttern muss, oder wenn sie die dreckige Arbeit machen. Sind sie gebildet, ist die Angst zu groß.

Es wird überall gehetzt. Ich finde es sehr schade, dass es auch von der österreichischen Seite wenig Mühe gibt, um die Ausländer besser kennenzulernen. Viele lassen es zu, dass die Angst besiegt, dass die Hetzer sie negativ beeinflussen und weigern sich diese Menschen näher kennenzulernen. Es geht sehr viel Wissen verloren meiner Meinung nach. Überall gibt es schlechte Menschen, alle in einen Topf hineinzuwerfen, finde ich dumm. Diese Angst sieht man im Moment überall, vor kurzem in Chemnitz war ein Beispiel, was die Angst mit Menschen machen kann.

Der junge Mann aus Syrien schaute mich mit glasigen Augen an und fragte mich „Easter, wie hältst du es aus, die Hetzerei, Fremdenfeindlichkeit, der tägliche Rassismus, macht es was mit dir? Jedoch hast du dein Lachen nicht verloren, deine Herzlichkeit und Fröhlichkeit, wie machst du es? Ich halte es nicht mehr aus. Ich habe Angst zurück zu gehen, ich habe nichts in Syrien“!

Ich sagte ihm, bleibe dir treue. Verbiege dich nicht und lebe das Leben, dass dich glücklich macht, nicht das was die anderen von dir erwarten. Sei offen für neues, respektiere die neue Kultur und ihre Werte, respektiere die Menschen in deiner neuen Heimat. Aber gib deine Kultur niemals auf, sie ist ein Teil von dir. Und ja, man kann zwei Kulturen lieben, sogar mehrere. Es ist, wie eine Mutter ihre Kinder liebt, egal wie viele sie hat, die Liebe bleibt gleich. Ich sagte ihm, sei stolz auf deine Herkunft, auf dich und auf alles, was du bis jetzt geschafft hast. Lache so oft du kannst, zwar vom Herzen. Lächle den Fremden an und schon sieht die Welt ganz anders aus. Mache Freundschaften von der österreichischen Seite, lerne sie kennen.

Ein Beispiel; Ich war vor kurzem auf einer Feier eingeladen. Viele Gäste waren Österreicher. Ich wurde wirklich fast überall ausgeschlossen. Ich muss sagen, ich rede, wie die Viktoria Wasserfälle und komme mit fast alle Menschen klar. Jedoch habe ich die Einsamkeit gespürt, als ob ich dort nicht gewünscht war. Es waren kleine Tische dort und ich versuchte mich hineinzuintegrieren. Jedes Mal, wenn ich zu einem Tisch ging, waren auf einmal alle leise und ein paar standen sogar auf und gingen. Irgendwie habe ich gestört. Später saß ich alleine am Tisch und schaute, ob sich einer traut mit mir zu reden, ein junges Mädchen kam zu mir und wir hatten eine wunderschöne Unterhaltung.

Meine liebe Freunde, Integration funktioniert nur zweiseitig. Beide Seiten müssen zueinander zubewegen. Sicher müssen sich die Ausländer anpassen, keine Frage! Aber auch die Aufnahmegesellschaft sollen auch toleranter und offener sein. Lasst uns hinein. Es tut nicht weh mit einem Fremden zu reden, von solchen Gesprächen gewinnt man meistens Freunde für das Leben. Traut euch mehr zu, redet mit uns.

Als ich im Sommer mit den Kindern in Italien und Frankreich war, habe ich am Strand beobachtet, wie Kinder unbeschwert miteinander reden. Manchmal haben sie keine gemeinsame Sprache gehabt. Trotzdem haben sie mit Händen und Füßen geredet und gespielt, sogar sich am nächsten Tag verabredet. Letztlich bin ich mit sechs Telefonnummern nach Hause gekommen. Wir sollten uns unbedingt melden, wenn wir wieder dort sind. Sie werden versuchen Englisch zu lernen.

Diese Nächstenliebe haben wir als Erwachsene verlernt. Wir haben es gelernt Menschen nach Hautfarbe, Religion, Figur usw, zu unterscheiden. Was gelernt werden kann, kann wieder verlernt werden. Seien wir doch ab und zu,  wie Kinder und reden wir einfach mit fremden Menschen. Auch wenn wir uns nicht verstehen, haben wir doch Hände und Füße -:)

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Bis Bald!

Eure Easter.

Wieso weine ich bloß?

 

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Hallo – alle miteinander,

heute hat mein Sohn seinen ersten Tag in der Schule gehabt. Was für ein Theater! Die Mama hat geheult, wie eine Heulsuse. Gott sei Dank, hatte ich heute meinen Liebslingslippenstift nicht aufgetragen, sonst hätte ich nachher, wie eine ausgewaschene Katze ausgesehen – der Lippenstift ist nämlich lila.

Je älter ich werde, desto emotionaler werde ich. Ich werde ängstlicher und verwundbar. Er fragte mich „Mama, wieso weinst du denn? Bist du krank“? Jaaa, bin ich! Vor lauter Sorge!

Bei meiner Tochter war ich gelassen und ich habe mich richtig gefreut. Bei dem Sohnemann habe ich Angst, Angst um ihn. Er hat in den Ferien schon angefangen mit mir zu verhandeln, „Mama, ich mache dir einen Vorschlag, zwei Tage gehe ich in die Schule, drei Tage in den Kindergarten“. Ich dachte ich träume. Zum Schluss war sein Vorschlag; ein Tag in den Kindergarten vier Tage in die Schule, immerhin! Wie die Geschwister unterschiedlich sein können! Diese Verhandlung hat bei der Schwester nie stattgefunden.

Heute gleich in der früh hat ihn die große Schwester schon ein bisschen geärgert „mach nicht so ein Gesicht, ich habe mich richtig auf die Schule gefreut“! Er; „ich bin ich, du bist du“! Das hat gesessen und die Schwester hat nichts mehr gesagt. Geht doch!

Jetzt nach dem Zirkus sitze ich mit einer Tasse Tee und freue mich richtig für ihn, für die aufregende Zeit, die er in der Schule haben wird. Ich lasse ihn los, dass er seine Flügel findet, dass sie großer und länger werden. Ich sitze hier und merke, wie schnell die Zeit vergangen ist. Aber, ich heule nicht mehr, sondern sitze zufrieden und gelassen mit einem Lächeln auf meinem Gesicht.

Es ist nicht lange her, dass er aus meiner Gebärmutter herausgeschnitten worden ist. Es ist nicht lange her, dass die große Schwester enttäuscht war einen Bruder bekommen zu haben, statt eine Schwester und meinte „Mama, ich habe sehr viele süße Mädchen im Krankenhaus gesehen, wieso hast du bloß einen Buben mit nach Hause genommen? Jetzt wurde sie ihn nicht mehr hergeben wollen( na ja, zumindest die meiste Zeit).

Genieße die Zeit mit euren Kindern, die Zeit vergeht schnell. Das wichtigste Geschenk für unsere Kinder, ist die Zeit, die wir mit ihnen verbringen. Sie beschützen und ihnen zuhören. Fehler zu machen und daraus zu lernen. Aufrichtig zu sein, ihnen zu zeigen, dass wir auch nur Menschen sind, mit Gefühlen und Fehlern.

Manchmal sind wir überfordert und verzweifelt, aber wir tun unser bestes für sie da zu sein, sie zu bestärken und zu lieben. Und ihnen eine sorglose und glückliche Kindheit anzubieten, damit sie ehrliche und respektvolle Menschen werden. Ihnen starke Wurzeln geben, damit sie später große Flügel haben.

An alle Kinder, die heute ihren ersten Schultag hatten; ich wünsche euch viel Spaß in der Schule und alles Gute für die Zukunft. Ihr seid genug, wie ihr seid. Nicht alle Kinder müssen Einser haben – Hilfsbereitschaft, Einfühlungsvermögen, Ehrlichkeit, Zusammenhalt, Respekt und Höflichkeit sollen auch in eurem Leben eine große Rolle spielen.

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An alle Eltern; wir schaffen das!

 

Bis bald!

Eure Easter.

 

„Was siehst du Mama?“

Elimu haina mwisho – ein Suaheli Sprichwort. Auf Deutsch – man lernt nie aus.

Hallo – alle miteinander,

vier Wochen waren meine Kinder und ich durch Italien und Frankreich gereist. Ich habe viele nette Menschen kennengelernt, wunderbaren Kulturen erlebt, vieles über Flüchtlingskrise erfahren usw. Jedoch bin ich wieder froh zu Hause zu sein – zu Hause in Österreich. In meinem nächsten Blog schreibe ich darüber, vor allem über die Flüchtlingskrise. Heute möchte ich über Frauen schreiben 🙂 .

letztes Wochenende saß ich mit meinen Kindern am Tisch. Meine Tochter fragte mich ganz gelassen; „Mama, was siehst du hier im Zimmer“. Ich antwortete spielerisch „ich sehe den Kühlschrank, die Sessel….“. Sie; „Mama, nur das wichtigste bitte“! Ich die brave Mama, „ich sehe euch zwei, ihr seid das wichtigste für mich in diesem Zimmer, auf der ganzen Welt“. Sie ganz begeistert „Mama, falsch! siehst du dich nicht? Du sollst vorher dich sehen, dann die anderen. Auch im Flugzeug ist es angeschrieben, falls es zum Absturz kommt, bitte versorgen Sie sich vorher, dann die anderen“! Na Bumm!

Diese Kinder werden mich noch erziehen. Wie oft habe ich ihr gesagt, sie ist der wichtigste  Mensch in ihrem Leben?! Die Prüfung habe ich nicht bestanden. Wieso erkennen wir manchmal unseren Wert nicht? Wieso vergessen wir uns sehr oft und denken viel an anderen und was sie von uns halten? Vor allem Frauen und Mütter vergessen sehr oft, was sie in der Gesellschaft leisten. Wir vermitteln die wertvollsten Werten meiner Meinung nach.

Eine Freundin von mir hatte vor kurzem ein Vorstellungsgespräch, nachher rief sie mich an und sagte mir, „Easter, sie haben mich gefragt, wieso ich glaube, die beste für die Position zu sein?“. Sie sagte mir weiter, „ich hatte keine Ahnung, was ich sagten soll, ich habe zulange gezögert“.

Meine Freundin hat zwei kleine Kinder, ist eine wunderbare Mutter, sehr einfühlsam und ruhig. Sie organisiert die ganze Familie, die Ausflüge, die Urlaube. Sie trifft jeden Tag Entscheidungen, was die Kinder essen sollen, was sie anziehen sollen, geht einkaufen. Sie ist die Buchhalterin des Hauses, schaut, dass das Geld sparsam ausgegeben wird. Sie bleibt die ganze Nacht wach, wenn der kleine Sohn mal Blähungen hat und nicht schlafen kann.

Sie ist die ruhigste Mutter, die ich je gesehen habe. Wenn die zwei jährige Tochter gerade eine Trotzphase hat, ist sie die Ruhe in Person. Sie ist die Seelsorgerin der Familie, die Ärztin, wenn es mal am Spielplatz wild zugegangen ist. Die Richterin, wenn die zwei Geschwister eine Meinungsverschiedenheit haben – passiert bei mir mehr als zehn Mal am Tag :-).  Die Taxifahrerin, sogar die Monsterjägerin, vor allem in der Nacht, wenn die Monster sich unter dem Bett verstecken, kommt sie mit einem Besen und vertreibt alle Monster aus dem Zimmer.

Trotz allem hatte sie nicht recht eine Antwort, wieso sie die beste für die Position ist. Denn sie glaubt, was sie zu Hause leistet, ist nicht erwähnenswert. Ich beneide sie sehr oft und hätte gerne ihre Ruhe. Ich bin temperamentvoll und ich kann richtig explodieren. Das Alter lehrt mich einiges und ich werde ruhiger, aber das Temparament bleibt 🙂 .

Ein Beispiel von mir; nach meinem Studium ging ich zu Vorstellungsgesprächen und jedes Mal, wenn ich gefragt wurde, was ich bis jetzt gemacht habe, habe ich voller Mitleid beantwortet „ich habe bis jetzt NUR studiert und Kinder gekriegt“. Einmal nahm mich eine Frau nach einem Vorstellungsgespräch zur Seite und sagte mir „liebe Easter, hör mit dem Satz auf, was heißt NUR? Was du gemacht hast, war eine große Leistung! Mit zwei kleinen Kindern zu studieren, ist der Wahnsinn“!

Ich liebe es, wenn Frauen andere Frauen stärken, anstatt uns gegenseitig mit Neid und Eifersucht zu vernichten. Die Männer sitzen dabei an der Ecke und grinsen. Liebe Frauen, wenn eine andere Frau ein schönes Kleid an hat, Schuhe, oder was auch immer, sag es ihr. Wenn sie Hilfe braucht, bietet es ihr Hilfe an.

Ein Vorfall ist mir bis heute im Kopf geblieben. Vor ein paar Jahren war ich unterwegs in Wien. Es war Sommer und ich fuhr mit der U-Bahn. Ich sah zwei Frauen kichern und in eine Richtung zeigen. Ich die Neugierige schaute natürlich auch nach. Ich sah eine junge Frau mit einem Rock in die Unterhose gesteckt – auf der hinteren Seite. Sie war wahrscheinlich auf der Toilette und hatte aus Versehen oder Eile den Rock in die Unterhose gesteckt. Da es heiß war, merkte sie wahrscheinlich nichts. Statt Hilfe von den anderen Frau zu bekommen, haben sie sich über sie lustig gemacht. Ich habe der junge Frau sofort drauf aufmerksam gemacht. Sie konnte sich bei mir nicht genug bedanken.

Lernen wir uns gegenseitig zu unterstützten und unseren Wert zu erkennen. Meine Oma war das Familienoberhaupt. Als sie starb, gerät die ganze Familie durcheinander.  Wir gingen zu ihr, wenn wir Ratschläge brauchten. Ihr wertvolles Wissen hat sie uns weitergegeben und ich bin jeden Tag dankbar, sie als Oma gehabt zu haben.

Jeden Tag bin ich froh, dass ich eine Frau bin. Ich genieße es, wenn ich jedes Monats meine Periode bekomme – ich muss sagen, ich hatte nie Krämpfe. Da fühle ich mich, wie eine richtige Frau. Wir Frauen sind die Wurzel einer Gesellschaft. Vergessen wir bitte nicht unseren Wert. Was wir jeden Tag leisten, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine starke Leistung.

Lernen wir das Leben zu leben, das uns glücklich macht, nicht das Leben, dass die anderen von uns erwarten.

Du bist wunderschön, du bist stark, du bist einzigartig, du bist genug, du bist eben du!

 

„Wenn die Frau wächst und gedeiht, die ganze Gesellschaft kommt zugute und die nächste Generation bekommt den besten Start ins Leben“ – Kofi Annan.

 

Bis bald!

Eure Easter.

 

 

 

Für eine schwarze im Dirndl schaust du eh gut aus…..

“Wenn Du schnell gehen willst, geh‘ alleine. Wenn Du weit kommen willst, geh‘ gemeinsam – ein afrikanisches Sprichwort.

Hallo – alle miteinander,

vor kurzem habe ich einen Artikel über ein schwarzes Mädchen im Dirndl gelesen. Sie wurde deswegen auf einem Fest in Österreich rassistisch beleidigt. Bezüglich der Beleidigungen war ich jedoch nicht recht erstaunt, denn ich hatte fast dieselben Erfahrungen mit Dirndl in Österreich gemacht. Ich brauchte lange bis ich mich wieder traute mit einem Dirndl auszugehen.

Mittlerweile bin ich an den Rassismus gewöhnt, ist traurig aber wahr. Sonst macht man sich das Leben unnötig schwer. Ob blöde Kommentare gemacht werden, oder ich böse mit einem Dirndl angeschaut werde, stört mich nicht mehr. Ich finde mich sehr schön mit einem Dirndl und das ist mir wichtig.

Der blödeste Kommentar bis jetzt war „für eine Schwarze im Dirndl schaust du eh gut aus“! Das war bei einem Heurigenbesuch in Waldviertel. Ich habe mich einfach zu ihm hingesetzt und habe versucht herauszufinden, wieso ein Mensch so dumm sein kann. Er war zu geschockt, dass ich überhaupt Deutsch konnte, er brachte kein Wort heraus. Nachher kam er zu mir und entschuldigte sich, leider war er zu diesem Zeitpunkt voll betrunken.

Was macht diese Gesellschaft mit ein paar Leuten, dass sie sich nüchtern nicht entschuldigen können?

Einmal als meine Mama zu Besuch in Österreich war, nahm ich sie zu einem Fest. Sie war sehr erstaunt, dass keiner auf der Tanzfläche war, obwohl gute Musik lief. Nach ein paar Stunden kamen dann die ersten Tänzer, natürlich betrunken. Sie fand es sehr schade, dass der Spaß erst nach dem Alkohol begann. Sie meinte „tanzen sollte man nüchtern“. Na ja, andere Länder andere Sitten.

Viele Österreicher sind mit Rassismus nicht direkt betroffen. Die Kommentare wie „es wird schon wieder“, oder „lass dich nicht von den Idioten unterkriegen“ bringen meistens sehr wenig. Es wird nicht wieder, denn Rassismus verletzt und es macht was mit einem, außer du bist sehr stark. Und leider gibt es mittlerweile sehr viele Idioten.

Bitte redet mit uns darüber, fragt uns, wie wir uns fühlen, wenn wir rassistisch beleidigt werden – nur so könnt ihr verstehen, was in uns vorgeht. Übrigens, viele von uns wollen über ihre Erfahrungen mit Rassismus weitererzählen. Ich glaube, wir hoffen dadurch mehr Bewusstsein zu schaffen.

Wir erleben Rassismus fast jeden Tag und uns nicht unterkriegen zu lassen, grenzt fast an ein Wunder. Ich las super Kommentare auf Facebook, die die junge Frau entmutigen sollten, ist  auch gut. Aber, bitte das nächste Mal, wenn jemanden rassistisch beleidigt wird und du bist dabei, tue was. Nicht nur schreiben, wie schrecklich die Menschen sich benehmen, sondern auch handeln.

Ich habe im Internet über das Thema Rassismus recherchiert. In der Bibliothek war ich auch und las ein paar Artikeln über dieses Thema. Was mir auffiel, viele dieser Artikel und Definitionen wurden von Weißen geschrieben. Wie kann man was erklären, wenn man es noch nie erlebt hat? Es wird Zeit, dass die Minderheiten, die täglich Rassismus erleben, ihn auch definieren. Stehen wir auf und erzählen wir, was Rassismus ist, wie wir ihn erleben und was er mit uns macht.

Meine Frage an euch Österreicher; was wollt ihr eigentlich von uns? Versuchen wir uns zu integrieren, sogar die Kultur anzunehmen, werden wir beleidigt. Sind wir nicht integriert, werden wir auch beleidigt. Es ist verdammt schwer sich zu integrieren, wenn einem das Leben so schwer gemacht wird.

Jedes Land braucht Ausländer, ob man es will oder nicht. Die Welt ist sehr klein geworden und wir sind irgendwie miteinander verbunden.

Ich liebe das Dirndl. Meine Tochter hat auch eines, mein Sohn hat eine Lederhose. Wenn wir Lust haben, gehen wir auch raus damit, zwar mit Stolz. Die blöde Kommentare und die böse Blicke sind uns eigentlich so was von egal, irgendwann ist man immun dagegen. Dagegen kann ich sowieso  nichts machen, sonst würde ich mich nur ärgern. Das Leben ist so schön um mich über anderen, Gedanken zu machen. Solange meine Kinder und ich nicht physisch attackiert werden, ist alles gut.

Um dem Rassismus entgegenzuwirken muss dieser mal aus den Köpfen verschwinden und das wird noch viele Generationen dauern. Wir müssen erst mit unseren Kindern anfangen. Ihnen lerhren, wie sie mit Herzen handeln können. Die heutige Gesellschaft konzentriert sich zu viel an materielle Werte.

Meiner Meinung nach, finde ich, dass  Toleranz, Liebe, Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit, Vergebung, Frieden, und Menschlichkeit, Zusammengehörigkeit, Mitgefühl, Achtsamkeit, viel wichtiger, als die Noten sind. Ich finde diese Werten sollen sogar in Schulen gelehrt werden. Was bringt es den Kindern, wenn wir ihnen von klein auf sagen, wie viel sie mal erben werden? Oder wenn uns die Noten wichtiger sind, als die innere Werte?

Unsere Kinder sollen durch uns lernen, dass Konflikte nicht durch Gewalt zu lösen sind, sondern durch das Reden und Kompromissbereitschaft. Sie sind die Zukunft und mit ihnen zusammen, können wir eine bessere Zukunft gestalten.

Ich kenne viele wunderbare Österreicher und alle in einen Topf zu werfen, gefällt mir überhaupt nicht. Jedoch möchte ich die Österreicher bitten, uns entgegen zu kommen. Ich weiß, es sind schwere Zeiten. Man liest viel negatives über Flüchtlinge und Ausländer. Jemanden ein Lächeln zu schenken, schadet nicht. Ein freundliches Hallo zu sagen, tut gut. Was mir fehlt, ist die Solidarität. Bitte erhebe eure Stimmen, wenn einem ein Unrecht geschieht. Es tut gut.

Einmal bin ich im Supermarkt rassistisch beleidigt worden und keiner sagte was. Kein Wort! Eine Dame ging einfach bei mir vorbei und stellte sich vor mir. Als ich sie fragte, was das sollte, sagte sie „du bist zu schwarz, ich habe dich nicht gesehen“! Alle die hinter mir standen, sagten gar nichts. Ich stand da mit zwei kleinen Kindern und verstand die Welt nicht mehr. Ich sagte ihr ganz ruhig „jetzt hast du mich gesehen, geh sofort zurück“.

Ich lasse mir nicht alles gefallen und meinen Kindern möchte ich auch beibringen, dass sie sich laut wehren sollen, wenn ihnen ein Unrecht geschieht – auch wie sie sich ohne Gewalt wehren können. Die Dame merkte, dass mit mir nicht zu spaßen war und stellte sich hinter mich. Nur von den anderen, die nichts sagten, war ich sehr enttäuscht. Schaut nicht weg, sondern sagt auch was!

Viele  von uns lieben die österreichische Kultur. Helft uns dieses schönes Land zu lieben und die Kultur zu genießen. Hass hat noch nie gewonnen, er zerstört nur. Aber, Liebe gewinnt immer.

Ein Leben ohne Liebe ist eine Verschwendung. Mit Vorurteile und Beleidigungen kommen wir nicht weiter.

 

Furaha ya maisha ni upendo – das Glück des Lebens ist Liebe. (Ein Suaheli Sprichwort).

 

 

Bis bald,

eure Easter.

Europa, gib Afrika kein Geld mehr!

 

Hallo – alle miteinander

füttere ich dich, habe ich Macht über dich und kann mit dir machen, was ich will – Easter Sprichwort.

Afrika mit Geld zu versorgen, wird unsere Probleme nicht lösen. Die Afrikaner müssen selbst ihre Probleme lösen. Afrika MUSS lernen mit seinen Problemen selbst fertig zu werden.

Seien wir doch ehrlich, diese Geldgeberei macht doch nur abhängig und faul. Manche afrikanische Länder sind auch momentan nicht in der Lage das Geld in näherer Zukunft zurück zu geben. Außerdem bekommen die normalen Bürger fast nichts von dem Geld. Die korrupte Machthaber, ihre Familien und Freunde vergeuden das ganze Geld und leben in Saus und Braus.

Meiner Meinung nach müssen wir anfangen unsere Denkweise zu ändern. Wir müssen aufhören zu glauben, dass der weiße Mann besser ist, als wir. Das ist ein totaler Blödsinn. Ich sage es meinen Kindern sehr oft, wie gesegnet ich bin. Wir Afrikaner haben die besten Zähne überhaupt. Wenn ich lächle, lächeln sogar die garstigsten Menschen zurück. Ich bin intelligent und aufgeschlossen. Ich habe einen Po zum niederknien. Ich habe noch nie meine Beine rasiert, denn sie sind glatt wie ein Baby Po und und und.

Wieso soll ich denn glauben, dass der weiße Mensch besser ist, als ich? Was ist mit uns passiert? Wieso ist das Hautbeichen immer noch beliebt in Afrika, ohne an die fatale Folgen zu denken? Wieso geben wir so viel Geld für chemische Cremes für das Haarglätten aus, anstatt unsere wunderschöne Haare zu lieben, wie sie ist? Wer sagt uns, dass die falsche glatte Haare, oder die gebleichte Haut uns schöner machen? Wir sind nur unterschiedlich, aber nicht besser oder schlechter.

Ich bin sehr froh, dass jetzt viele afrikanischen Frauen ihre wunderschöne natura Haare mit Stolz tragen. Sie sagen nein zu chemischen Cremes für Haarglätten. Wir sind auf dem richtigen Weg. Selbstliebe ist der richtige Weg.

Wir müssen für unsere Probleme die Verantwortung übernehmen, vor allem, lernen mit dem Geld umzugehen – ich glaube die Wurzeln dieses Verhalten gefunden zu haben. Der Europäer hat schon in seiner Kindheit sparen gelernt. Sie haben es gelernt, die Früchte, Gemüse, Obst und Fleisch für den Winter zu konservieren. Auch fur die Tiere wurden Essen fur den Winter konserviert und gespart.

Daher kann der Europäer so gut fur die schlechte Zeiten sparen, sei es Geld oder Essen. Dieses Verhalten muss noch in Afrika gelernt werden. Es wird besser, aber es muss noch mehr gemacht werden. Bei uns ist das Wetter heiß, es wird gekocht und gleich gegessen. Wir müssen nicht sparen. Hat der Afrikaner Geld, gibt er alles aus, als ob er morgen nicht mehr leben wird.

Was manche Afrikaner auch noch gut können, ist die Schuldzuweisung. Damit müssen wir aufhören. Es ist entweder der weiße Mann hat uns alles weggenommen, oder er beutet uns aus. Oooooh wir sind so arm. Der weiße Mann ist meistens Schuld an unsere Probleme. Zum Teufel damit! Jeder Mensch ist selber verantwortlich fur seine Taten, Entscheidungen und fur sein Leben. Den anderen die Schuld zu geben, ist nur eine Ausrede und lenkt von den wirklichen Problemen ab.

Afrika ist der reichste Kontinent überhaupt. Wir haben die Ressourcen, von denen Europa nur davon träumen kann. Ich bin mir sicher, wenn unsere geldgierigen korrupten Machthaber aufhören würden mit den großen  Westkonzernen zu arbeiten – wenn wir selber unsere Ressourcen anfertigen und das Endprodukt exportieren würden – oh mein Afrika wäre der Größte!

Schauen wir an, was in Zimbabwe passiert ist. Der verrückte Mugabe schickte alle weiße Bauern nach Hause. Der Typ vergisst allerdings, dass seine Leute nicht einmal die Maschinen bedienen konnten. Jetzt sind die weißen Bauern weg und die Maschinen stehen und verrosten. Das Land ist ärmer denn je. Wer hat da verloren?

Kongo zum Beispiel hat den wertvollsten Rohstoff überhaupt. Was machen die? Sie schlachten sich seit Jahren wie Tiere ab. Steht der weiße Mann daneben und sagt denen, sie sollen sich abschlachten? Natürlich freut sich der weiße Mann und die Machthaber, wenn die Bürger sich abschlachten. Denn dann ist es einfacher sie auszubeuten und beliefern sie weiterhin mit Waffen. Der weisse Mann und die Machthaber stecken alle miteinander unter einer Decke. Der normale Bürger wird einfach ausgenutzt.

Statt die Energie in Ausbildung und Innovation zu investieren, wird die Energie in Bürgerkriege investiert. Was für eine Verschwendung! Afrika MUSS viel an Bildung investieren. Ohne Wissen konnen wir unsere Ressourcen nicht verwalten und sie selbst anfertigen. Wissen ist Macht.

In Kenia haben wir den schlimmste Bürgerkrieg im Jahr 2007/2008 gehabt. Wir haben uns wie Hühner abgeschlachtet. Am Ende haben sich die Politiker zusammen getan und waren die besten Freunde.

Letztes Jahr wieder dasselbe. Wieso ein Mensch von der Vergangenheit nicht lernt, ist mir ein Rätsel. Nur weil der andere Stamm wollte, dass deren Sohn Präsident wird, haben die Kenianer ihre Nachbarn verraten und sich gegenseitig abgeschlachtet. Was tun die Politiker? Ganz genau! Haben sich zusammen getan und sind die besten Freunde.

Ihre Kinder besuchen die teuersten Schulen in Grossbritannien, während der normale Kenianer nicht einmal leisten kann, seine Kinder in die Schule zu schicken. Diese zwei Konkurrenten kommen von den zwei reichsten Familien Kenias, die das Land schon ausgebeutet haben – viel Acker und Reichtum besitzen und das Land immer noch ausbeuten wollen.

Wir haben die unfähigste Regierung überhaupt gewählt. Das Land geht vor die Hunden und ist korrupter denn je. Wir importieren sogar Zahnstocher und Zucker, obwohl wir mehr als zwei große Zucker Industrien haben. Die Lebensmittel sind sogar teurer als in Österreich.

Die Chinesen nutzen das Chaos im Land aus und kaufen alles was sie können. Sie stellen sogar große Plakaten auf Chinesisch mitten in der Hauptstadt auf. Es wird Ihnen sogar Rassismus vorgeworfen und die Regierung sagt „habt Geduld mit denen und schätze was sie für uns alles machen“. Wie bitte? Aber die Regierung sind die Hände gebunden. Beiße nicht die Hand, die dich füttert, heißt es. Es macht mich wahnsinnig, wenn ich so was lese.

Ich liebe Afrika. Mein Herz schlägt für Afrika. Ich finde, wir junge Afrikaner haben es in der Hand was zu ändern. Jeder kann seinen Teil machen. Ich habe es zu meiner Aufgabe gemacht, den jungen Menschen in Kenia zu erzählen, wie das Leben in Europa wirklich ist. Ich habe mit meiner Familie und Freundeskreis angefangen. Ich werde demnächst einen Blog über das wirkliche Leben und über den Rassismus in Europa zu schreiben – und zwar auf Englisch, dass meine Landsleute diese wertvolle Informationen bekommen und ihr Land zu schätzen lernen.

Junge Afrikaner, die in Europa und Nordamerika gut ausgebildet worden sind und keine Familien dort haben, sollen drüber nachdenken vielleicht zurück nach Hause zu kehren, um das Wissen, das sie dort erlangt haben in Afrika zu nutzen? Was kann Afrika tun, diese junge gut gebildetenen Menschen wieder zurück zu bekommen?

Afrika braucht fleißige intelligente junge Menschen. Glaubt mir; es gibt genug davon in Afrika. Was denen fehlt sind die Ziele und Motivation. Solche junge intelligente Afrikaner haben nichts in Europa verloren. Hier werden Sie durch Rassismus und Kulturschock so klein gemacht bis sie sich irgendwann aufgeben.

Der Rassismus in Europa gegenüber Schwarzen ist präsenter denn je und ich habe sogar Angst, dass es schlimmer wird. Der Rassismus macht was mit uns und mit unserem Selbstbewusstsein. Ich möchte nicht, dass junge intelligente Afrikaner Rassismus erleben. Sie sollen zu Hause bleiben und ihre Länder aufbauen.

An meine schwarzen Brüder und Schwestern, wir sind alle Menschen, egal ob grün oder gelb. Lass es niemals zu, dass einer dich wegen deiner Hautfarbe zu erniedrigen versucht. Ich habe herausgefunden, dass viele Menschen, die gerne anderen klein machen, nur neidisch sind. Irgendwas hast du, was sie nicht haben.

 

Ist mein Haus schmutzig, bin ich diejenige, die in der Lage ist, das Haus bestmöglich zu säubern, denn ich kenne mein Haus am besten – Easter Sprichwort.

 

Bis bald,

eure Easter.